Der beste Titel wäre eigentlich „Orrrrrrrr“

15.000.

Das ist die Anzahl von Menschen, die für rechtes Gedankengut auf die Straße gehen müssen, damit in Deutschland die Leute auch mal was merken, dass hier was gewaltig schief läuft. Und plötzlich sind sie alle da – die überraschten Menschen im privaten und öffentlichen Raum, die mit weit aufgerissenen Augen Bambi-esque fragen: wie konnte es so weit kommen?

Hinter der Frage steckt natürlich nicht das Bedürfnis die Menschen zu verstehen. Die Erklärungen haben sie nämlich schon alle parat: das sind Bürger_innen, die man „eh nicht mehr abholen“ könne, „unerreichbar“, „frustriert“, „wütend“, „ängstlich“ und vor allem immer dumm ungebildet, also keine von uns, puh, Glück gehabt, wir sind schließlich alle gebildet und klug und offen und die Welt zu Gast bei Freunden. Nein, hinter der Frage steckt die Angst davor mit der eigenen Untätigkeit demaskiert zu werden. Jede, die in den letzten Jahren den öffentlichen Diskurs in Deutschland auch nur halbwegs verfolgt hat, ist bei Aufmärschen wie Pegida entsetzt, aber nicht überrascht. Nein, überraschen kann das wahrlich nur die, die sich vorher Augen, Ohren und Herzen zugehalten haben.

Die Debattenkultur hat erheblich gelitten unter dem politischen Vakuum das Angela Merkel so erfolgreich aufgebaut hat und das wie ein schwarzes Loch jegliche inhaltliche Debatte verschluckt. Einen erheblichen Teil haben dazu natürlich all diejenigen beigetragen, die immer wieder möglichst „provokativ“ und „bissig“ ihre Meinung in große deutsche Medien gerotzt haben. Ausländermaut fordern, rechte Klischees bedienen, stolz darauf sein homophob zu sein und sich dann wundern, dass Leute darauf anspringen? Ernsthaft? Man kann sich nicht in einen Strohhaufen stellen und mit Streichhölzern zündeln und sich dann wundern, wenn etwas brennt. Flüchtlingsheime zum Beispiel.

Aber, ach, was rede ich. In Deutschland kennt man Nazis nur als Glatzen mit Springerstiefeln, sich selbst sieht man gern als tolerant während man Schrei nach Liebe von den Ärzten gröhlt. Dass rechts sein schon viel früher, viel nuancierter auftritt ist etwas, das selten thematisiert wird. Es ist, als wäre jegliche Stunde Geschichtsunterricht zum Thema drittes Reich komplett für Nichts gewesen.

Dabei ist es so einfach:

 

 

 

Mehr zum Thema schrieb ich hier und hier.