Kategorie: Mixed/Gemischtes

Verschiedenes, Dinge die nirgendsreinpassen, Linksammlungen, etc

Wir basteln uns einen neuen PC

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Vorbemerkungen

Nach langem Überlegen und Grübeln entschloss ich mich vor ein paar Wochen dazu, mir mal wieder einen PC zuzulegen. Macbooks sind schön und gut, doch für Office und Gaming nun eben doch nicht ausreichend.

Bei der Zusammenstellung war schnell klar: es sollte ein PC werden, der ein paar Jahre stabil läuft, auf dem ich aktuelle Spiele ohne Problem spielen kann (und auch die der nächsten Zeit) und mit dem ich unkompliziert arbeiten kann. Für andere Ansprüche können bzw. sollten natürlich die Teile variiert werden – für manche reicht z.B. eine weniger starke Grafikkarte, während die von mir gewählte für andere nicht ausreichend sein kann. Usw. usf. Ich hatte zum Glück tatkräftige Beratung, die geduldig alles erklärt hat und mir beim Zusammenstellen geholfen hat.

Nachdem wir alle Teile bei Alternate rausgesucht hatten, begann der große Preisvergleich. Die Teile alle über Amazon zu bestellen wäre etwa 200 Euro teurer gewesen (Alternate: 100 Euro) als sie bei den jeweils günstigsten Anbietern zu bestellen. Da ich aber nicht bei sechs verschiedenen Shops ordern wollte, beschränkte ich mich auf hardwareversand.de und Mindfactory. Letztere hatten bei der Bestellung angeblich alles auf Lager, ich musste jedoch fast zwei Wochen warten bis dann die Teile letztlich eintrafen. Wer es gerne schneller hätte und das extra Geld entbehren kann/will, der kann dann auch alles direkt bei Alternate kaufen. Von Amazon rate ich ausnahmsweise ab, da 1) die Produktbeschreibungen gefühlt oft irreführend sind und 2) die Preise erheblich teurer sind als bei Fachportalen. Schade.

Mein Setup

Prozessor: Intel® Core™ i7-4770K
Mainboard: GIGABYTE GA-H97-D3H
RAM: G.Skill DIMM 16 GB DDR3-1600 Kit
Netzteil: be quiet! Pure Power L8 600W
Kühler: be quiet! Dark Rock Advanced C1
Grafikkarte: ASUS R9 290-DC2
SSD: Samsung 850 Pro 2,5″ 128 GB
HDD: Western Digital WD10EZEX 1 TB
Gehäuse: Fractal Design Define R5 Black

Bei den Festplatten war die Idee dahinter einfach eine schnelle SSD fürs Betriebssystem (und ggf. anspruchsvolle andere Programme) zu haben, und eine klassische Festplatte für meine Daten. Sowohl bei Kühler als auch Netzteil hatte der Freundeskreis gute Erfahrungen mit be quiet, und zu großer Freude hört man so gut wie nichts. Gerade weil die Grafikkarte so groß ist (und je nach Reviews auch mal sehr heiß werden konnte) achtete ich bei der Zusammenstellung und auch beim Zusammenbau sehr darauf, eine gute Kühlleistung zu erzielen und ein Netzteil zu ordern, dass später noch Luft nach oben lässt. Die Grafikkarte war in der Tat die schwierigste Entscheidung. Doch um erst mal ein paar Jahre gut spielen zu können, fiel die Wahl dann doch auf die ASUS R9. Und zu guter Letzt das Gehäuse: ich war selten so verliebt in Hardware wie hier. Fractal Design macht einfach wirklich gut verbaute Gehäuse, die nicht nur lauter nützliche Komponenten besitzen sondern auch noch gleich mit unzähligen Slots für Festplatten und Kühler kommen. Da bekommt man gleich Lust, den PC in der Zukunft noch auszubauen…

Das Resultat

Ich bin sehr zufrieden. Es läuft alles reibungslos, ich habe ungeahnte Möglichkeiten zu zocken, auch mehrere Programme simultan sind kein Problem, und alle möglichen Plug-Ins funktionieren. Ein bisschen ungewohnt nach so langer Mac-Zeit ist das ständige Herunterfahren und Neu Starten bei Updates, aber nun gut. Spätestens seitdem ich Office wieder normal nutzen kann, frage ich mich, warum ich mir nicht schon viel früher wieder einen ordentlichen PC angeschafft habe. Auf hoffentlich viele schöne Jahre mit dem Baby <3

 

Bild: Fallada Schreibmaschinebenniebunnie (CC BY 2.0)

Auf dem Weg

„Mensch, siehst du klasse aus!“
„Du hast dich aber verändert!“
„Ich hätte dich gar nicht wiedererkannt!“

Diese und andere Reaktionen bekomme ich seit geraumer Zeit ständig. Über vierzig Kilo habe ich abgenommen und obwohl seit einigen Monaten die Waage still steht und über Weihnachten sogar wieder etwas nach oben gegangen ist, überhäufen mich die Menschen, die mich schon längere Zeit kennen und meine Veränderung miterlebt haben, mit Komplimenten.

Am 26.06.2013 habe ich einen Magenbypass bekommen – eine Magenverkleinerung quasi. Vom etwa zwei Liter großen Magen ist nur noch eine 100 ml große Tasche übrig geblieben, die mir untersagt, große Menge Lebensmittel zu mir zu nehmen. Inzwischen ist diese natürlich schon wieder größer und belastbarer geworden. Ich kann heute, fast zwei Jahre später, immerhin wieder eine kleine bis normalgroße Portion essen. Manchmal mit Bauchweh, manchmal ganz ohne Anstrengung.

Ich liebe mein „neues“ Leben. Im Gegensatz zu früher muss ich keine blutdrucksenkenden Mittel mehr täglich in mich reinschmeißen oder fühle mich beim Schuhezubinden so atemlos als würde ich gerade einen Halbmarathon laufen. Ich finde Kleidung in meiner Größe (44/46) – zumindest in den meisten Geschäften – habe allgemein mehr Lebensenergie und Aktivität entwickelt und mein Selbstbewusstsein ausgebaut.
Der Weg dahin war lang und er ist noch lange nicht vorbei.

Ein Magenbypass ist nicht einfach etwas, zu welchem man sich von heute auf morgen entscheiden sollte. Ich habe mehrere Jahre überlegt und die konkrete Planung beanspruchte dann noch einmal ein ganzes Jahr. Aber ich bereue keine Sekunde.

Ich war immer das dicke Kind. Eine recht uncoole Außenseiterin in noch uncoolerer Kleidung, mit Plastikbrille und einer besonders lauten Lache. Ich hatte immer das Gefühl, mich extra anstrengen zu müssen, um Anerkennung zu bekommen… ich habe in der Öffentlichkeit gesungen, mich in der Schule engagiert, hatte gute Noten und verstand mich mit den meisten Lehrern und Erziehern blendend. Unter meinem starken Übergewicht habe ich immer gelitten.

Ich weiß noch, dass man mir in der Grundschule immer wieder sagte „Ach, das verwächst sich noch.“. Ich glaubte da auch selbst dran. Ich habe fast vier Jahre lang Handball gespielt und empfand mich nicht als extrem unsportlich. Ich war nur faul und fand es besser, in der Bude vorm TV zu hocken als draußen zu spielen oder mich fit zu halten. Ich dachte oft, „Wenn ich wollte, könnte ich auch abnehmen.“. Ich habe mir das oft genug selbst bewiesen. Diäten, Fasten, vom Arzt verordnete Sportprogramme – ich habe vieles mitgenommen und hatte damit fast immer Erfolg. Dass ich damals aber schon in einem Teufelskreis hing, eine Essstörung entwickelt hatte und immer mehr zunahm, das habe ich erst realisiert, als ich 2012 bei 125 kg (und später 130 kg) angelangt war und mir endlich helfen lassen wollte.

Ich fing an, eine Therapie zu machen und bemerkte erst einmal, dass bei mir und dem Thema Essen eine Menge schief lief. Die Essanfälle, die ich als reine „Fresserei“ abgeschrieben hatte, waren krankhaft und zwanghaft und die Psychologen drückten mir die Diagnose „Binge Eating Disorder“ auf.

Mit viel Sport und kontrolliertem Essen nahm ich wieder um die 7 kg in 14 Wochen ab. Die Ärzte und Therapeuten versicherten mir aber, selbst wenn ich in diesem Maße weiter Gewicht verlieren würde, wäre das nicht schnell genug, um meine Gesundheit nicht weiter zu gefährden. Mein Blutdruck war zu der Zeit selbst mit Medikamenten gefährlich hoch, meine Knochen spielten so langsam nicht mehr mit und von der psychischen Belastung wurde ich beinahe erdrückt.
Im September 2012 entschied ich mich endgültig, mir den Magen verkleinern lassen zu wollen.

Um einen Antrag bei der Krankenkasse um Kostenübernahme stellen zu können, ist ein mindestens 6-monatiges, sogenanntes MMK (multimodales Konzept) erforderlich, dem ich mich natürlich stellte. Das ist sozusagen der letzte Versuch und Beweis, dass man ohne Magenbypass nicht ausreichend abnehmen kann. Das Konzept besteht aus Ernährungsberatung, Therapie und Sport (z. B. Reha-Sport). In dieser Zeit musste ich mich auch mit diversen Ärzten abgeben – Vorbesprechung, Untersuchung, Attesterstellung. Das Zusammensammeln aller Beweise, dass man krankhaft fett war/ist und das einen bis zum Äußersten belastet, war eine anstrengende Zeit, die mich viele Nerven kostete.

Im Dezember 2012 war ich mit meinem Antrag, einem Ordner von 30 Seiten, endlich fertig. Mir war es glücklicherweise möglich, meine Therapiezeit, die im Mai begonnen hatte, mit einzurechnen, so dass ich nun Unterlagen (inklusive Essprotokollen, Bewegungstagebuch und Diätlebenslauf) von sieben Monaten MMK bereit hatte. Der Antrag ging raus und das Warten begann…

Im Februar bekam ich eine Absage. Die Krankenkasse war nicht bereit, die Kosten für die OP zu übernehmen. Ich solle es doch weiter mit Diäten probieren.

Der Kampf ging weiter, ich war definitiv nicht gewillt, einfach aufzugeben. Durch die Unterstützung der Klinik, in der mich operieren lassen wollte und der dazugehörigen Selbsthilfegruppe, war es mir schließlich möglich, in weniger als drei Wochen, einen Widerspruch mit neuen Attesten und ärztlichen Begründungen aufzusetzen und an die Krankenkasse zu schicken. Und wieder Warten. Der tägliche Gang zum Briefkasten war eine Qual, die ich niemandem wünsche.

Anfang Mai 2013 bekam ich meine Kostenzusage. Oh mein Gott! Ich war unglaublich froh und erleichtert, aber wusste auch, dass es jetzt ernst wurde.

Zwei Wochen vor OP musste ich mich und meine Leber mittels einer „Eiweißphase“ auf die Lebensumstellung vorbereiten. Das hieß, zwei Wochen nur Eiweißshakes und höchstens eine feste, eiweißhaltige Mahlzeit am Tag zu sich zu nehmen. Und auch wenn mein Shake einen Schokogeschmack hatte, konnte ich dieses Gesöff nach kurzer Zeit schon nicht mehr sehen und riechen. Der Hunger war groß und ich der Verzweiflung nahe. „Bloß nicht aufgeben, das Ziel ist bald erreicht.“

Am 26. Juni 2013 bekam ich per minimal-invasivem Eingriff den Magen verkleinert und den Dünndarm verkürzt. Als ich auf der Intensivstation aufwachte, war ich mit etlichen Kabeln verbunden und konnte – trotz dessen, dass ich keine Brille trug und nichts sah – meine Liebsten (meine Schwester und Mina) am Bett empfangen.
Die Nacht, die dann folgte, war eine endlose Tortur. An Schlaf war durch die Schmerzen nicht zu denken. Allerdings war ich auch so erschöpft, dass ich die Augen kaum aufhalten konnte. Noch dazu wurden meine Bettnachbarin, die ebenfalls am Nachmittag operiert wurde, und ich dazu angehalten, einen Liter Wasser oder Tee zu trinken und einmal in der Nacht auf Toilette zu gehen. Ich schaffte das nicht. Um 6 Uhr morgens kamen die Ärzte und forderten mich nochmals auf, zu trinken und zu pinkeln. Als ich kurze Zeit später auf dem Toilettenstuhl saß, sackte ich in mich zusammen. Der Kreislauf wollte nicht mitspielen. Und das tat er auch bis zum Mittag nicht so ganz. Ich kam erst am späten Nachmittag, 24 Stunden nach OP, zurück auf Station und konnte dort meinen tollen Besuch empfangen, der das Zimmer mit Liebe ausfüllte und mich immer wieder zu Tränen rührte.

Mit meiner Schwester ging ich im Schneckentempo ins Badezimmer, um mich umzuziehen und mir das braune Desinfektionsmittel vom Körper zu waschen. Und mit all diesen Schmerzen saß ich da und brach in Tränen aus. Wie konnte ich es nur soweit kommen lassen?

Meine Zweifel, ich hätte es mir mit der OP ziemlich leicht gemacht, kamen in den folgenden Monaten immer wieder auf. Inzwischen sind sie verblasst…

Das Abnehmen mit einem Magenbypass ist auch hart. Ich musste ganz neu essen lernen. Direkt nach OP hieß es vier Wochen lang nur flüssige und breiige Nahrung in Miniportionen zu sich zu nehmen. Und das Gewicht fiel natürlich in rasender Schnelle.
Auch nach der flüssigen Phase, in der ich dann weiche Lebensmittel essen durfte, musste ich mich erst an die großen Veränderungen gewöhnen. Wo ich vor Wochen noch drei Brötchen essen konnte, musste ich nun bei einem halben Brötchen schon fast würgen.
Meine Portionsgrößen waren sowieso lächerlich: ½ Joghurt. 2 Gabeln Nudeln. 4 Löffel Suppe. 1/3 Banane. 1 weich-gekochtes Ei.

Mit der Zeit sind diese Portionsgrößen wieder gewachsen. Auf der einen Seite finde ich das super, denn mit Spaß am Essen hatte das nicht viel zu tun; auf der anderen Seite vermisse ich es, so minimal zu leben. Es hat nicht nur viel Geld gespart, sondern ich habe mich auch vollkommen zufrieden und befreit gefühlt. Befreit von dem Gefühl, immer viel essen zu müssen – denn Hunger hatte ich keinen. Und der Körper ließ es einfach nicht zu. Heute geht es auch nicht maßlos, aber ich muss doch aufpassen, was und wieviel ich konsumiere. Die Essstörung klopft immer mal wieder an und möchte mich aus der Fassung bringen. Zur Zeit wehre ich mich strikt dagegen und führe penibel Essprotokoll. Eine nervige Sache, aber doch hilfreich, wenn ich sehen möchte, was für einen Quatsch ich mal wieder gegessen habe.
Meist bleibt mir das aber auch so in Erinnerung. „Dumping“ nennt sich das Phänomen, bei dem mir von zu süßem oder zu fettigem Essen schlecht und schwindlig wird. Eine unangenehme Situation, die ab und an vorkommt und mir das Leben schwer macht. Oft sehe ich das als Nachteil vom Magenbypass, aber ich glaube, es ist ein Vorteil, gleich die Konsequenzen für sein ungezügeltes Essverhalten zu ernten. Ich habe das schließlich nicht alles getan, um wieder zuzunehmen. Das Dumping ist der Wink mit dem Zaunpfahl.

In einem Jahr habe ich über 40 kg abgenommen. Seitdem halte ich mein Gewicht.
Ich möchte noch weitere 20 kg abnehmen oder eben so viel, bis ich mich wohl fühle.
Aber ich bin heute schon viel glücklicher. Ich schaue in den Spiegel und sehe mich in farbigen Klamotten, die ich mir damals nie getraut hätte, anzuziehen. Ich passe auf Sitze, ich kann Treppen laufen, ich wage es sogar, Männerkontakt zu haben.
Aber es fehlt noch etwas. Ich will normalgewichtig sein. Ich möchte mir endlich keine Sorgen um meinen Körper mehr machen müssen.

Mein Ziel für nächstes Jahr ist eine Ganzkörperhautstraffung. Der Kampf um die Kostenübernahme wird sicherlich wieder spannend…

Fragen zum Thema? Ich beantworte sie gern unter marika[ät]frau-dingens.de

 

Titelbild: Hope, herby_fr, CC BY-NC-SA 2.0

Beischlaf, Arzneimittel und Popularmusik – Teil 2

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Ich bin wahrlich keine passionierte Geschichtenerzählerin… mir reicht es oft, Erlebtes für mich zu behalten und mich daran zu erfreuen. Bei den paar wenigen Tour-Geschehnissen, die ich jedoch miterleben durfte, verrate ich immer mal wieder gern das ein oder andere Detail und das obwohl Regel #1 auf Tour ist: „What happens on tour, stays on tour!“ (Dt.: „Was auf Tour passiert, bleibt auf Tour!“).

In meinem ersten Teil habe ich euch vorrangig von meiner ersten Bus-Tour erzählt, aber als ich im September 2010 unterwegs war, sahen die Dinge schon etwas anders aus. Ich war dann mit einer amerikanischen und einer englischen Electro-Rock-Band in verschiedenen Städten Europas und DAS war dann so richtig spaßig, wobei es mit Sicherheit nicht nur daran lag, weil ich selbst großer Fan beider Bands war/bin und jede Minute genoss, für diese zu arbeiten und täglich ihre Konzerte sehen zu können. Es waren auch die vielen Feten, das Fußballspielen der Bands mit Fans, das lässige Arbeitsklima und die tollen Städte, die dazu beitrugen.

In dieser Zeit durfte ich außerdem einen der tollsten Menschen, denen ich je begegnet bin, kennenlernen – meinem „Merch-Buddy“, also Kollegen am Merch-Stand, mit dem ich mich auf Anhieb blendend verstand und mit dem ich bis heute eine Freundschaft hege. Hinzu kam, dass die gute Mina, bekannt als Oberhaupt dieser Seite hier, auf drei der zehn Konzerte dabei war und wir zusammen den Merch-Stand aufmischten und lachten.

In Köln beispielsweise, wo das Konzert in einem kleinen abgeranzten Club stattfand, wir aber danach auf der Partymeile der Stadt noch feiern waren. Beim Cocktail-Trinken fiel mir blöderweise auf, dass ich meinen Ausweis nicht dabei hatte. Die Türsteher vom Nebenclub, in dem der Schlagzeuger der englischen Band gleich Karaoke singen wollte, waren nicht sehr freundlich und wollten mich ohne Ausweis nicht reinlassen. Mit leicht verändertem Aussehen (Blume aus dem Haar und mit Jacke), schlich ich mich dann schließlich irgendwie an den Männern vorbei und konnte der herausragenden Performance von „Total Eclipse Of The Heart“ zusehen.

Einen Tag später in Hamburg fand ich dann meinen Ausweis im Scanner im Büro. Jetzt durfte nix mehr schief gehen – in zwei Tagen ging es auch schon nach London. Natürlich kam es anders: nach dem Konzert in Hamburg ging es auf den Kiez und mir wurde das Portmonee gestohlen. Meine Einnahmen von diesem Tag und alle Papiere waren futsch. Der Wunsch, dass dieses Malheur lieber in Köln hätte passieren sollen, war nicht klein… Zwar musste ich mit vielen Tränen und Verzweiflung kämpfen, doch wurde ich von allen Anwesenden, inklusive meinem Chef, getröstet und beruhigt. Die Betrunkenen unter uns (alle außer mir…?) machten Witze, nahmen mich in den Arm und um 6 Uhr, als der Bäcker aufmachte, bekam ich ein leckeres Kuchenstück spendiert. :D

Nach drei Stunden Schlaf wachten Mina (ja, sie war wieder dabei!) und ich bei mir zu Hause auf, um zur Polizei zu gehen, Passfotos machen zu lassen und mir einen Ersatzausweis zu besorgen.
(Das Passfoto befindet sich übrigens auf meinem Ausweis, meiner Gesundheitskarte und meinem Fitnessclub-Ausweis und spricht Bände…)

Andere arg negative Stories fallen mir so aber tatsächlich gar nicht ein. Die wenige Tourzeit, die ich hatte, war zu 90 % angenehm. Unangenehm war es vielleicht nur, als ich auf meiner ersten Tour in einem Club in Nottingham war und dort nicht nur der gesamte Backstage-Bereich in einem hässlichen, hellen Blau gestrichen war, sondern auch noch in zwei von drei Räumen die Kühlschränke kaputt waren und es stark nach muffligem Essen gerochen hat (es war Hochsommer!). Im kleinsten Raum, nämlich dem mit funktionsfähigem Kühlschrank, versammelten sich dann alle, um stehend ihr Essen zu inhalieren… länger war es dort in diesem Keller leider nicht aushaltbar.
Der Schlagzeuger der Hauptband und ich vertrieben uns in der prallen Sonne die Zeit mit Witzchen, gegenseitigem AAA-Pass-Stehlen und er erklärte mir, was eine „hoochie mama“ sei (diese Amerikaner…!). Nebenbei trafen wir dann noch eine andere amerikanische Metal-Band, die an diesem Tag außerhalb der Stadt auf einem Festival spielte. Die Welt ist so klein…

Das beste und anstrengendste Konzert dieser Tournee war das letzte, das in Budapest.
Mit meinen ungarischen Wurzeln wusste ich, dass ich jede Minute in dieser Stadt auskosten wollte.

Ich machte also die Nacht vor Ankunft in Budapest durch und kurz nachdem wir am Club ankamen, stapfte ich 7 Uhr morgens völlig planlos durch den Stadtpark Richtung der Wohnung meines Vaters. Ich wusste, dass dieser gar nicht anwesend war, aber die ganzen vertrauten Wege zu gehen, die Veränderungen der Stadt zu sehen und einheimisches Essen zu essen, war das Nonplusultra. Mein ungarisches Geld reichte Forint-genau für einen Supermarkt-Einkauf.
Auch auf dem einstündigen Rückweg verlief ich mich nicht und ich war nun super aufgeregt auf die Show, die am Abend stattfinden sollte.

Bis es soweit war, war es ein mühseliger Kampf durch Kies und über Treppen. Das Venue hatte einen schönen Garten, aber jedes einzelne Teil des Equipments musste getragen werde, da ein Schieben oder Rollen überhaupt nicht möglich war. Wieder einmal traf ich in der glühenden Mittagssonne an meine Grenzen, bevor ich im Anschluss vom Catering-Mädchen mit tollen, belegten Sandwiches versorgt wurde und wir uns im Ungarisch-Englisch-Deutsch-Mix unterhielten. Ein Sänger einer unserer ungarischen Label-Bands war ebenso anwesend und bezauberte jeden mit seiner Gastfreundschaft. Er brachte mir zum Abschied nach der Show eine ganze Tüte meines Lieblingsschokoriegels „túró rudi“ und ich konnte überglücklich Ungarn wieder verlassen.

Eineinhalb Jahre später war ich mit oben genanntem Sänger auch noch einmal auf Tour: er und seine Band bastelten mir zu meinem Geburtstag, der auch gleichzeit letzter Tourtag war, eine großartige Geburtstagskarte und widmeten mir auf der Bühne einen Song. <3

Manchmal wünsche ich mir sehr diese Zeiten zurück… Es braucht nicht zufällig jemand ein Merch-Girl? ;)

Im nächsten Teil: Touren ohne Tourbus – die Fangirls sind am Start!

 

 

Titelbild: the audience is shaking, Martin Fisch, CC BY-SA 2.0

Weihnachtskarten schnell & günstig basteln

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Ich liebe es, zu basteln, aber leider fehlt mir oft das Talent dazu. Auch jetzt zur Weihnachtszeit habe ich mich aber trotzdem dazu durchgerungen, es doch zu versuchen und die Weihnachtskarten, die ich an wenige Familienmitglieder und in Deutschland verstreute Freunde verschicken möchte, selbst zu gestalten.

Meine Karten kosten pro Stück etwa 1 EUR und sind vielleicht nicht perfekt, aber selbstgemacht und mit Liebe. :)

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Los geht’s!

1. Dekostoff zuschneiden. Ich habe mich für einen Rand von 1,5 cm jeweils rechts und links entschieden. Den Dekostoff dann mit durchsichtigem Alleskleber mittig auf die Blankokarte kleben.

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2. Tannenbaum-Schablone erstellen und ebenfalls auf die Karte kleben.

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3. Weitere Deko aufkleben. Superpraktisch: die Schneeflocken haben sogar schon Klebepunkte dran!

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4. Wer möchte, kann jetzt natürlich noch kleine Details hinzufügen – Schrift, Verzierungen, etc.
Aber das ist es sonst schon! Et voila… oder so.

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Innen folgen jetzt lediglich die individuellen Weihnachtsgrüße, mit schlichtem Füllfederhalter geschrieben. Ich habe mir allerdings überlegt, vielleicht noch ein kleines Foto von mir mit Nikolausmütze reinzukleben… also so, wie ihr Zeit und Lust habt. ;)

Wie ihr seht – meine Karte ist in 5 bis maximal 10 min selbst gemacht und ist dazu auch noch günstiger als eine Gekaufte. Einmal kurz in den Bastelladen und ihr habt die Dinge zusammen.

Und vielleicht konnte ich euch damit ja einen Anreiz geben, kurzfristig noch selbst ein paar Karten für die Lieben zu basteln und zu verschenken.

Viel Spaß!

 

Titelbild: Holzstern von Mario Spann, via Flickr, unter CC BY-SA 2.0 Lizenz

Beischlaf, Arzneimittel und Popularmusik – Teil 1

RocknRoll

Es war der 30. Mai 2009. Noch hatte keiner in den frisch bezogenen Betten geschlafen, der Kühlschrank war leer, die Toilette sauber, die Sitzecke aufgeräumt.

Als ich das erste Mal einen Tourbus betrat, ging für mich ein Traum in Erfüllung. Seit Jahren war ich davon besessen, mal einen von Innen sehen zu wollen. Aber ich war nie das „Groupie-Girl“, die erstens je von einem Bandmitglied angesprochen wurde und zweitens auch wirklich mitgegangen und somit vielleicht in Busnähe gelangt wäre. Ich war mit meinen Konzert-Freundinnen eher immer die stille Bewunderin und das war auch gut so. Denn ich wollte kein Fan sein – ich wollte mit Bands arbeiten und mittendrin dabei sein.

Mit harter Arbeit hatte ich mir dann schließlich nach meinem Abi 2008 ein Praktikum in der Musikbranche gesucht und in einer Plattenfirma für Rock- und Metalmusik gefunden. Anfang Mai 2009, mit der Planung einer vierwöchigen Tournee durch halb Europa, stand dann plötzlich fest: ich werde das erste Mal in meinem Leben auf Tour gehen und dort Merchandise verkaufen!!! So richtig konnte ich das aber erst glauben, als das Tourbuch und mein AAA-Pass mit Namen ins Büro geschickt wurden. Und selbst dann nicht richtig. Es war erst dieser 30. Mai 2009, als ich den Bus betrat, meine Schlafkoje aussuchte und meine Taschen verstaute, dass ich wusste, ich würde dabei sein. Und man, war ich aufgeregt.

Nachdem ich die Bands kennen gelernt und ich mich mit meinem Merch-Kollegen bekannt gemacht hatte, man so seine Geschichten ausgetauscht und Witzchen gerissen hatte und man ein paar Tage unterwegs war, war alles ganz easy.

Okay, easy sah anders aus, aber man gewöhnte sich an alles. An das schlechte Essen zum Beispiel (vor allem in England!). Oder die enge Bustoilette, auf der man ausschließlich immer(!) nur Pipi machen darf. Oder das Ruckeln deines „Bettes“, weil einen der Busfahrer während der Schlafenszeit von einer Stadt in die nächste kutschiert.

Woran ich mich nur schwer gewöhnen konnte, und das war natürlich auch meinem Übergewicht zu verdanken, war die scheinbar endlose Schlepperei des Musikequipments.
An den ersten Tagen hatte ich keinen Schimmer davon, dass auch ein Merch-Girl mit helfen muss und überließ den Männern das Tragen. Am dritten oder vierten Tag nahm mich dann aber mein Mentor zur Seite und verklickerte mir, dass es anders lief. Und seitdem lief der Schweiß. Der Sänger der Hauptband nannte mich, als ich mehrere Schlagzeug-Cases die Treppen in den zweiten Stock eines Clubs in Glasgow, UK hochhievte, liebevoll „Marika – Hungarian Wrestling Queen“. Ich hatte eine Menge Kraft und verdammt noch eins, die habe ich wirklich gebraucht. Aber es war ein schönes Gefühl, jeden Tag so viel zu tun zu haben und sich Herausforderungen zu stellen. Auch am Merch-Stand blieb das nicht aus. Manchmal gab es zu wenig Platz, um all seine Kisten um sich aufzustellen. Manchmal gab es keine Flächen um T-Shirts aufzuhängen. Manchmal waren es einfach so wenig Leute, dass man (fast) gar nichts verkaufte und man wie bestellt und nicht abgeholt hinter seinem Tischchen stand und dabei nicht einen Cent verdiente. Manchmal das ganze Gegenteil und man nicht wusste, wo einem der Kopf stand und wo man das ganze Geld hinstopfen sollte.

An freien Nachmittagen oder Tagen gänzlich ohne Show hatte man immer die Gelegenheit, sich die Stadt anzugucken, sinnfreie Dinge zu tun oder sein hartverdientes Geld wieder auszugeben. Ich dagegen entschied mich oft dafür, einfach am Computer zu sitzen oder Tagebuch zu schreiben. Aber auch das bereue ich nichts, denn ich habe tolle Erinnerungen gesammelt und lese sie immer wieder gern nach. So werde ich z. B. nie vergessen, wie ein betrunkener Fan mich in Deventer (Niederlande) ständig erst nach einer Umarmung, dann einem Kuss fragte, ich dies verneinte und er mich irgendwann „Bitch!“ nannte, woraufhin die Sängerin der Supportband, für die ich gearbeitet hatte, ihn verbal richtig zusammenfaltete und letztendlich sogar wegschubste (Frauenpower! <3).

Von dieser ersten Tournee bleiben glücklicherweise neben den Erinnerungen auch die oben genannten Erfahrungen mit Organisation, Zeitmanagement und dem von mir immer anstrebten Ziel, professionell zu verkaufen, sich makellos zu präsentieren und dem Fan vor allem am Merch ganz viel Aufmerksamkeit und Freude zu schenken.
Und als ich 2010 auf Tour war, hatte sich schon vieles geändert. Ich war fitter und viel selbstbewusster, ich wusste die genauen Abläufe des Tages, ich konnte mich besser strukturieren und damit auch besser mich und mein Band-Merchandise verkaufen.

Aber mit der Erfahrung, kam auch die Freiheit, sich auch mal mit anderen Dingen zu beschäftigen… was zu ganz viel Spaß und manchmal auch zu Tränen führte.

 

Lest in den kommenden Teilen: welche „Regeln“ es auf Tour gibt, was im Tourbus alles so passieren kann und warum es manchmal gar nicht so schlecht wäre, seinen Ausweis zu vergessen.

Halloween-Kostüme: Serien Edition

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Ich, als selbst ernannter Halloween-Superfan, hatte nie ein Problem ein Kostüm zu finden, egal ob Sally aus Nightmare before Christmas, Edward mit den Scherenhänden oder Zombienonne – alles wurde selbstgemacht. Mir ist jedoch klar, dass nicht jeder so viel Spaß an der Bastelei hat wie ich und so möchte ich kurz ein paar Ideen für Kostüme geben, die ihr fertig kaufen könnt und welche ihr so wahrscheinlich nicht auf jeder Party sehen werdet. Es geht nämlich um Serien – in diesem Fall Breaking Bad und American Horror Story.

Das Titelbild hat’s bereits verraten, Walter White aus Breaking Bad ist ein ziemlich einfaches Kostüm, das man zwar auch kaufen kann, jedoch auch mit ein paar Handgriffen selbst gemacht ist. Gelber Maleroverall, Bart ankleben (sofern ihr keinen habt natürlich, alles andere würde wohl albern aussehen), günstige Brille vom Drogeriemarkt, blaue Dekosteine von Mama klauen und in ein Plastiktütchen füllen und fertig. Wer eine zur Hand hat (sprich: einen Maler oder Lackierer kennt), setzt noch eine Gasmaske auf. Tada.


 

AHS
© FX Networks

Für die Damen gibt es natürlich auch ein herrlich fieses Serien-Kostüm. Die weiße Nonne aus der AHS-Werbekampagne kam zwar nicht in der Serie vor, ist jedoch vielen ein Begriff und sieht auch ohne Kontext unglaublich gut aus. Halloween.de hat eine wunderbare Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu verfasst, welche zu einem meiner Meinung nach verblüffenden Ergebnis führt. Neben dem weißen Nonnenkostüm ist eigentlich alles was ihr braucht weiße Theaterschminke (momentan so gut wie in jedem Drogeriemarkt erhältlich), das gleiche nochmal in Schwarz und aus der Tube, welche ihr ein wenig Wasser verdünnt. Wer noch ein wenig Hilfe braucht, auf youtube gibt es auch noch einige gute Tutorials dazu.

Des Weiteren gibt es hier sogar noch mehr Ideen zur Serie, aus so gut wie jeder Staffel und alle nicht sonderlich schwer umzusetzen, okay, bis auf den Latex-Anzug vielleicht. Und hey, die neue Staffel Freak Show ist ein einziges Kostüm-Fest. Da geht so ziemlich alles.

Habt ihr vielleicht noch weitere Ideen für serienbezogene Halloween-Kostüme? Immer rein damit in die Kommentare!

 

Titelbild: „Heisenberg Halloween“ von Michael Dorausch, via Flickr, unter CC BY-SA 2.0 Lizenz.

Weihnachten, Fest der Selbstliebe.

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Die Merci-Werbung ist der Feind. Glückliche Menschen fallen sich in die Arme, endlich vereint, endlich geliebt, über das Geschenk einer Packung plastikverpackter Schokolade hinweg. Dazu diese Musik. „Merci, dass es dich gibt“ trällert sie, während der Werbespot dir eine glühende Klinge in den Körper sticht, in die Nähe des Brustbeins, genau zwischen Herz und Magen. Die Weihnachtsdepression, pünktlich zum „Fest der Liebe“, sie ist wieder da wie die entfernte Verwandtschaft am zweiten Weihnachtstag.

Nicht jede_r wird einen Bezug zu diesem Text herstellen können. Das ist okay. Für euch ist Weihnachten eine schöne Zeit, schmerzfrei, höchstens etwas stressig und gegebenenfalls nervig. Ihr seht eure Familie, oder nicht, habt eine eigene, oder nicht, und seid mit jeder Variante glücklich. Aber dieser Text ist für die Anderen. Für die, bei denen manche Weihnachtslieder Flashbacks an zerstrittene Eltern, schweigende Festessen, Einsamkeit oder Verzweiflung hochholen. Für die, die sich so sehr nach dieser Weihnachtsillusion sehnen, und sich dafür hassen, weil sie so unerreichbar scheint. Für die, denen bei einer blöden Werbung eine Träne über die Wange kullert. Für euch ist dieser Text.

Vorab: nicht für jede_n wird was dabei sein. Die Ideen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder darauf, dass sie für alle alles verbessern. Aber ich glaube, zum Jahresende haben wir uns alle ein bisschen Selfcare und Selbstschutz verdient. Und sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, rauszufinden, was helfen könnte, ist schon mehr, als wir uns im Alltag oft gönnen. Wo das gesagt ist: los geht’s.

Was Gut tut identifizieren

Zwei Wochen vor Weihnachten dürften wir alle mittlerweile unseren guten Teil Last Christmas, Menschenmassen in Einkaufszentren und anstrengende Werbung hinter uns haben. Geschenke besorgen oder basteln kostet Zeit und oft auch Nerven. Die Aussicht auf die Feiertage allein oder mit der Familie ist im besten Fall schwierig, im schlimmsten löst sie Herzrasen aus. Umso wichtiger, dass wir unsere Ressourcen dahingehend stärken, schöne Dinge zu finden und uns mit ihnen zu umgeben. Im Folgenden eine unvollständige Liste mit Dingen, die mir helfen, die Advents- und Weihnachtszeit zu genießen:

Lichterketten & Kerzen ftw.

Warmes Licht vermittelt Geborgenheit, sieht hübsch aus und beruhigt ungemein. Die Winterzeit ist ideal, um auch mal mit indirekten Lichtquellen zu übertreiben. Ich bin ohnehin ein Fan von Kerzen das ganze Jahr über, und umso mehr in der Winterzeit. Wer Lust hat, bastelt sich einen Adventskranz oder arrangiert sich Teelichter mit Tannenzapfen und Tannenzweigen. Kleinere Lampen geben noch zusätzliches Licht, ohne übertrieben hell zu sein. Dazu eine Kuscheldecke – kann auch die Bettdecke sein – und ab auf die Couch. Aber auch, wenn ich unterwegs bin, versuche ich die geschmückten Plätze, Laternen und Geschäfte zu genießen. Ich mag das schöne Licht, wie alles glitzert und gleich viel edler aussieht. Dazu passt: ein schönes Buch, ein Film, Heißgetränke & gutes Essen.

Wärme

Ich hab zu lange gebraucht um zu verstehen, dass wenn mir kalt ist, ich etwas dagegen tun kann. Zu viele Winter auf dem Sofa gefroren, zu viele Male mit kalten Füßen rumgelaufen, die gleich auf alles andere ausgestrahlt haben. Bei den derzeitigen Heizkosten ist nicht für jede_n Durchheizen eine valide Option, und umso mehr möchte ich die Investition von guten Pantoffeln (alternativ ein paar dicke Socken, die über die normalen gezogen werden, vielleicht ja mit Anti-Rutsch-Noppen aus der Kinderzeit) hervorheben. Pantoffeln, Decken (zur Not zwei), Mützen und Handschuhe. Letztere kann man mit etwas Talent und/oder Mühe auch selbst stricken, was übrigens auch eine schöne Auszeit für die Couch sein kann. Sich selbst warm halten gibt ein ganz eigenes Gefühl von Geborgenheit. Dazu passt: Kerzen, Heißgetränke, ein Bad nehmen.

(Selbst)Liebe geht durch den Magen

Zeit für sich nehmen muss nicht unbedingt immer mit Basteln oder Lesen zusammenhängen. Und wenn die Gedanken rennen hilft es mir auch oft, einfach etwas zu machen, wo ich Anleitungen Schritt für Schritt befolgen kann, und dabei Spaß habe: Kochen. Backen. Sich selbst einen heißen Kakao machen, billige Schlagsahne aus der Sprühdose kaufen und drauf packen. Kakaopulver drauf rieseln. Eine große Tasse Tee aufgießen. Kandiszucker dazu tun. Kinderpunsch aufwärmen. Brot backen. Suppen kochen. Reste einfrieren, wenn man alleine ist.

Manchmal hat man keine Kraft, großartig zu backen oder zu kochen. Oder kein Geld. Oder keine Zeit. Aber auch dann kann man sich was gutes tun: Kerzen auf den Tisch. Den Tisch leer räumen, damit es schöner aussieht. Oder auf der Couch unter der Decke essen und dabei lesen, Serien oder Filme gucken. Musik hören. Schöne Servietten kaufen. Dazu passt: Freundinnen einladen, zusammen kochen oder backen, Glühwein trinken gehen, Wärme, neues Ausprobieren. 

Menschen

Auch wenn die Adventszeit die Zeit ist, bei der ich am schnellsten soziophob werde: Menschen tuen gut. Lieblingsmenschen natürlich, keine schlecht gelaunten Stresser aus dem Kaufhaus. Gemeinsam lassen sich viele Dinge einfacher ertragen, sogar die Feiertage. Gerade, wenn man die Familie nicht sehen möchte, tut es gut, Freund_innen zu besuchen. Und wenn es an den Feiertagen nur zum Frühstück ist: die Tageszeit, die meist noch nicht komplett durch die Familie verplant ist. Bei all den wunschlos glücklichen Ideal-Familienbildern, die auf uns in der Weihnachtszeit überall einprasseln, reißen alte Wunden umso schneller auf. Sich mit den Lieblingsmenschen unter der Woche zum Zocken verabreden oder gemeinsam Godzilla gucken kann da den nötigen Abstand vermitteln. Und auch alleine zu backen fühlt sich weniger sinnlos an, wenn man Plätzchen verschenken kann. Vielleicht könnt ihr sogar Weihnachten zusammen feiern oder eine Weihnachtsfeier machen, ohne blöde Kolleg_innen oder Familie. Dazu passt: Spaziergänge, Filme, Serien, Alles andere.

Flucht nach Vorne

Es ist kalt, ätzend, meh? Im Fernsehn gibt’s nur Trigger und niemand hat Zeit? Ab nach draußen. Lieblingsmusik auf die Ohren, oder ein Hörbuch. Dick einpacken, notfalls mehrere Pullover übereinander, und raus. Wenn es schneit: raus und alles aufsaugen. Wie ein Schutzfilm aus pulveriger Watte. Wenn es nicht schneit: raus. Eichhörnchen beobachten. Lichterketten beim Glitzern zusehen. Die kleinen Dinge genießen. Headset rein und Lieblingsmenschen anrufen, dabei durch die Stadt laufen. Vielleicht zu einem Café schlendern, sich ein Stück Kuchen gönnen. Oder einen riesigen Milchkaffee. Oder beides. Rumschlendern und Fotos machen. Weihnachtsmärkte von Montag bis Donnerstag genießen, wenn sich nicht alle dort drängen. Dazu passt: Wärme, Neues Ausprobieren, Besorgungen mit schönem verbinden.

Traditionen selbst schaffen

Weihnacht lebt von Traditionen. Bräuchen. Gebräuchen. Umso schlimmer, wenn man sich mit nichts davon identifizieren kann. Deswegen: warum nicht selbst etwas erschaffen? Ein jährliches Weihnachtskaraoke mit Lieblingsmenschen? Sich am Nikolaustag selbst etwas gönnen? Weihnachtskarten verschicken? Zur Adventszeit ein neues Buch lesen? Bücher unter Freund_innen verwichteln, statt Schrott? An Weihnachten alle Herr der Ringe Filme hintereinander gucken und so alles ausblenden? Jedes Jahr an einem Tag groß kochen? Einen Baumkuchen backen und die letzte Woche vor Weihnachten nur noch von Baumkuchen leben? Dazu passt: Menschen, Kochen, Backen, Basteln, Schenken, Anti-Weihnachten.

Anti-Weihnachten

Gar kein Bock auf Weihnachten? Also, so Null? Vermeidungsstrategien funktionieren auch: den unweihnachlichsten Bildschirmhintergrund einstellen. Nicht mal den Grinch. Vielleicht einen Strand. Serien gucken oder neue anfangen (z.B. Hannibal. Masters of Sex. Scandal. Sleepy Hollow.) Die Rambo-Reihe durchgucken. Science Fiction lesen. Das Fernsehprogramm nach unweihnachtlichen Angeboten durchforsten. Eine Biographie lesen, vielleicht von Menschen, die man bewundert. Chipstep oder Death Metal Musiklisten auf Spotify abonnieren. Oder selber welche erstellen und frei geben. Mit Lieblingsmenschen grinchen. Nachos überbacken statt Plätzchen zu backen. Dazu passt: auch alles andere, bis auf die Weihnachtsmärkte.

Resterampe

Es gibt noch viele andere Dinge, die helfen können. Manchmal muss man einfach ein bisschen rumprobieren, was gut tut, und was nicht. Wichtig: sich selbst gönnen. Sich selbst verzeihen. Schmerz ist menschlich, Wut ist menschlich, kein Bock auf nix haben ist menschlich.

Hier noch ein paar andere Ideen:

  • Musik hören. Viel. Neue. Alte. Listen erstellen. Abonnieren.
  • Ausschlafen.
  • Schneeballschlachten und Schneemenschen bauen.
  • Sich selbst etwas gönnen/schenken.
  • die Waage in den Keller stellen.
  • Stricken, Häkeln, Sticken lernen.
  • Einen Quilt machen.
  • Fotos aus dem Jahr angucken, in Erinnerungen schwelgen.
  • Die Pinguindoku der ARD nachgucken.
  • Tierdokus allgemein.
  • Sinnlose Trashfilme gucken, z.B. die Mondverschwörung.
  • Überlegen, was schön war, und warum es schön war. Das öfter tun.

Ich hoffe, dass zumindest ein bisschen was dabei war. Ich weiß, viele Dinge sind eigentlich No-Brainer, und wir tun sie dann doch oft nicht. Sagt mir gerne auf Twitter, ob euch was geholfen hat! Bis dahin macht euch immer bewusst: auch diese Zeit geht wieder vorbei.

Kommt gut durch die Tage! <3

Merkel-Schröder: Maskulinismus wichtig für unsere Gesellschaft

Zum Internationalen Heute-Mal-Nicht-Männer-Tag betont Kanzlerin Merkel die Rolle Maskulinistischer Strömungen in der Gesellschaft. „Männer waren schon immer das Fundament unseres Lebens, genauso wie die Säulen unserer Wirtschaft und das Dach unserer gläsernen Decke. Wir können sie nicht oft genug loben.“ Gerade am heutigen Heute-Mal-Nicht-Männer-Tag sei es von besonderer Bedeutung, die Stellung des Mannes hervor zu heben, damit männliche Führungskräfte nicht auf die Idee kämen, ein anderes Geschlecht zu berücksichtigen.

Anti-Feminismus Ministerin Schröder ergänzt: „Mittel wie die Quote oder Geschlechtergleiche Bezahlung sind gefährliche Ideen, die Frauen weg vom Herd locken.“ Männer müssten so einen Teil ihrer Macht abgeben. „Das kann nun wirklich niemand wollen“, so Schröder. Aktuelle objektive wissenschaftliche Beiträge von renommierten Autoren wie Fleischhauer zeigen die Relevanz des Merkel-Schröder’schen Vorstoßes auf. In großer Sorge sei Fleischhauer, in angesichts von Bewegungen der unterpriveligierten, minder mächtigen Gruppen wie Frauen. Es könne doch nicht sein, dass er am Ende noch reflektieren müsse und Arbeit in seine Artikel stecken müsse, wie es so viele Frauen tun würden, so der Autor weiter.

Aber auch in vielen Städten wird der Maskulinismus heute gefeiert. So verteilen viele Parteien heute Rosen an Frauen, um ihnen zu zeigen, dass sie nicht mehr als Dekoration und Zierde in dieser Gesellschaft sind. „Das funktioniert super“, so ein Maskulinist. „Die Rosen wecken die Ur-Instinkte von Frauen, die Wohung zu dekorieren und sich um den Haushalt zu kümmern.“

O2 Mafia oder auch: Telekommunikationsanbieter sind die neuen Drückerkolonnen

Es war einmal vor langer Zeit… da zog ich nach Hamburg und brauchte einen Internetanschluss. Etwas, das man monatlich kündigen kann – ja, Alice, super! Vertrag geschlossen, und einen Receiver fürs Fernsehen gleich dazu, der hatte zwar 2 Jahre Laufzeit, aber okay.

Zwei Jahre später. Ich ziehe um. In den Nebenkosten und im Mietvertrag ist ein Multimedia- und Breitbandanschluss enthalten. Alter Vertrag bei Alice, das inzwischen O2 ist, kann also nicht mitgenommen werden. Was tun?

Ein Anruf bei der Hotline bringt mir laut Mitarbeiterin die Erkenntnis, dass ich per Mail die Dokumente einscannen soll und sonder kündigen kann. Vor Zeugen, wohlgemerkt. Gesagt, getan. Das war am 18. Januar. Zum 1. Februar begann der Mietvertrag in der neuen Wohnung.

Ein paar Wochen lang hörte ich nichts, also informierte ich O2 vorsichtshalber darüber, dass ich ihnen die Lastschrift-Einzugs-Berechtigung entziehe. Ein Wunder – sie meldeten sich – aber nur, um mich zu informieren, dass eine Kündigung per Mail nicht rechtens wäre. Uhm. Ein kurzer Check im Portal von O2 – und meine „normale“ Kündigungsfrist hatte sich magisch verlängert, vom 13. Februar auf den 20. Februar.

Eine endlos Kette an Mails begann. Auf Twitter bekam ich auch keine vernünftige Antwort – denn Fakt ist

  • eine Kündigung kann grundsätzlich formlos erfolgen
  • selbst wenn die AGB das anders regeln überschreibt eine mündliche Absprache mit einer Angestellten diese Regelungen

Es wäre ja noch irgendwie minimal weniger frustrierend, wenn mal auf einen der Punkte eingegangen werden würde. Stattdessen zieht sich O2 auf die Position „Mafia-Methoden“ zurück und schreibt immer wieder, dass die Kündigung ungültig sei. Zur Krönung bekam ich am Samstag dann noch die Nachricht, dass sich mein Vertrag jetzt automatisch um ein Jahr verlängert hätte.

HÄ?

Also, ich hab ja schon einiges mit Telekommunikationsanbietern erlebt. Letztes Jahr war ich wirklich gefrustet mit T-Mobile. Aber dort hatte ich wenigstens das Gefühl, dass wir halbwegs konstruktiv auch über Inhalte gesprochen haben, und es konnte am Ende sogar zu beider Seiten Zufriedenheit gelöst werden (hab sogar eine Gutschrift bekommen und da ging es wohlgemerkt um etwas, das über ein Jahr zurück lag, nicht wie jetzt nur einen Monat). Bei O2 wird jetzt seit Wochen versucht, mich immer weiter einzuschüchtern, einfach auf nichts zu antworten, alles so zu verzögern, dass man alle Fristen verpasst, und sich dann gemütlich zurück zu lehnen. Zwischendurch hieß es sogar mal, dass meine Ursprungsemail nie angekommen wäre, trotz Empfangsbestätigung.

Das sind Drückermethoden.

Ich mache mir jetzt für nächste Woche einen Termin bei der Verbraucherzentrale. Habt ihr ähnliches erlebt? Bitte melden, dann nehm ich das gesammelt mit.

Oh, O2 hat mir eine neue Email geschickt.