Gedacht

Ich bin eine Quotenfrau.

zähnezeigenHi. Ich bin Yasmina Banaszczuk, auch Mina genannt, und ich bin eine Quotenfrau.

Als ich mit 18 meine duale Ausbildung anfing, war ich Quotenfrau – eine von zehn Frauen bei 20 Auszubildenden. Ich studierte hart, machte eine sehr gute Ausbildung, ging ins Ausland. Als ich nach 16 Monaten Studium in Madrid zurück ins Unternehmen kam, war ich überdurchschnittlich gut ausgebildet, hatte bereits Berufserfahrung mit viel Lob der Abteilungen, drei Abschlüsse und sprach zwei Fremdsprachen. Ich war keine Quotenfrau mehr. Ich war top qualifiziert und allein auf meine Fähigkeiten und Leistungen gestellt.

Laut den zwölf privilegierten Frauen, die sich diese Woche vom Focus für eine Kampagne gegen die Frauenquote instrumentalisieren ließen, kann jede gut ausgebildete Frau Karriere machen – wenn sie es denn will. Ja. Ich wollte es. Sehr.

Doch während meine männlichen Kollegen mit reichlich Vorschusslorbeeren nach ihrem Masterstudium auf Projektleiterstellen kamen, ins prestigereiche Ausland versetzt wurden oder gar von Headhuntern abgeworben wurden, kamen die meisten Frauen zurück auf durchschnittliche Stellen, bereit, sich ihr Standing erst mühsam zu erarbeiten. Ich suchte mir selbst meine Wege, wechselte, biss mich durch.

“Machen Sie sich schon mal drauf gefasst, dass Sie gleich im Meeting von allen zerrissen werden. Sie als Frau werden sich da eh nicht behaupten können.”
“Mir gefällt ihr Konzept. Aber ich würde mich sicherer fühlen, wenn Ihr Vorgesetzter mich dazu mal zurück ruft – nein, nicht ihre Teamleiterin. Der Chef. Herr XYZ.”
“Sie dürfen das nicht so persönlich nehmen – das ist hier eben eine Männerabteilung.”

Lange lange Zeit hab ich solche Sprüche an mir fest gemacht. An mir persönlich. Schließlich war das kein offener Sexismus wie ich ihn noch aus der Ausbildung kannte (ein Kollege fragte mich einmal offen, ob ich “unten rasiert” sei), sondern versteckte Diskriminierung, mit dem zu Grunde liegenden Bild, als Frau wäre ich weniger gut, weniger geeignet, emotionaler, zickiger, usw., usf. Ich hab mir den Kopf so oft an der gläsernen Decke gestoßen, dass ich es nicht mehr zählen kann.

Ich weiß was ich kann. Als Mann müsste ich das auch nicht immer beweisen.

Mittlerweile arbeite ich woanders und promoviere. Innerhalb der Partei konnte ich mit auf den Buko fahren, und bin in unserem Kreisvorstand der Jusos – als Quotenfrau. Ich habe viel gelernt und bin einen langen Weg des Verstehens und der Reflektion gekommen, seit ich vor zwei Jahren gegen eine Quote rantete, ähnlich wie die Damen im Focus. Die Fakten lassen sich jedoch nicht leugnen: strukturelle Diskriminierung lässt sich am besten durch institutionalisierte Mittel bekämpfen. Die Frauenquote ist eines davon.

Ich habe aufgehört, mich von einer Männer-dominierten Machtelite in die Ecke drängen zu lassen. Ihr wollt mich als Quotilde bezeichnen? Okay. Dann erlaubt mir im Gegenzug euch als Buddys zu bezeichnen – eben all diese Kollegen, die ihre Stelle nur durch ihre Fußball-, Golf- und Kneipenbuddys haben. Fakt ist – ich bin da, und ich gehe nicht weg, und weil ich eine Stelle durch eine Quote bekommen habe macht mich das nicht weniger qualifiziert, weniger gut, weniger ehrgeizig. Es gleicht einfach einen Manko aus, der nicht an mir, sondern an der Gesellschaft liegt.

Ich bin eine Quotenfrau. Und ich habe kein Problem damit, bei den Beißreflexen gegen die Quote die Zähne zu zeigen.

  • http://kaffeeringe.de kaffeeringe

    Christian Soeder hat das mal ganz schön formuliert: “Quote, ja bitte! Quotenfrau, aber klar doch! Seid mutig, seid gierig, seid frech!” — http://politcamp.org/pradikat-quotenfrau/662/

    • Mina

      Jaaaa, den Artikel hab ich eben gesucht, aber nicht gefunden. Perfekt, danke :)

  • CS

    Diese bösen bösen Männer. Schön wenn ein Feindbild noch funktioniert. Danke an die Herren, welche diese aufrechterhalten und danke an die Frauen, welche diese dankbar annehmen. So wird das was werden.

    • Mina

      Was für ein Feindbild? Es geht nicht darum, Männer herab zu setzen, sondern Frauen auf Augenhöhe zu stellen – was Chancen angeht.

    • http://kaffeeringe.de kaffeeringe

      “Privilege is Invisible to those who have it” – Michael Kimmel

      • CS

        Als männerliebener Mann durfte ich mich die ersten paar Jahre sogar noch verstecken, weil es illigal war. In den 80er Jahren die Debatte um die Kennzeichnung von Schwulen miterleben und die Ausgrenzung im Zusammenhang mit AIDS. Mein Leben lang die Blicke und Ressentiment ertragen und erdulden. Ich war besser qualifiziert und habe im Zweifel länger gearbeitet, anstatt mit allen nach Feierabend einen saufen zu gehen. Wenn ich mich nicht (mehr) versteckt habe, dann war ganz schnell Ende in der Karriereleiter. Ich habe genau erlebt was es bedeutet ausgegrenzt zu werden! Eine Quote hätte daran nichts verändern. Ich habe die Leute um mich herum immer als Menschen wahrgenommen. Eine Quote für gute Menschen wird es nie geben (können). Nur aufgrund der Gene einen Vorteil zu bekommen oder genommen zu bekommen, halte ich für eine sehr gefährliche Sache, das Gedankengut hatten wir schon einmal…

        • karlotta

          Du kannst echt bei jedem Artikel pro Quote die Sekunden zählen, bis der erste mit irgendeinem abstrusen Nazi-Vergleich kommt…

      • pika

        ^THIS! a hundred times THIS!

  • http://www.mauerunkraut.bd4u.de mauerunkraut

    Endlich mal jemand der zeigt, wie es im Berufsleben tatsächlich abläuft. Für eine Frau. Ich wünschte wirklich, die Quote wäre unnötig, aber leider muss eine Frau noch immer 140 % geben um einem männlichen Kollegen gleichgestellt sein zu können.
    Nur leider machen sich Kolleginnen untereinander schon das Leben schwer, wurde neulich erst als ich ein paar Dinge die schief laufen angeprangert habe erst von einer Kollegin nach meiner Periode gefragt -.-!

  • https://tumelum.de/blog/ Sven Thomsen

    Guter Text.

    Ich stimme

    “strukturelle Diskriminierung lässt sich am besten durch institutionalisierte Mittel bekämpfen.”

    zu.

  • http://ennolenze.de Enno Lenze

    Nicht neu, aber weiterhin übel. Danke für den Artikel! :)

  • Alex【ツ】Belze

    Quote,

    sie verändert doch nur einen Teil und kaschiert dabei die Ursachen der Sympthome.

    Was wird eine Quote im Topmanagment gesellschaftlich ändern ?

    Das Mädchen und Jungen Stereotypen verschwinden – das Mädchen wie Jungen auf gleiche Weise gefördert werden ?

    Wird es deshalb mehr KFZ- Mechanikerin geben weil bei VW im Managment die Hälfte Frauen sind ?

    Nein, selbst wenn man eine Quote für KFZ- Mechanikerinnen einführt – sie wäre nicht zu erfüllen, den sie würde nicht zu einem erhöhten Interesse führen.

    Wir sollten die Gesellschaft versuchen zu ändern, Stereotypen abbauen.

    Das alles schafft eine Quote für Leute die über der Glasdecke sein wollen nicht.
    Sie kaschiert nur das Problem – aber ist nicht die Lösung.

    • NAT+

      Wahrscheinlich nicht mehr KFZ-Mechanikerinnen, aber sicherlich mehr Designerinnen, Managerinnen, Teamleiterinnen, Abteilungsleiterinnen etc.

  • Nur ‘n Kerl

    Bestimmt alles aus Deiner Sicht richtig. Ich versteh es trotzdem nicht.

    1. Was hat eine staatlich verordnete Frauenquote für Aufsichtsräte damit zu tun, ob Du Projektleiterin wirst? Genau das funktioniert in Norwegen doch auch nicht. Die Frauen in den Aufsichtsräten agieren da nicht anders als die Männer. Marit Hoel vom “Center for Corporate Diversity” (CCD) in Oslo behauptet inzwischen sogar: “In Unternehmen, für die unsere Frauenquote nicht gilt, steigt der Anteil von weiblichen Vorstandskräften stärker als in denen mit der 40-Prozent-Quote im Aufsichtsräten.”

    Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Aber die schöne Logik, dass mehr Frauen an der Konzernspitze automatisch zu Chancengerechtigkeit auf den anderen Führungsebenen führt, ist bis jetzt durch nichts nachgewiesen. Woher also dieser Glauben?

    2. Warum unterstellst Du denjenigen Frauen, die sich gegen eine staatlich vorgegebene starre Frauenquote aussprechen, sie würden sich instrumentalisieren lassen? Weil sie nicht deiner Meinung sind, sind sie folglich fremdbestimmt? Nur Frauen, die für die Einheitsquote sind, sind gute Frauen? Versteh mich nicht falsch, aber überspitzt: Ob sich Frauen nun von Männern vorschreiben lassen, was sie zu denken haben, oder von anderen Frauen – Emanzipatorisch finde ich beides nicht.

    3. Warum wird in dieser Debatte immer alles durcheinander gewürfelt? “Quote” ist eben nicht gleich “Quote”. Die Jusos haben sich (wie andere auch) selbst eine Quote gegeben, das ist keine staatlich vorgegebene. Ganz böse: Das ist eine freiwillige Selbstverpflichtung. Sie funktioniert? Cool! Genau darum geht es ja auch in der politischen Debatte: Soll der Gesetzgeber eine einheitliche starre Quote festlegen oder sollen die Unternehmen verpflichtet werden, sich – wie die Jusos – selbst eine Quote zu geben.

    tl;dr Eine staatlich vorgegebene Frauenquote hätte an Deiner Geschichte leider gar nichts geändert.

  • http://twitter.com/jozze_w Jozze

    Ein sehr aufschlussreicher Beitrag.
    Ich bin ja als gleichberechtigt aufgewachsener schon immer eher innerlich gegen eine Quotenregelung gewesen, weil das für mich keine Gleichstellung sondern Bevorzugung ist. Fakt ist aber, dass das selbst heute mich ein wichtiges Mittel ist, um diese alt-eingesessenen Strukturen aufzubrechen.
    Danke, dass du hier ein gutes Beispiel gibst, warum eine Quote noch immer nötig ist. Ich hoffe dass dies in näherer Zukunft nicht mehr nötig sein wird und man sich auch auf dieser Ebene gleichberechtigt gegenüber treten kann.

    @mauerunkraut: sowas hab ich auch schon oft von Kolleginnen in der Berufsschule gehört. Ich denke mal, dass das zu einem gewissen Teil auch damit zusammenhängt, dass viele Frauen lieber versuchen sich einzugliedern, als Kolleginnen zu unterstützen, da sie es auch so schon schwer genug haben.
    Würde es für mich zumindest um einiges verständlicher machen…

  • Kayoyo

    Aus dem Artikel geht nicht hervor ob Ihre männlichen Kollegen nicht einfach besser qualifiziert waren als Sie.

    • Mina

      Da wir alle dieselbe Ausbildung durchlaufen haben – nein.

      • Kayoyo

        Die gleiche Ausbildung durchlaufen zu haben bedeutet ja noch lange nicht, dass auch das Ergebnis, bzw. die Fähigkeiten am Ende die gleichen sind.

        • Mina

          Ich war genauso gut, wenn in einigen Fällen sogar nicht besser, qualifiziert.

          • T.

            Dieses Buddy-Ding halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Ich kann mor gut vorstellen, dass Beförderungen manchmal an den Kumpel aus der Kneipe gegeben werden, weil man ihn für sozial komptenter hält als die Person, die den ganzen Tag ackert. Und diese Person ist häufig wohl eine Frau, weil sie glaubt, sich viel mehr beweisen zu müssen.
            Hab ich diesen Gedanken so formuliert, dass man ihn verstehen kann? :D

          • Mina

            Ja, und als jemand, die seit >2 Jahren zu Netzwerken forscht kann ich dir sagen, dass “dieses Buddy-Ding” vielfach belegt und nachgewiesen ist. :)

  • http://lauradornheim.de Laura

    Kann ich Dich heiraten??
    Danke für den Post!!

  • Pingback: Quoten – oder ich revidiere mich | Ankaeskes

  • SvenR

    Ja. Nein. Natürlich werden auch Frauen diskriminiert. Aber auch Schwule, Kleine, Dicke oder Hässliche. Oder welche mit eigener Meinung. Orientale oder Rothaarige. Oder welche ohne Haare oder mit Bart. Die in der falschen Partei sind. Usw. Usf.

    Mein Kollege ist genauso alt wie ich, schlechter qualifiziert als ich, hat weniger Berufserfahrung und seine Projekte waren nicht so erfolgreich wie meine. Trotzdem ist er befördert worden. Ich weiß jetzt nicht, ob es daran liegt, dass er größer und schlanker ist als ich, oder dass er mit dem Chef in der Firmenfußballmannschft kickt oder er so ein unerträglicher Schleimer ist.

    Meine Kollegin ist eine Chaotin, kriegt nichts allein auf die Reihe, alle müssen ihr immer zuarbeiten, keiner hat eine so schlechte Kosten-Nutzen-Bilanz wie sie. Trotzdem ist sie befördert worden. Ich weiß jetzt nicht, ob es daran liegt, dass sie besser aussieht als ich, oder dass sie ein “von” im Namen hat, oder dass sie von der Frauenquote profitiert, die es bei uns im Unternehmen gibt oder weil sie die Tochter von einem der Unternehmensgründer ist.

    Ich könnte das beliebig fortsetzen.

    • Mina

      Weil das hier öfter kam:
      Geschlechterdiskriminierung hat andere Ursprünge als Präferenzen bei sexueller Orientierung, körperlichen Merkmalen oder Alter. Die Vergleiche hinken also gewaltig.
      Einzelfälle (fast jede_r kennt jemanden, der/die unfair befördert oder nicht befördert worden ist) lassen aber keinen Rückschluss auf verallgemeinernde Ansätze zu. In der Geschlechterforschung gibt es dagegen seit Jahrzehnten Studien, die sich objektiv und wissenschaftlich mit Ursprüngen, Wirkungen, Instrumenten befassen. Anstatt also zu versuchen, ein wissenschaftlich herleitbares Instrument durch persönliche Erfahrungsgeschichten zu diskreditieren, sollte man sich mit den konkreten Strukturen und Systemen auseinander setzen.
      Kurz: zwei Schritte weiter denken.

      • CS

        Ich hoffe einfach mal, dass du in deinem Job nicht auch so herablassend warst. Meine Lebenserfahrung lässt mich im Zweifel eher diese Theorie unterstützen, https://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2006/09/27/a0142 als deine Statistiken.

        • Mina

          Herablassend? Ich antworte hier ganz sachlich. Und mach dir mal keine Gedanken um meinen Job. Das passt schon.
          Statistiken? Ich hab hier keine einzige Statistik gepostet, aber gut…. lassen wir das :)

      • pika

        “Geschlechterdiskriminierung hat andere Ursprünge als Präferenzen bei sexueller Orientierung,”
        das würde ich doch sehr stark bezweifeln! vorurteile ggü sexueller orientierung sind sehr stark verwoben mit vorstellungen über geschlecht/gender.

        • Mina

          Es ging mir eher auch darum, dass Geschlecht eindeutig zuordnenbar ist (mind über den gesetzlich eindeutigen Vornamen in DE), sex. Orientierung sieht man jmd dagegen nicht an.

          • Sissi

            Das mit dem Namen ist auch ein Trugschluss … nur weil ich einen männlichen Namen führe und einen männlichen Körper bewohne, bedeutet das noch lange nicht, dass ich mich auch als männlich empfinde.

            Allerdings ist mir natürlich auch klar, dass es sehr schwierig ist, der Gesellschaft das männlich/weiblich auszutreiben, erst recht, das binäre Geschlechtssystem zu erweitern.
            Selbst genetisch ist eine Geschlechtszuordnung nicht immer einfach. Wenn man nicht einfach stumpf Y-Chromosom ja/nein differenziert, hat man u.a. beim Klinefelter-Syndrom mit XXY, XXXY, XXXXY ein Problem. Ist dann das eine männliche oder der überwiegende weibliche Anteil entscheidend?

          • Mina

            Sexuelle Identifizierung ist natürlich noch einmal etwas anderes – es ging jedoch um sexuelle Orientierung.

  • Pingback: Prädikat Quotenfrau @ Saakje Daheim

  • http://jensscholz.com Jens

    Ich frage die Leute, die gegen Quoten anargumentieren ja immer gerne, ob sie das vielleicht deshalb tun, weil sie selbst bei einer Quote, in der sie eigentlich mit 60% noch immer bevorzugt werden keine Chance mehr auf einen guten Job mehr hätten. “In the role playing game known as The Real World, “Straight White Male” is the lowest difficulty setting there is.” (http://bit.ly/JZJYMv)

    • http://anneschuessler.com Anne

      Diese Analogie von Scalzi führe ich auch immer gerne an, weil sie meiner Ansicht nach gut passt und das Problem ganz anschaulich beschreibt. Es geht ja gar nicht darum, dass man es als weißer heterosexueller Mann nie schwer hat und nicht auch Opfer von Ungerechtigkeiten werden kann, sondern dass das Grundsetting eben das “einfachste” ist. Aber Scalzi hat dafür ja auch ganz schön was auf den Deckel bekommen mit viele Mimimi und Tammtamm.

    • muffinmuffin

      Diese Aussage ist mathematisch nicht haltbar. Ob jemand mit einer 40-vs-60-Prozent-Quote bevorzugt wird oder nicht hängt auch davon ab, wie viele Konkurrenten es in den Vergleichsgruppen gibt. Als Beispiel könnte man IT-Unternehmen nehmen. In der IT sind deutlich mehr Männer als Frauen tätig. Gibt man dort starre 50/50- oder auch 60/40-Quoten vor, werden die Frauen natürlich überproportional stark bevorzugt, da sie schlicht nicht auf 40% Beschäftigungsanteil oder Bewerberanteil kommen.
      In den Fällen muss man sich also fragen, was gesellschaftlich falsch läuft, warum Frauen anscheinend weniger geneigt sind, Karrieren in den entsprechenden Bereichen anzustreben. Und ob starre Quoten vielleicht trotz der überproportional starken Berücksichtigung sinnvoll sind, um gesellschaftlichen Wandel zu herbeizuführen.

  • SvenR

    @Mina: Wo ist denn meine Antwort mit den vielen fehlendn Verben?

    @Jens: Ich für meinen Teil bin nicht gegen die Quote, sie wird nur nicht den gewünschten Erfolg bringen. Wer alle heterosexuellen Männer über einen Kamm schert, der macht es sich ein bisschen zu einfach.

    • Mina

      Gelöscht. Du hast weder den Post richtig gelesen noch brachte er die Diskussion irgendwie weiter. Nein. Du brauchst nicht darauf reagieren.

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  • pika

    “Schließlich war das kein offener Sexismus wie ich ihn noch aus der Ausbildung kannte (ein Kollege fragte mich einmal offen, ob ich “unten rasiert” sei),”

    entschuldigung, aber ^DAS ist kein offener sexismus mehr, das ist sexuelle belästigung! (und definitiv ein fall für human resources!)
    boah, ist das zum kotzen!!!

    • Mina

      Ja. Hab ich mir gestern auch noch gedacht. Man ist irgendwann so abgehärtet, es dauert bis es klick macht :(

  • Liz

    Frauenquoten für Führungsetagen spaltet die Gesellschaft. Aber wir sind schon so gespalten das macht auch nichts mehr.

    • http://jensscholz.com Jens

      Wenns erstmal eingeführt ist spaltet das gar nichts. Das Tempolimit 50km/h iinnerorts und die Mülltrennung hat auch die Gesellschaft gespalten – kurz, bis sich halt alle dran gewöhnt haben.

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  • Sebastian

    ” Ich weiß was ich kann. Als Mann müsste ich das auch nicht immer beweisen”

    Oh doch. Sage ich mal als Mann. Kannste ja nicht wissen…

    • Mina

      Doch, kann ich. Ich hatte und habe viele männliche Kollegen, Vorgesetzte und manchmal auch Untergebene.

  • Ulrich

    Mir ist es egal, ob ich von einem Mann oder einer Frau im Vorstand entlassen werde.
    ;-)

  • krater

    Schonmal überlegt dasses einfach an dem ehrgeiz liegt, den die meißten frauen nunmal mitbringen/entwickeln, dass sie eben nicht weiterkommen ? wenn die anderen ein schwätzchen halten schnell noch was fertig machen, abends länger machen dass was fertig wird,…
    Versuchen besser zu sein als die anderen, nicht unbedingt besser als alle, aber besser als all die männer. beweisen dass eine frau das auch drauf hat, und nicht nur das, sondern dass sie sogar besser ist. In meiner jetzt 15jährigen arbeitszeit hab ich keine frau in einem männerberuf gesehn die sich nicht so verhalten hat. Neben so jemandem sieht man selbst, durchschnittlich motiviert, natürlich aus wie ein fauler sack, der nichts tut oder nichts kann.
    Schonmal überlegt dasses daran liegt, dass ihr mädels nicht in unsere möglicherweise wirklich existierenden “Buddy”-Netzwerke reinkommt ? Wer will schon jemanden dabei haben der alle anderen schlecht dastehn läßt ?

    Und zur quote kann ich nur sagen, wenn von oben verordnet wird, dass mehr frauen da sein sollen, dann wird auch die frau die wegen ihrer leistung da ist nicht wertgeschätzt. Da die unfähigkeit auf weiblicher seite genau so hoch ist wie auf der männlichen werden sich sicher genug finden die man als schlechtes beispiel vorschieben könnte….

    • Mina

      Hmm, wenn es so wäre, würde das ein extrem unprofessionelles und schlechtes Licht auf die Männer werfen und nur noch mehr den Sinn einer Quote aufzeigen.
      Ist auch interessant – im Focus argumentieren alle Quoten-Gegner_innen damit, dass Frauen nicht ehrgeizig genug seien, und du sagst, sie seien quasi *zu* ehrgeizig. Also ich weiß was du meinst – denke aber, dass dies nicht pauschalisierbar ist. Zumal Netzwerke von Männern laut z.B. einer Studie aus Österreich auch nicht nach Sympathie, sondern Nützlichkeit geschlossen werden: sprich, gute, ehrgeizige Frauen sollten erst recht fürs Netzwerk nützlich sein. Nach der Studie ist es den meisten Männern egal, ob sie die Person im Netzwerk mögen oder wie eng der Kontakt ist, Hauptsache die “Beziehung” ist funktional.

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