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	<title>Frau Dingens</title>
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	<description>Die Seite für Dingens und Gedöns.</description>
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		<title>Xbox One &amp; Call of Duty. One Xbox, one gender</title>
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		<pubDate>Wed, 22 May 2013 09:03:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Spielereien]]></category>
		<category><![CDATA[cod]]></category>
		<category><![CDATA[dog of duty]]></category>
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		<category><![CDATA[ps4]]></category>
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		<description><![CDATA[Microsoft just sold me the new PS4. &#60;3 #xboxreveal — Mina Dingens. (@miinaaa) 21. Mai 2013 Gestern wurde die Xbox One vorgestellt. Ich spare mir den Rant darüber, wie es eigentlich nur um TV und Sport Games ging, wie die &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2403">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Microsoft just sold me the new PS4. &lt;3 <a href="https://twitter.com/search/%23xboxreveal">#xboxreveal</a></p>
<p>— Mina Dingens. (@miinaaa) <a href="https://twitter.com/miinaaa/status/336901245275107329">21. Mai 2013</a></p></blockquote>
<p>Gestern wurde die Xbox One vorgestellt. Ich spare mir den Rant darüber, wie es eigentlich nur um TV und Sport Games ging, wie die <a href="http://www.giantbomb.com/articles/microsoft-unveils-the-xbox-one-updated-x2/1100-4645/">Xbox One jetzt dem Entertain System</a> der Telekom Konkurrenz machen will, und wie Microsoft die Präsentation lieber nur für die Shareholder gemacht hätte, wie sie explizit <strong>keine</strong> Spielkonsole machen wollten. <a href="http://www.gamasutra.com/view/news/192709/Opinion_Xbox_One_is_a_desperate_prayer_to_stop_time.php">Zur generellen Enttäuschung sag ich nichts</a>. Und nein, zu dem Typ mit den zwei Uhren sag ich auch nix. <a href="http://www.wired.com/gamelife/2013/05/xbox-one-analysis/">Dafür gibt es genug gut analysierte Artikel</a>.</p>
<p>Als Spielerin fielen mir gestern in der Präsentation zwei Dinge unangenehm auf: die Fokussierung auf männliche Spieler und das komplette Fehlen eines weiblichen Charakters in den vorgestellten Spielen. Mit Sportgames und Rennspielen legte Microsoft einen Schwerpunkt auf Genres, die traditionell meist von Männern* gespielt werden. Und ja, es gab einen Moment, wo vorgestellt wurde, dass Kinect meine Herzfrequenz meines Workouts messen könnte und dabei eine Frau gezeigt wurde. Das geht aber wieder in die Richtung Entertainment/Wii Fit, und nicht Richtung Games. Spielegott bewahre, dass man Hockey oder Volleyball auf einer Konsole spielen kann. Oder Fußball mit Frauen. Wo kämen wir denn da hin!</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>I&#8217;m so obviously not targeted as a buyer, it&#8217;s ridiculous. <a href="https://twitter.com/search/%23xboxreveal">#xboxreveal</a></p>
<p>— Mina Dingens. (@miinaaa) <a href="https://twitter.com/miinaaa/status/336898132627578880">21. Mai 2013</a></p></blockquote>
<p>Was aber wirklich den Vogel abschoss war Call of Duty. Wie man minutenlang darüber schwärmen kann, dass man jetzt realistische Armhaare visualisieren kann, dass Fische unter Wasser wegschwimmen wenn man eintaucht (CoD: Atlantis?), und wie ein Hund für emotionale Tiefe sorgt (Charakterentwicklung? Story? lol, laaaame, komm, wir stecken lieber nen Schäferhund in einen Motionanzug!), wird mir wohl auf ewig verschlossen bleiben. Alles ist individualisierbar &#8211; außer dem Geschlecht. Denn Frauen, diese komischen Wesen, die liegen mit Sicherheit außerhalb des Möglichen. Fische, Hunde, Regenwälder, kein Problem. Eine Frau animieren? Dafür&#8230; müsste man&#8230; sich ja&#8230; mit&#8230; Frauen&#8230;&#8230;.. beschäftigen?!</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Men, doing man things! While they are men! Now with dogs! That you can care about! Because fuck people, they&#8217;re men!</p>
<p>— filamena (@filamena) <a href="https://twitter.com/filamena/status/337042683233173505">22. Mai 2013</a></p></blockquote>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>@<a href="https://twitter.com/filamena">filamena</a> we 100% replicated a german shepherd but remember it&#8217;s just too expensive to model female characters</p>
<p>— Lyndsay (@GeekyLyndsay) <a href="https://twitter.com/GeekyLyndsay/status/337042131157921792">22. Mai 2013</a></p></blockquote>
<p>So geil CoD Ghost aussieht, von mir bekommt es ein großes Fuck Off und ByeBye. Klar, ich muss nicht zwingend im MP ne Frau spielen. Wenn ich sie im SP wählen kann, oder zumindest, irgendwo. in. diesem. verdammten. Spiel. auch. nur. eine. Frau. vorkäme &#8211; wäre ich ja schon zufrieden. Aber die Präsentation gestern &#8211; nein. Sprechen wir lieber von Hunden. Der beste Freund des Mannes. Höhö.</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Can&#8217;t wait to finally meet the Call Of Duty guys. That guy with the tache. The one in the mask. That other guy. <a href="https://twitter.com/search/%23bark">#bark</a></p>
<p>— Call of Duty Dog (@CollarDuty) <a href="https://twitter.com/CollarDuty/status/336906373549932544">21. Mai 2013</a></p></blockquote>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Call of Duty &#8211; where there&#8217;s a dog and fish, but no women <a href="https://twitter.com/search/%23xboxreveal">#xboxreveal</a></p>
<p>&mdash; Mina Dingens. (@miinaaa) <a href="https://twitter.com/miinaaa/status/336903824453271553">21. Mai 2013</a></p></blockquote>
<p><script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Klar, Microsoft hat seine Marktforschung betrieben. Mit welcher Qualität bleibt abzuwarten. CoD verschließt sich weiterhin einer großen Zielgruppe, aus Angst, sein cooles Image durch Frauen aufzuweichen. Paging Don Draper. Es ist 2013. Nur so zur Info. Aber kay.</p>
<p>So schön die Entertainment Gimmicks sind, so wenig mich die vorgestellten Genres aus verschiedenen Gründen reizen, so deutlich ist das Signal von Microsoft: dies ist ein System von Männern, für Männer. Da ändern auch die zwei Frauen (immerhin!), die es auf die Bühne schafften, nichts. Denn, seien wir mal ehrlich: ihre Redezeit zusammen war kürzer als die Screentime des CoD Hunds.</p>
<p>Sony macht es in der Hinsicht &#8211; gewollt oder ungewollt &#8211; schlauer: ihr System strahlt mehr Freude an Spielen aus, ist aber gleichzeitig Einsteiger_innen-freundlicher, ohne das Image der Konsole für &#8220;Core-Gamer&#8221; (what is this even I don&#8217;t know). Langfristig werden sie so mehr Spieler_innen an sich binden, während Microsoft versucht, die Bindung über ein-Wort-Befehle und Entertainment-Gimmicks herzustellen. Und natürlich: bei der Xbox bleibt man unter sich. Denn das ist es ja, was eigentlich gesagt wird. Und jetzt Xbox One: mach mir ein Sandwich.</p>
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2403&amp;md5=a9976df7de2ccbadc9234bfde991218b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Jetzt zieh dir doch mal was an, du kriegst noch ne Blasenentzündung!</title>
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		<pubDate>Tue, 21 May 2013 10:53:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich spiele gerne. Ab und zu schreibe ich ja auch hier was dazu. Und heute ist wieder so ein seltener Tag. Lobet den Spielegott! Vor ein paar Monaten schrieb ich einen langen Artikel zu Sexismus und Spielen ganz allgemein. Als &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2356">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2357" class="wp-caption alignleft" style="width: 273px"><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/321348_574234302596670_1095461461_n.jpg"><img class="wp-image-2357  " alt="Ra" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/321348_574234302596670_1095461461_n.jpg" width="263" height="346" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle <a href="https://www.facebook.com/smitegame?fref=ts">Smite</a></p></div>
<p>Ich spiele gerne. Ab und zu schreibe ich ja auch hier was dazu. Und heute ist wieder so ein seltener Tag. Lobet den Spielegott!</p>
<p>Vor ein paar Monaten schrieb ich einen langen Artikel zu <a href="http://frau-dingens.de/?p=1869">Sexismus und Spielen</a> ganz allgemein. Als Beispiel dafür brachte ich Smite an, ein Spiel, für dass ich anfangs Feuer und Flamme war, mir richtig Spaß machte, aber es jetzt schaffte sich schon in der Beta-Phase ins Aus zu schießen. Durch was? Nun. Durch die sogar noch zunehmende Sexualisierung der weiblichen Göttinnen. Mit jeder Charaktervorstellung wurden die Outfits knapper. Mit jeder neuen Göttin die Busen größer. Mit jedem Bild mehrten sich die Kommentare der Spieler_innen: meh, wollen wir nicht, was soll das. Aber auch: geil, sexy, heiß, mehr davon. Smite wurde ein Spiel, das lange nicht mehr allein zum Ziel hat gute Kämpfe in Teams anzubieten, sondern vielmehr im Rundumpaket &#8220;was fürs Auge&#8221; zu bieten. So sind dann auch die Outfits, die man für erspielte Credits kaufen kann, immer abstruser geworden: von der Krankenschwester zur Domina, alles dabei. Die männlichen Götter dagegen cool und lässig: ihre erspielbaren und käuflichen Outfits sind lustig, schräg, stark. Sie heben Charakterzüge hervor, während das einzige, was die Outfits der Göttinnen hervorheben, äußere Geschlechtsmerkmale sind.</p>
<p style="text-align: left;">Okay, ein Spiel, offensichtlich gemacht von Männern, die nie im Leben dachten, dass potenziell eine Frau ihr Spiel spielen könnte. Oder so. Denn, hey, mal ehrlich. Dieses Tittengewackel, die nackten Beine, die übergroßen Ärsche, allgemein, all diese omnipräsenten Geschlechtsteile von Frauen in Spielen, die ihnen eigentlich schon beim Laufen im Weg sein müssten &#8211; es nervt. Zieht den Frauen doch mal was an! Bei Männern klappt das doch auch. Selbst die von mir geliebt Mass Effect Reihe trägt ihren Teil dazu bei: Miranda, einer der Hauptcharaktere im zweiten Teil, trägt einen hautengen Latexanzug, der jede Kontur abbildet. Jede. Und selbst in simplen Gesprächen haben die Macher_innen sichergestellt, dass wir auch ja nichts verpassen.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/Ss-Bt7R3o70" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p style="text-align: left;">Yeah, keine Ahnung wie Miranda in dem Outfit kämpfen kann, mich würde ja die Hose in der Ritze zu sehr zwicken und mich um jede Konzentration bringen. Aber kay. Solche Dinge sind manchmal lächerlich, so dass ich nur lache und die Schultern zucke, und manchmal so überladen und wiederkehrend, dass sie mich regelrecht von einem Spiel abstoßen (siehe Smite). Was so, so, schade ist. Wie soll ich mich in einem RPG mit einem halbnackten Püppchen-Charakter identifizieren, wenn ich ihr nichts anziehen kann? Ich mein, okay, klar, es gibt Leute, die möchten ihre Frauen so spielen&#8230;</p>
<div id="attachment_2359" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/35c51xj.jpg"><img class=" wp-image-2359    " alt="Skyrim" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/35c51xj.jpg" width="550" height="800" /></a><p class="wp-caption-text">Gefunden in einem Skyrim-Forum <a href="http://skyrimforums.org/threads/post-your-character-in-action.471/page-13">Quelle</a></p></div>
<p style="text-align: left;">&#8230;aber ich würde doch zumindest gerne die Wahl haben. Denn, sorry, wenn ich sehe, wie männliche Charaktere dagegen ausgerüstet werden, erfasst mich schon ein bisschen der Neid. Das scheint wenigstens realistisch! Bis obenhin zugepanzert, coole schwere Rüstung aus Drachenknochen oder weiß der Henker, Panzerung statt Rüschen, Ausrüstung statt Schleifen. Wenn meine Heldin nur einen Schlüpper und nen Gürtel plus BH trägt, müsste sie schon allein auf dem Weg nach Winterfeste erfrieren. Von den Verbrennungen 18. Grades beim Kampf gegen einen Drachen mal ganz zu schweigen. Was soll das also?</p>
<p style="text-align: left;">Es geht mir nicht darum, jemanden sexy Outfits wegzunehmen (wozu gibt es schließlich auch noch entsprechende Mods). Wenn für euch das zum Spielerlebnis dazu gehört, kein Ding. Cool. Haut rein. Es geht einfach darum, eine Wahl haben zu können. Bei NPCs auch etwas Realismus und Abwechslung zu haben. Und vor allem darum, Frauen nicht durch eine übertriebene Sexualisierung wieder klein zu machen und sie auf Äußerlichkeiten zu reduzieren, anstatt sie als die badass Heldinnen/langweilige Randompersonen/gute Freundinnen/Informationsgeberinnen zu sehen, die sie sind. Mich würde es wohl genauso stören, wenn alle männlichen NPCs in Spielen mit nacktem Oberkörper und engen Ledershorts, in denen der Schritt Footballgröße hat, rumlaufen würden. Die Frage ist ja &#8211; denken Spielemacher_innen, dass dies von der Community gewünscht wird, und wird es wirklich gewünscht? Und wer gehört dieser Community überhaupt an? Aber dazu ein anderes Mal mehr&#8230;</p>
<p style="text-align: left;">Denn es geht ja auch anders. Mittlerweile gibt es zumindest die Möglichkeit, schwere Rüstungen auch an weibliche Charaktere anzulegen. Sieht zumindest schon etwas besser aus:</p>
<div id="attachment_2362" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/2012-02-06_00002.jpg"><img class=" wp-image-2362      " alt="Lydia" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/2012-02-06_00002.jpg" width="550" height="344" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle <a href="http://skyrimforums.org/threads/daedric-vs-dragonbone-armor.7061/">Skyrimforums</a></p></div>
<div id="attachment_2363" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/61923_386626738079382_953532004_n.jpg"><img class=" wp-image-2363  " alt="ME Omega" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/61923_386626738079382_953532004_n.jpg" width="550" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle <a href="https://www.facebook.com/masseffect/photos_stream">Mass Effect / Bioware</a></p></div>
<p style="text-align: left;">Aber auch hier scheint es nur Rüstungen zu geben, die Weiblichkeit betonen. Alle haben sie die obligatorische Brustplatte, die Brüste akzentuiert. <a href="http://martwhim.tumblr.com/post/40061546009/why-do-you-hate-the-shape-of-breasts-in-plate-armor-so">Hier könnt ihr super nachlesen</a>, warum jede Heldin in solch einer Rüstung beim ersten Kampf wohl tot wäre &#8211; der resultierende Druck auf das Brustbein würde sie umbringen. So viel dann zum Realismus&#8230; Tja, dann wäre der Ganzkörperlatexanzug von Miranda wahrscheinlich noch die bessere Wahl. Doch es geht auch anders. Es gibt immer wieder Concept Arts mit schönen, weiblichen Rüstungen, <a href="http://tcregan.tumblr.com/post/24805223608/sif-concept-art-from-thor-see-this-is-female">zum Beispiel diese hier von Thor</a>. Ich würde mir mehr davon wünschen. Viel mehr. Nicht nur in den spielbaren Charakteren, sondern überall.</p>
<p style="text-align: left;">Damit Frauen in Spielen eben mehr als Tropes sind, mehr als billige Plotlines oder Deko. Damit sie, selbst wenn sie denn dann eine inhaltliche Funktion bekommen, nicht trotzdem zum Anguck-Objekt degradiert werden. Damit Mädchen und junge Frauen, die mit Spielen aufwachsen wenigstens in dieser Welt eine Zuflucht haben, in der sie nicht der ständigen Sexualisierung unterworfen werden. So wie die sogenannte große Spielerszene aus selbsterklärten Gamern, die sich von den falschen &#8220;Fake-Gamer-Girls&#8221; abgrenzen wollen, einst Zuflucht bei Counter Strike, FinalFantasy, Starcraft usw. fanden, um für ein paar Stunden Held sein zu können, ohne an die schmerzhafte Realität erinnert zu werden.</p>
<p style="text-align: left;">Denn Spiele sind nicht nur Spiele. Spiele sind Teil einer Kultur, unserer Kultur, und somit Teil der Gesellschaft. Sie prägen uns mehr als uns lieb ist. Eine Studie zu weiblichen Spielecharakteren und ihren Einfluss auf (Selbst-)Wahrnehmung von Frauen schrieb dazu folgendes:</p>
<blockquote><p>On the one hand, such female characters are strong, bold, intelligent, and independent, but on the other hand they are made-up (with makeup and clothing), sexualized, and objectified. These latter characteristics are what maintain females vulnerable and non-threatening status. <strong>Thus, the powerful role of the female heroine is diminished by the emphasis on her physical feminine appearance.</strong> In particular, it is the sexualization of female characters in video games that seems likely to negatively influence video game players perceptions of self and women in society. Based on the assumptions of social cognitive theory of gender development and differentiation, <strong>exposure to sexually objectified women and girls in video games would be expected to influence social perceptions</strong> about gender and women.</p></blockquote>
<blockquote><p>[...]</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Specifically, these data cautiously indicate that gender  portrayals in video games can, in fact, affect people&#8217;s beliefs about women in the real world, and women&#8217;s self-efficacy’s gendered self-concept</strong>.</p>
<p style="text-align: left;">
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Die ganze Studie <a href="http://www.academia.edu/1865189/The_Effects_of_the_Sexualization_of_Female_Video_Game_Characters_on_Gender_Stereotyping_and_Female_Self-Concept">könnt ihr hier nachlesen</a>. Das Aussehen weiblicher Heldinnen und NPCs ist also nicht nur Geschmackssache, sondern hat handfeste Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung von Frauen im Alltag. Auch wenn große Publisher sich dem vielleicht sogar schon bewusst sind, über kurz oder lang hilft es wohl nur, positive Beispiele heraus zu stellen und <a href="http://frau-dingens.de/?p=1946">sonstigen Quatsch wie Zombie-Bikini-Büsten</a> nicht zu kaufen. Und die dazugehörigen Spiele gleich nicht mit.</p>
<p style="text-align: left;">Und damit der Post hier nicht auf so einer ernsten Note endet, hier mein All Time Favorite Spiele Mod.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/fTGe_Adrseo" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p style="text-align: left;">
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2356&amp;md5=ef5b93085239304eeb3ca8cf2af42805" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sex, Tugend, und die Pille danach.</title>
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		<comments>http://frau-dingens.de/?p=2341#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 17 May 2013 10:07:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<category><![CDATA[pille danach]]></category>
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		<description><![CDATA[Was haben Deutschland, Italien und Polen gemeinsam? Sie sind die einzigen drei Länder in Europa, in denen Notfallverhütung (die &#8220;Pille danach&#8221;) nicht rezeptfrei ist. Sie sind außerdem Länder, die eine ausgeprägte christliche Lobby haben &#8211; in Deutschland regiert sie sogar. &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2341">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2342" class="wp-caption alignleft" style="width: 368px"><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/slut.jpg"><img class="wp-image-2342  " alt="" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/05/slut.jpg" width="358" height="522" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle <a href="http://favianna.typepad.com/faviannacom_art_activism/2012/06/pussy-power-poontang-celebrating-patriarchy-defeating-slut-positive-posters-for-free-download.html">Favianna Rodriguez</a></p></div>
<p>Was haben Deutschland, Italien und Polen gemeinsam? Sie sind die einzigen drei Länder in Europa, in denen Notfallverhütung (die &#8220;Pille danach&#8221;) nicht rezeptfrei ist. Sie sind außerdem Länder, die eine ausgeprägte christliche Lobby haben &#8211; in Deutschland regiert sie sogar.</p>
<p>Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt seit einem Jahrzehnt, die Rezeptpflicht der Pille danach abzuschaffen. Bei der Notfall(!)Verhütung geht es schließlich um Stunden &#8211; sie muss möglichst schnell eingenommen werden, um wirksam zu sein. Deutschland widersetzt sich dieser Empfehlung hartnäckig, und die Regierung lehnte zwei Anträge der SPD und Linken, dies zu ändern, diese Woche ab. Wie schlimm die Situation für Frauen in Deutschland wirklich ist, wenn sie in die Lage kommen, die Pille danach zu benötigen, <a href="http://kleinerdrei.org/2013/05/das-ist-nicht-mein-problem-die-irrsinnige-rezeptpflicht-fur-die-pille-danach/">könnt ihr hier im Text und den Kommentaren nachlesen</a>. Oder einfach mal mit Frauen sprechen, die schon mal darauf angewiesen waren.</p>
<p><strong>Scham.</strong></p>
<p>Das ist das Wort, dass es wohl am besten trifft. Fast alle Frauen berichten von beschämenden Erfahrungen. Selbst Frauen, die vergewaltigt worden sind, denen ein Kondom riss (das mag tatsächlich vorkommen, no kidding) oder sonst wie nach den deutschen Moralvorstellungen &#8220;unschuldig&#8221; die Pille danach benötigen, werden in Blicken, Worten und Taten beschämt. Wo rührt das her? Woher kommt dieser Hang zur Tugend, diese Wahrnehmung, Frauen, die eine Pille danach bräuchten, wären unverantwortlich? Und, selbst wenn sie das alle wären &#8211; woher kommt die Annahme, auch nur irgendein_e Politiker_in, Ärzt_in, Apotheker_in hätte das Recht, darüber zu urteilen?</p>
<p>Frauen und Sex, ja, okay. Aber bitte verhüten. Und ohne Folgen. Schon gar keine ungewollten. Schön leise. Und bitte liebe Frauen, habt ja keinen Spaß. Sex dürft ihr nicht häufig haben, nur mit einem wiederkehrenden Partner und nur dann mit einer Frau, wenn mindestens ein Mann zu seiner Unterhaltung zuguckt. Frauen, die ihren Körper und Sex genießen, ja wo kämen wir denn da hin! Frauen, ihr müsst dabei stets alle Folgen im Blick haben, habt ihr die Pille auch schön genommen und dem Mann das Kondom gekauft? Ihr dürft euch nicht gehen lassen. Perfekte Tugend, Engel und Hure, aber nur so lange die Hure hinter geschlossenen Türen bleibt und sich ja nicht erdreistet, eine Notfallleistung einzufordern.</p>
<p>Ich habe die Schnauze voll, dass mir eine Gesellschaft meinen Körper, meine Sexualität bestimmen will. Denn neben all den fadenscheinigen Argumenten um Nebenwirkungen (nicht schlimmer als die Regelschmerzen und -begleitungen die viele Frauen monatlich haben), Missbrauch (#wiesmarties), und inkompetente Apotheker_innen die nicht beraten können (ernsthaft?!), ist es das, worum es geht: sexuelle Selbstbestimmung.</p>
<p>Ich schlafe mit wem ich will.</p>
<p>Wie ich will.</p>
<p>Wann ich will.</p>
<p>Wo ich will.</p>
<p>Und sollte ich tatsächlich in die beschissene Lage kommen, Notfallverhütung zu benötigen, hat niemand, <strong>absolut niemand</strong>, das Recht, über mich zu urteilen.</p>
<p>Ihr seid nicht besser als ich. Ihr arbeitet, ihr lebt, ihr fickt, ihr habt Spaß. Ihr seid genauso sehr und genauso wenig eine <del>Hure</del>, <del>Schlampe</del>, <del>Fotze</del>, <del>Frau</del>, Mensch wie ich.</p>
<p>Ihr macht mir keine Angst. <strong>Und ihr werdet mich nie wieder beschämen.</strong></p>
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2341&amp;md5=fb87a224031a85f3d67ed27f6f27064f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Mein Körper, mein Herz, mein Verstand, meine Seele.</title>
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		<pubDate>Mon, 13 May 2013 07:40:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Im Übrigen]]></category>
		<category><![CDATA[inspiration]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Meinung gehört mir. Meine Lust, über etwas zu sprechen oder schreiben oder gar zu diskutieren genauso. In letzter Zeit passiert immer öfter etwas merkwürdiges: Menschen denken, ich wäre verpflichtet, mit ihnen über Themen zu diskutieren. Dinge wie Frauenquote oder &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2328">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h2>Meine Meinung gehört mir.</h2>
<p>Meine Lust, über etwas zu sprechen oder schreiben oder gar zu diskutieren genauso.</p>
<p>In letzter Zeit passiert immer öfter etwas merkwürdiges: Menschen denken, ich wäre verpflichtet, mit ihnen über Themen zu diskutieren. Dinge wie Frauenquote oder das Gender_Gap zu rechtfertigen. Zu argumentieren. Menschen, die erwarten, dass ich ihnen meine Zeit widme. Meine Zeit, meine Aufmerksamkeit. Einen Teil meines Lebens. Menschen, denen ihr Tonfall egal ist, für die ich ein Abbild eines Vorurteils bin, frei verfügbar, beschimpfbar, benutzbar. Erklär mir das. Rechtfertige jenes. Keine Lust? Das ist so typisch!</p>
<h2>Sie wollen, dass ich ihnen gehöre.</h2>
<p>Mit Sinn, Verstand, Gefühl.</p>
<p>Es ist das alte Muster: du stehst da mit deiner Meinung, die zufällig anders ist als die meine. Doch ich hab die Macht, also erklär sie mir gefälligst, bück dich, schluck all die Vorwürfe und Belehrungen die ich halbgar ausspucke, und lächel nett. Bleib höflich, nicht aufmucken. Sei still. Brav. Schön. Und jetzt mach mir ein Sandwich.</p>
<p>Ich gehöre euch nicht. Ich bin zu nichts verpflichtet.</p>
<p>Genauso wenig ist <a href="https://www.youtube.com/watch?v=B3c4UMnX7ig">Anne verpflichtet</a>, auf der re:publica in ihrer Präsentation die bahnbrechenden Weltverändernden Schritte zur gerechten Welt nach #Aufschrei aufzuzeigen. Genauso wenig ist <a href="https://twitter.com/totalreflexion">Kathy verpflichtet</a>, nach der Maischberger Sendung jeder Person Feminismus zu erklären. Genauso wenig ist <a href="https://twitter.com/faserpiratin">Jasna verpflichtet</a>, nett und höflich zu Pick Up Artists zu sein, die sie vorher beleidigten.</p>
<h2>Feminismus ist keine Selbstaufgabe.</h2>
<p>Feminismus ist Stärke, Mut und Inspiration.</p>
<p>Nur weil manche Menschen zufällig in der privilegierten Position sitzen, von feministischen Themen nicht berührt zu werden, gibt es ihnen nicht das Recht an meiner Meinung. Meiner Zeit. Meiner Leidenschaft.</p>
<p>Die Verfügbarmachung von Frauen ist weltweites Muster &#8211; körperlich, seelisch, emotional. Immerzu müssen Frauen verfügbar sein. Schön sein. Nett sein. Adrett sein. Intelligent argumentieren. Ihr Meinung begründen. Männer (und Frauen) überzeugen.</p>
<p>Respekt wird an Argumente gebunden: Wenn du mich nicht überzeugen kannst, dann respektiere ich dich auch nicht. Wenn du mir keine Zeit widmest, darf ich dich beschimpfen.</p>
<p>Es wird Zeit, aus diesem Muster auszubrechen.</p>
<p>Meine Meinung gehört mir. Mein Mut gehört mir. Mein Herz gehört mir.<br />
Meine Tränen, mein Schweiß, meine Verzweiflung, meine Freude, meine Träume gehören mir.</p>
<p>Wer das nicht respektieren kann, ist Gefangene_r eines längst überholten Gesellschaftmusters.</p>
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2328&amp;md5=2dcaef3ee447071fb05dbb75b7bf4886" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Quo vadis, Deutschland?</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 07:30:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[debatte]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[hartz iv]]></category>
		<category><![CDATA[wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Plötzlich wird sie sichtbar, die Bruchstelle, die durch unsere Gesellschaft geht. In Diskussionen über Steuerhinterziehung von geliebten Fußballtrainern, in Analysen von Steuerkonzepten und wer wie viel mehr zahlen müsste, in der Themenstrecke &#8220;Arbeit für Alle&#8221; der FAZ und in rechtspopulistischen &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2318">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/4195433949_952a067c7f_z.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2319" alt="" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/4195433949_952a067c7f_z.jpg" width="640" height="428" /></a></p>
<p>Plötzlich wird sie sichtbar, die Bruchstelle, die durch unsere Gesellschaft geht. In Diskussionen über Steuerhinterziehung von geliebten Fußballtrainern, in Analysen von Steuerkonzepten und wer wie viel mehr zahlen müsste, in der Themenstrecke &#8220;<a href="http://leistungsschutzrecht-stoppen.d-64.org/blacklisted/?url=aHR0cDovL3d3dy5mYXoubmV0L2FrdHVlbGwvd2lydHNjaGFmdC92b2xsYmVzY2hhZWZ0aWd1bmcv">Arbeit für Alle</a>&#8221; der FAZ und in rechtspopulistischen Parteigründungen wie der AfD. Es ist genau diese Bruchstelle, die so lange Jahre von Merkel und ihrer schwarz-gelben Regierung verschlafen, ausgesessen wurde. Stets in der Hoffnung, der gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische Wandel, der von außen auf uns alle einwirkt, würde doch bitte noch ein paar Jahre alles so belassen, wie es früher einmal war.</p>
<p>Die Bruchstelle &#8211; oder auch Spaltung &#8211; unserer Gesellschaft verläuft noch unauffällig, wohl auch, weil in den Großstädten bislang die Autos nur zum 1. Mai brennen und die Jugendlichen zwischen Abi und Studium so eingelullt sind, dass sie nie im Traum auf die Idee kämen, auf die Straße zu ziehen. Aber gerade das macht sie so gefährlich: da hilft es auch nichts, den Armutsbericht zu schönigen und unliebsame Passagen zu streichen. Die Kluft zwischen &#8220;arm&#8221; und &#8220;reich&#8221; wird immer größer, die allseits so umworbene Mittelschicht gibt es in ihrer Stärke so schon lange nicht mehr. Reallöhne sinken seit Jahr(zehnt)en. Bürger_innen haben immer weniger Geld in der Tasche, während geringfügig Beschäftigte (was letztlich nur ein Codewort für: ausgebeutete Arbeiter_innen ist) stabil ihren Anteil am Arbeitsmarkt behalten, Auslastung der Wirtschaft hoch oder nicht. Und so hebt sich bei mir nicht nur eine Augenbraue, wenn die FAZ in ihrer Parallelwelt Blogger_innen bittet, zum Thema Vollbeschäftigung zu schreiben.</p>
<p>Denn ja, das ist die andere Seite der Spaltung: <a href="http://kleinerdrei.org/2013/03/du-kannst-alles-werden-was-du-willst-du-musst-es-nur-wollen/">die sogenannte Leistungselite</a> (was letztlich nur ein Codewort für: privilegierte Angestellte ist) beißt und kratzt um ihre letzte Bastion. Die FAZ schreibt fürsorglich schon mal den Untergang des Abendlands herbei (&#8220;SPD Kindergeldpläne belasten jede dritte Familie&#8221;), verschweigt aber, dass eben 2 von 3 Familiien unbelastet bleiben, wenn nicht profitieren. Ein Gottschalk, für dessen Outfit seine Kassiererin ein Vierteljahr arbeiten muss, regt sich über zu hohe Steuersätze auf, obwohl er sein Geld schon lange in Kalifornien in Sicherheit gebracht hat. Umverteilung, Teilen, nein, das Geld ist unseres, der Lohn unserer, und eine Allgemeinschule für alle? Gott bewahre! Dann müssten unsere Kinder ja in Kontakt mit dem Hartz IV Abschaum kommen, da können sie ja nur dumm werden, so, als ob alle Student_innen die momentan an den Unis hocken, naturgemäß klüger wären als Kevin und Musaf aus den ungeliebten Randgebieten.</p>
<p>Dabei ist das alles ein lange bekanntes Phänomen: jede Schicht versucht für sich eine Absicherung herzustellen, und das bedeutet eben, nicht nach unten zu sacken. Und so tritt und kämpft die Mittelschicht um ihre letzte Bastion bürgerlichen Seins, den Zaunpfahl des Schrebergartens in der Hand. Dann geht die alleinerziehende Kassiererin eben zwei Jobs arbeiten, warum soll nur ihr das Geld aufgestockt werden? Warum soll ich jetzt mit meinem 65.000€ Job mehr Steuern zahlen, habe ich doch so hart dafür gearbeitet, abends und am Wochenende! Dann hätte die Kassiererin eben was anständiges lernen müssen! Ihre Eltern sie unterstützen müssen! Mit ihr lernen müssen! Tja, da können wir jetzt auch nichts für, dass sie abends keine Kraft mehr hat das mit ihren eigenen Kindern zu tun, weil sie nach 12 Stunden schuften zu kaputt ist. Müssen die sich halt anstrengen. Haben wir ja auch gemacht. Sprach&#8217;s, und nahm eins der zwei oder drei Autos der Familie, um ein paar Steaks zum Gartengrillen zu kaufen.</p>
<p>Quo vadis, Deutschland? Wie solidarisch bist du? Wie gut weißt du, dass das Wort &#8220;teilen&#8221; im Wort &#8220;umverteilen&#8221; steckt, und wie viel Angst hast du eigentlich, selbst hinten über zu fallen, in einer Welt, in der eine Schreckensnachricht die nächste jagt?</p>
<p>Ob ihr es wahrhaben wollt oder nicht: dieses Wahljahr ist wirklich richtungsweisend geworden, entscheidend, lange über die nächsten vier Jahre hinaus. In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? Entscheidet das Wir oder das Ihr? Gibt es überhaupt noch eine Chance auf ein &#8220;Wir&#8221; &#8211; oder stehen wir uns alle schon längst gegenüber, die Bruchstelle nicht mehr frisch und unkittbar?</p>
<p>Quo vadis, Deutschland?</p>
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2318&amp;md5=e5bcd284b052d3e77959a94ad536b52e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Genosse, alt, männlich, im Ortsverein, sucht:</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 15:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik und Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[diversität]]></category>
		<category><![CDATA[gender]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[spd]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor ein paar Wochen erhielt ich eine Email von einem Mann, der mich fragte, was konkret in Ortsvereinen getan werden könnte, um mehr (junge) Frauen für Politik zu begeistern. Ich hab in der Vergangenheit ja schon ein paar Mal über &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2308">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_4052.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-2310" alt="" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_4052.jpg" width="619" height="619" /></a></p>
<p>Vor ein paar Wochen erhielt ich eine Email von einem Mann, der mich fragte, was konkret in Ortsvereinen getan werden könnte, um mehr (junge) Frauen für Politik zu begeistern. Ich hab in der Vergangenheit ja schon <a href="http://frau-dingens.de/?p=2220">ein paar</a> <a href="http://frau-dingens.de/?p=1843">Mal</a> über meine Wahrnehmung der SPD geschrieben. Gleichzeitig beendete ich gestern &#8220;Lean In&#8221; von Sheryl Sandberg, ein wirklich gut geschriebenes &#8211; und überhaupt nicht so &#8220;vorschreibendes&#8221; wie von anderen angekündigtes &#8211; Buch für Leadership und Management. Man mag es ja nicht glauben, aber in meinem Dreiviertel-Jahrzehnte langen Schlenker in Unternehmen habe ich mich viel mit Strategie, Controlling, Kommunikation und &#8211; ja &#8211; Organisationstheorie befasst. Umso spannender war es für mich, die Frage zu beantworten zu versuchen. Denn klar, dass sich was ändern muss ist schnell gesagt, aber was denn ganz konkret?</p>
<p>Hier also ein paar Ideen und Vorschläge.</p>
<p><strong>1.) Ein angenehmes Klima schaffen.</strong><br />
Das heißt darauf achten, dass Frauen nicht direkt unterbrochen werden &#8211; generell eine gute Diskussionskultur etablieren, sie sich wohl fühlen. Nicht immer so sprechen, als wäre die eigene Aussage die in Stein gemeißelte Weisheit und einzig wahre Wahrheit (auch auf Twitter beliebt). Auch wenn es in der kleinen Männerrunde lustig ist und die Frauen brav mit lachen: anzügliche Witze unterbinden. In einem Umfeld, in dem eben noch über Frauen gelacht wurde, ist die Hemmschwelle dann doch größer, etwas zu sagen &#8211; und die Frauen, denen es nichts (mehr) ausmacht haben Sexismus meist schon so verinnerlicht, dass sie sich eher mit den anderen Männern solidarisieren, als mit den (neuen) Frauen. Also: ein bisschen filtern. Frauen ohne Druck mal nach Feedback oder Meinung fragen. Und sie, wenn man mit den Genossen oder Kollegen (beides: sic!) noch einen trinken geht, nicht ausschließen (und vielleicht nicht immer die schäbbige Kneipe wählen, wo die Frau schon beim Gedanken an den Nach-Hause-Weg schaudert).</p>
<p><strong>2. Flexible aber planbare Zeiten etablieren.<br />
</strong>Gerade berufstätige Frauen oder auch einfach Frauen mit Kindern sind auf planbare Termine angewiesen. Wenige Tage &#8211; oder Stunden &#8211; vorher einen Termin zu vereinbaren, ist kontraproduktiv. Wenn möglich, könnte in den Ortsvereinen &#8211; oder auch auf der Arbeit &#8211; darauf geachtet werden, Zeiten zu finden, an denen sowohl Berufstätige und/oder Eltern teilnehmen können, und zu denen sich zur Not Kinderbetreuung finden lässt. Oder Kinderbetreuung anbieten: was spricht dagegen, die Genossin zu ermuntern, ihr(e) Kind(er) einfach mal mitzubringen, ein paar Spielzeuge in der Geschäftsstelle zur Verfügung zu stellen, und ähnliches?</p>
<p><strong>3. Relevante Themen behandeln.</strong><br />
Natürlich hat jede_r viel mehr Lust, sich an irgendwas zu beteiligen, wenn sie/er auch die persönliche Relevanz herstellen kann. Umso mehr natürlich betrifft das auch Vernetzungen, die nicht in der Sitzung per se stattfinden, sondern über Smalltalk. Es klingt vielleicht blöd, aber wie oft habe ich mir schon gewünscht, mich für Autos zu interessieren oder die Tabelle der Bundesliga zu lernen, um wenigstens kurze Einwürfe machen zu können. Ein bisschen Reflektion schadet da niemanden. Und: das Programm der SPD bietet genug Luft, um Themen zu finden, die Frauen und Männer gleichermaßen interessieren.</p>
<p><strong>4. Fragen hilft.</strong><br />
Ich fand es total faszinierend, das im Buch von Sandberg zu lesen, was ich vor kurzem erst mit einer Freundin besprach: Frauen wollen gefragt werden. (Gnah. Generalisierungen, ich hasse das ja bei Geschlechtern. Bitte alle Generalisierungen so lesen: in meiner persönlichen Erfahrung passiert dies Frauen öfter oder eher als Männern, ist aber sonst keine Regel, die ich hier aufstellen will oder sonstiges). In meiner Email formulierte ich das so: Frauen auch mal ansprechen, ob sie Lust haben, ein Amt zu übernehmen. Oft ist es so, dass Frauen gefragt werden wollen, darauf warten, dass ihnen das jemand anvertraut, während Männer ganz offensiv da ran gehen. Weiterhin kommen Frauen auch schnell in einen Modus, dass, wenn sie das Gefühl haben unerwünscht zu sein, sie umso mehr ausstrahlen, dass sie gar nicht in der Partei mitarbeiten wollen. Das heißt, wenn da eine junge, gute, halbwegs interessierte Frau ist, die dann aber plötzlich ausstrahlt, dass sie gar nicht will, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie nicht das Gefühl hat erwünscht zu sein oder sich nicht richtig in der Organisation wohl fühlt.</p>
<p>Vielleicht habt ihr noch Ideen oder Anmerkungen, und bei der Gelegenheit &#8211; weil, f-yeah Genderthema &#8211; empfehle ich euch auch noch mal meinen <a href="http://frau-dingens.de/?page_id=2302">brandneuen Kommentarguide</a>.</p>
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2308&amp;md5=4a5f65487fbc202a1596ae6134e23500" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Anti-Feministen in freier Wildbahn, das Versagen der ÖR, und Ratlosigkeit.</title>
		<link>http://frau-dingens.de/?p=2286</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 17:46:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Im Übrigen]]></category>
		<category><![CDATA[anti-feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[ard]]></category>
		<category><![CDATA[maischberger]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[ör]]></category>
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		<category><![CDATA[trolle]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir waren kurz vor die Tür gegangen, um frische Luft zu schnappen. Die Maischberger Sendung sollte gleich los gehen. Keine Minute draußen, da folgte uns ein junger Mann, dann noch einer, dann noch einer, dann noch fünf. Die Gruppe war &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2286">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/tumblr_m04gbtnjpV1r9t04no1_500.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-2292" alt="" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/tumblr_m04gbtnjpV1r9t04no1_500.gif" width="500" height="282" /></a></p>
<p>Wir waren kurz vor die Tür gegangen, um frische Luft zu schnappen. Die Maischberger Sendung sollte gleich los gehen. Keine Minute draußen, da folgte uns ein junger Mann, dann noch einer, dann noch einer, dann noch fünf. Die Gruppe war uns schon zu Beginn aufgefallen, da sie uns beim Ankommen von oben bis unten musterten. Kritisch. Wertend. Einschätzend. Ausdauernd.</p>
<p>&#8220;Na ihr!&#8221; dreht sich einer zu uns, die Zigarette unbeholfen in der Hand. &#8220;Ihr seid doch bestimmt Feministinnen!&#8221;<br />
Elli, Jasna und ich wechseln einen kurzen Blick. Okay, das könnte lustig werden, denke ich und frage zurück: &#8220;Wieso das denn?&#8221;<br />
&#8220;Na, ihr seht halt so aus. Wie Feministinnen.&#8221;<br />
Jasna und Elli wollen es nicht gelten lassen. &#8220;Erklär doch mal&#8221; sagt Jasna, &#8220;woran erkennt man denn eine Feministin?&#8221;<br />
&#8220;Frauen, die einfach so selbstbewusst da stehen&#8230; na ihr müsst Feministinnen sein!&#8221;<br />
&#8220;Frauen.. die selbstbewusst&#8230; da stehen&#8230;&#8221; wir wiederholen die Aussage langsam, das muss man erst mal verstehen. Wir lassen die Frage, ob wir Feministinnen seien unbeantwortet. &#8220;Für wen bist du denn da?&#8221; frage ich. Meine Neugier ist geweckt. Er weicht aus.<br />
&#8220;Also ich hab ja nichts gegen Frauen&#8221; fährt er fort, &#8220;aber der Feminismus will alle Männer unterdrücken. Das finde ich total unfair.&#8221; Er scheint das wirklich ernst zu meinen. Wirkt unsicher.<br />
&#8220;Inwiefern unterdrücken Feministinnen denn Männer?&#8221; fragt Elli oder Jasna oder ich, ich weiß es nicht mehr.<br />
Er redet weiter, fahrig, nicht richtig antwortend, eher zu sich selbst sprechend. &#8220;Ich hab da so einen Kumpel, der wird von seiner Freundin total unterdrückt. Der kann gar nichts mehr.&#8221;<br />
&#8220;Und was hat Feminismus damit zu tun?&#8221;<br />
&#8220;Seit er mit der zusammen ist hat er nie Zeit für mich. Nur immer sie. Nie geht er raus.&#8221; Oh, ich ahne worum es geht. Vielleicht hilft es ja, jetzt mal von dieser Meta-Ebene runter zu kommen.<br />
&#8220;Das ist doch normal, wenn man frisch verliebt ist. Das geht auch vielen Frauen mit ihren Freundinnen so&#8221; setze ich an.<br />
&#8220;Das ist es ja! Die sind schon lange zusammen. Und sie unterdrückt ihn! Der Feminismus!&#8221;<br />
&#8220;Ich denke, das ist eher eine Frauen-Männer Sache, als eine Feminismus-Sache&#8221; versucht es Elli.<br />
&#8220;Guck mal, wie würde es dir denn gehen, wenn deine Freundin nicht für dich da ist wenn es dir schlecht geht, weil der fünfte Cousin ihres Freundes Geburtstag hat?&#8221; Ich gucke ihn an. &#8220;Ja, das kenne ich. Ist scheiße. Aber Freundschaften entwickeln sich eben.&#8221; Dann, kurze Pause: &#8220;Hast du ihn mal darauf angesprochen?&#8221;<br />
&#8220;Ja. Sie unterdrückt ihn. Der Feminismus!&#8221;<br />
&#8220;Du, das hat mit Feministinnen nichts zu tun.&#8221;<br />
&#8220;Ich wusste doch, dass ihr Feministinnen seid!&#8221; Plötzlich ist er wieder groß, stark, nicht mehr verletzlich. Er ist gekränkt. &#8220;Auch wenn ihr das verneint habt!&#8221; Er guckt uns böse an.<br />
&#8220;Niemand hat irgendwas  verneint&#8221; sagt Jasna.<br />
&#8220;Doch, gerade du!&#8221; sagt er ihr. Und dann: &#8220;Wo kommst du her?&#8221;<br />
&#8220;Deutschland. Ich bin Deutsche.&#8221;<br />
&#8220;Nein. Ich meine: woher kommst du? Du bist doch Türkin! Oder so! Guck mal wie du aussiehst! Du bist keine Deutsche!&#8221;<br />
Mein Toleranzlevel ist voll. Ich bin dabei zu gehen. Nach etwas Hin und Her gehen wir rein.</p>
<p>Wir erfahren kurz darauf, dass die Gruppe Jungs &#8211; Männer wäre wirklich zu viel des Guten &#8211; reihum alle Frauen unter 30 vor der Sendung ansprachen. Wie in einer Übung. Einer der verantwortlichen Redakteure läuft vorbei, ich halte ihn auf. &#8220;Ich war darauf gefasst, anti-feministische Kommentare zu bekommen, das kenne ich, das war zu erwarten. Aber dass wir uns rassistisch angehen lassen müssen, ist wirklich unakzeptabel.&#8221; Wir erklären die Situation. Stellt sich raus: die Gruppe Jungs &#8211; etwa 12 &#8211; waren Gäste des <a href="http://leistungsschutzrecht-stoppen.d-64.org/blacklisted/?url=aHR0cDovL3d3dy5mYXoubmV0L2FrdHVlbGwvZ2VzZWxsc2NoYWZ0L3BpY2stdXAtYXJ0aXN0cy1kdS1iaXN0LWphLWVpbi1nYW56LWtsZWluZXMtbWFlZGNoZW4tMTE5MDg5NjEuaHRtbA==">Pick Up Artists</a>, der seinen geistigen Sondermüll schon bei ZDF Neo abließ und über krautchan eine für ihn günstige Abstimmung organisierte &#8211; ohne, dass die ÖR etwas bemerkten. Der verantwortliche Redakteur entschuldigt sich sofort bei Jasna, bietet an, den Typen zu konfrontieren, mit ihm zu reden. &#8220;Ich stelle mich jetzt nicht in die Gruppe und diskutiere das. Wir sind drei Frauen, entweder Sie glauben uns, oder nicht&#8221; sage ich. Schnauze mittlerweile voll. Jasna ist eh nervös, vor der Sendung, wir litten doch alle mit Kathy mit. Sagt, sie hat keine Lust das Rudel draußen durch einen Ausschluss eines der ihren zu provozieren. Ich stimme zu. Je länger wir eben diskutierten desto näher schienen die anderen Männer zu rücken. Gruselige Vorstellung. Der Redakteur verspricht, nach der Sendung mit dem Gast zu sprechen. Heute erfährt Jasna, dass der Mann einfach auflegte, als der Redakteur anrief.</p>
<p>Ich will ja nichts sagen&#8230;. aber&#8230;.</p>
<p>Das kommt davon, liebe ÖR, wenn man sich nicht informiert.</p>
<p><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/tumblr_inline_mky34nP25F1qz4rgp.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-2289" alt="" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/tumblr_inline_mky34nP25F1qz4rgp.gif" width="500" height="206" /></a></p>
<p>Wenn man solchen Leuten Plattformen bietet &#8211; sei es als Talkshow-Gast (der &#8220;Artist&#8221; sollte erst bei Maischberger reden, durfte zum Trost dann seine Fußballmannschaft ins Publikum mitbringen) oder im Publikum. Eine Sendung zu Sexismus, und alle jüngeren Frauen müssen sich im Vorfeld der Sendung systematisch auf unangenehmste objektifizierende Weise mustern lassen. Einige sich beschimpfen lassen.</p>
<p>Und ich bleibe ratlos zurück: das sind diese Anti-Feministen? Diese Trolle, die mir hier die Kommentare vollkotzen oder auf Ask.fm fragen, ob ich &#8220;für Reizwäsche zu frivol&#8221; bin? Kleine, verunsicherte Männer, die traurig sind, dass ihr bester Freund keine Zeit mehr für sie hat?</p>
<p><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/upset.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-2287" alt="upset" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/upset.gif" width="500" height="269" /></a></p>
<p>Ja, das sind sie. Und ich werde das Gefühl nicht los, dass sie einfach Opfer von Leuten wie dem Pick Up Artist (Menschen, die Frauen beim ersten Ansprechen subtil runter machen, damit diese sich so schlecht fühlen, dass sie für die Anmache als Selbstbestätigung empfänglicher sind, ganz kranker Scheiß) sind, der locker zehn, fünfzehn Jahre älter war als seine &#8220;Bekannten&#8221;, die sich so eine kleine Armee zusammenstellen, um für ihre Ziele zu arbeiten. Die natürlich nen Scheiß damit zu tun haben, was der beste Freund des Typen denkt. Oder dessen Freundin. Das passt im Übrigen auch zu den Studien und Untersuchungen, die es zu dem Thema gibt. Das jedoch live mitzubekommen ist &#8211; unschön. Und sehr, sehr traurig.</p>
<p>Ich frage mich, wie man dem entgegen wirken kann? Geht das überhaupt als Frau? Oder müssen wir hier in unsere männlichen Mitstreiter vertrauen? Sollte man da von unten, der Wurzel aus ran? Oder einfach diesen &#8220;Artist&#8221; als das entlarven, was er ist &#8211; ein kranker Mensch dem es nur um sich geht?<br />
Der Typ der uns ansprach könnte so ein sympathischer Mann sein. Man merkte sofort, dass er in dieser &#8220;ich mache Frauen jetzt runter um zu sehen ob ich sie rumkriege&#8221;-Rolle nicht natürlich war, wie es bei manchen Menschen (sic) leider der Fall ist, und generell so sensibel, in allem was er schilderte. Wie ein kleiner Bruder, den man trösten sollte. Und nicht zum Anti-Feministen anstacheln sollte. Nach der Sendung machte er ein Foto mit Alice Schwarzer. Und der Pick Up Artist sprach sie an. Er fände es gut, dass sie Männer nicht mehr so sehr hassen würde.</p>
<p>&#8220;Schatz&#8221; sagte Schwarzer, &#8220;ich habe Männer nie gehasst.&#8221;</p>
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2286&amp;md5=0180a0e57e5556dff8c9b5c0a9aada5f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Leben aus Zuckerwatte, Luftballons, und Suizidgedanken.</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Apr 2013 18:14:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Übrigen]]></category>
		<category><![CDATA[depression]]></category>
		<category><![CDATA[hilfe]]></category>
		<category><![CDATA[psychische erkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[suizid]]></category>
		<category><![CDATA[svv]]></category>

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		<description><![CDATA[Heftige TW für SVV, Depressionen, Suizid. Es gibt viele unterschiedliche Leiden. Ich bin keine Psychologin oder derart ausgebildet, aber wie das Leben so will, weiß ich mehr als die durchschnittliche Person über psychische Erkrankungen. Verschiedene Leiden äußern sich verschieden. Der &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2239">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Heftige TW für SVV, Depressionen, Suizid.<br />
</em></strong><em>Es gibt viele unterschiedliche Leiden. Ich bin keine Psychologin oder derart ausgebildet, aber wie das Leben so will, weiß ich mehr als die durchschnittliche Person über psychische Erkrankungen. Verschiedene Leiden äußern sich verschieden. Der Text bezieht sich weitestgehend auf Depressionen, Selbstverletzendes Verhalten (SVV) und Trauma.<br />
</em></p>
<div id="attachment_2251" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/tumblr_m976atrLQm1qk78bzo1_500.jpg"><img class="size-full wp-image-2251  " alt="depression" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/tumblr_m976atrLQm1qk78bzo1_500.jpg" width="500" height="324" /></a><p class="wp-caption-text">Gehirnaktivität via <a href="http://lnsanely.tumblr.com/post/30023516585">Insanely</a></p></div>
<p>Es ist Sonntag Morgen, der Kaffee läuft durch, und wir wollen gleich frühstücken. Aber wenn ich diesen Artikel, der seit Monaten in mir brodelt und reift, jetzt nicht schreibe, tue ich es nie. Vielleicht wird es mir der wichtigste, den ich je schrieb. Vielleicht lösche ich ihn wieder. Mal sehen.</p>
<p>Vor ein paar Wochen kündigte eine Frau, die ich jetzt mehrere Jahre mehr oder weniger gut und flüchtig kenne, an, dass sie sich umbringen will. Sie hatte dies schon einmal getan &#8211; wir, ein loser Zusammenschluss von Leuten, die sich und sie aus einem Internetforum kannten, hatten damals die Polizei gerufen und schlimmeres verhindert &#8211; und zum Glück rief eine gute Freundin von mir auch dieses Mal die Polizei. J. kam über Nacht ins Krankenhaus, nachdem sie Medikamente eingenommen hatte. Nun ist J. eine Person, die oft sehr deutlich schreibt, wie es ihr geht. Oft geht es ihr schlecht. Ich kenne sie nicht gut, aber sie ist mir ans Herz gewachsen, und wäre ihr etwas passiert, könnte ich mir wohl nie verzeihen, dass ich nicht deutlicher gelesen habe. Worauf will ich hinaus?</p>
<p>Ich habe in letzter Zeit vermehrt online und offline mitbekommen, wie Menschen, die sich (erstmals) öffneten und darüber berichteten, dass es ihnen schlecht geht, einen abgewatscht bekamen. &#8220;Stell dich nicht so an&#8221;, &#8220;geh halt raus und lach mal&#8221;, &#8220;ach XYZ ist immer schwer, ich hab das schließlich auch geschafft, was willst du denn&#8221;, &#8220;jetzt übertreib mal nicht&#8221;, etc. Ich stelle mir diese Antworten auf J.s Tweets vor, und mir läuft es eiskalt den Rücken herunter. Darauf will ich hinaus.</p>
<p><strong>Es ist 2013, und es gibt keinerlei Bewusstsein oder Wissen, was eine psychische Erkrankung ist, welche es gibt, wie sie sich auswirken, oder wie man mit ihnen umgeht.</strong></p>
<p>Stattdessen gibt es Stereotype, so viele und so merkwürdige, es ist zum Haare ausreißen. Da gibt es Leute, die einen Hoax starten, um glaubhaft zu machen, Justin Bieber Fans würden sich die Arme aufritzen, weil er schlecht behandelt wurde. Da gibt es Leute, die schreiben  &#8220;psychisch labile Schlitzerin&#8221; und verstehen dann nicht mal, dass ihre Wortwahl erstens schrecklich und zweitens in einem abwertenden und gleichzeitig verharmlosenden Kontext steht: als ob die typische Person mit Selbstverletzendem Verhalten (SVV) dies als Übersprungshandlung tun würde, weil sie nicht in eine Talkshow eingeladen wurde. Quasi: Ich bekomme nicht was ich will, also ritze ich mir die Arme auf. Dann gibt es Leute, die bei jedem Amoklauf direkt auf eine psychische Erkrankung verweisen, und dies so eindimensional, als würde eine Stunde beim Therapeuten strikt zum Töten unschuldiger Menschen führen. Durch all diese Beispiele werden psychisch kranke Menschen wiederholt abgewertet &#8211; und dann gibt es natürlich die vielen Menschen, die glauben, eine Depression wäre einfach ein schlechter Tag, etwas, dass man einfach so überwinden könnte, wenn man nur richtig wollen würde.</p>
<p>Yeah. So wie Leute mit Krebs das auch einfach überwinden können.</p>
<div id="attachment_2242" class="wp-caption alignleft" style="width: 243px"><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/Bildschirmfoto-2013-04-05-um-11.07.26.png"><img class=" wp-image-2242 " alt="" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/04/Bildschirmfoto-2013-04-05-um-11.07.26.png" width="233" height="529" /></a><p class="wp-caption-text">via <a href="http://hyperboleandahalf.blogspot.de/2011/10/adventures-in-depression.html">Hyperboleandahalf</a></p></div>
<p>Zu harter Vergleich? Nein. Es gibt Leute, die leiden ihr ganzes Leben unter einer schweren psychischen Erkrankung, so schwer, dass diese niemals heilen wird oder starke Beeinträchtigungen hinterlassen wird. Nach dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie begehen etwa 16% aller Menschen mit Depressionen und 30% mit Bipolarer Störung einen Suizidversuch. Von <a href="http://www.mpipsykl.mpg.de/clinic/erkrankungen/depression/depression_05/index.html">an Depression erkrankten Menschen sterben etwa 6%</a> an Selbsttötung.  Natürlich gibt es auch Fälle, die leicht sind, oder mittelschwer, die entweder alleine oder nur mit kurzfristiger externer Unterstützung weggehen. Wie eine Grippe, vielleicht. Aber keiner dieser Fälle &#8220;stellt sich an&#8221; oder tut das aus sonstigen niederen Beweggründen, die so gerne unterstellt werden. Wie das geliebte: &#8220;er/sie will ja nur Aufmerksamkeit!&#8221; &#8211; ja, das kann sogar stimmen. Aber ich kenne keine Person &#8211; und ich kenne viele Menschen, die unter verschiedenen psychischen Erkrankungen leiden &#8211; die sich einfach mal aus Langeweile die Arme aufschneidet. Was bringt einen Menschen dazu, sich eine Klinge in die Haut zu stechen? Was denkt ihr denn? Da steht oft eine lange Zeit Schmerz hinter, Verzweiflung, Einsamkeit, Depression, Selbsthass, und ja, vielleicht will die Person Aufmerksamkeit, aber nicht weil sie will dass es &#8220;immer nur um sie&#8221; geht, sondern Hilfe braucht. Vielleicht hat sie in ihrem Leben nie gelernt, über Probleme zu sprechen, weil die Eltern sie geschlagen haben, oder vernachlässigt, oder zurückgewiesen, oder nie da waren. Vielleicht gibt sie sich sogar selbst die Schuld daran.</p>
<p>Vielleicht ritzt sich so eine Person aber auch nie, sondern schreibt depressive Einträge. Vielleicht jammert er oder sie viel. Vielleicht hasst die Person sich dafür, so schwach zu sein. Es nicht einfach zu Ende bringen zu können. Sich aus Scham keine Hilfe suchen zu können, weil einem die Außenwelt immer und fast täglich vermittelt, wenn sie sich nur nicht so anstellen würde, dann, ja dann wäre die Welt eine Kirmes mit Zuckerwatte und Luftballons.</p>
<p>Um das kurz klar zu stellen: natürlich stehen hinter diesen Antworten gute Absichten, vielleicht auch Hilflosigkeit. Und natürlich kommt es immer darauf an, wie schlecht es einer Person geht &#8211; natürlich kann es kurzfristig helfen, mal raus zu gehen. Menschen zu sehen, die man gerne hat. Trost zu bekommen &#8211; aber das ist es ja, man möchte Trost. Umso sensibler sollte man reagieren. Wenn meine beste Freundin den schlimmsten Liebeskummer hat, ist meine erste Antwort auch nicht: dann geh halt raus und lach doch mal! Sondern einfaches Zuhören, da sein, trösten. Eventuell unterstützen, Hilfe zu finden.</p>
<p>Falls man überhaupt in der Lage ist, sich Hilfe zu suchen. Denn bei Depressionen ist ja genau das die Krux: zwischen den körperlichen Schmerzen, der Verzweiflung und Traurigkeit mischen sich die Phasen, wo man gar nichts mehr spürt, wo alles egal ist. Und dann kommt wieder der Schmerz, tiefe Einsamkeit, die dadurch verstärkt wird, dass man weiß, dass kein Mensch nachvollziehen kann wie es einem wirklich geht. Apathie, so stark, dass man nicht mal mehr aus dem Bett aufstehen kann. Konzentrationsschwierigkeiten, unfähig, einen Satz zu Ende zu denken, geschweige denn die Kraft aufzubringen, bei den 20-50 Therapeut_innen anzurufen, die es braucht, bis man vielleicht Hilfe bekommt.</p>
<p>Wusstet ihr, dass die durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz zwischen sechs Wochen und sechs Monaten liegt, je nach Bundesland? Wenn man überhaupt jemanden findet, der bereit ist, einen zu nehmen? Dass man teilweise sehr viel Glück haben muss, um überhaupt eine/n Arzt/Ärztin zu erwischen, die erkennt, wie schlecht es einem geht und eine Überweisung zum/r Psychotherapeut_in ausstellt? Dass sich Depressionen bei Männern und Frauen in der Symptomatik sehr unterscheiden? Dass auch die chronischen Magenschmerzen die man seit Jahren hat und die kein/e Artz/Ärztin erklären kann, Hinweis auf ein psychisches Leiden sein kann?</p>
<p>Woher solltet ihr das auch wissen. Psychisch krank zu sein ist ein Tabu, ein Stigma, dass auch dann nicht durchbrochen wird, wenn sich ein Fußballer das Leben nimmt. Aber trotzdem kann man etwas tun: sich informieren. Es folgen also ein paar Links, wo ich euch ernsthaft ermutigen möchte, dort mal rein zu lesen.</p>
<p><a href="http://hyperboleandahalf.blogspot.de/2011/10/adventures-in-depression.html">Dieser Eintrag</a> von Allie Brosh skizziert wunderbar, was es bedeutet, an einer Depression zu leiden. Sie schrieb 2012 auf Reddit, dass sie in Behandlung ist, und dass das Ende des Textes keineswegs darstellen sollte, dass sie plötzlich geheilt war &#8211; sondern eher, dass dies der Wendepunkt für sie war.</p>
<p><a href="http://vampireofdeath.wordpress.com/">Dieser Blog </a>ist von der oben erwähnten J. Ich finde sie unfassbar mutig und ich habe den größten Respekt davor, was und dass sie schreibt.</p>
<p><a href="http://vieleineinemblog.wordpress.com/faq/">Hier findet ihr</a> eine Seite, die sich mit dissoziativer Identitätsstörung beschäftigt. Das FAQ erklärt auch schön Trigger und Flashbacks, die sich bei Personen mit traumatischen Erlebnissen oft finden.</p>
<p>Über <a href="http://maris-new-life.tumblr.com/">Essstörungen und Depressionen</a> schreibt und tumblrt Marika hier.</p>
<p>Zu guter Letzt gibt es <a href="http://www.hardtwaldklinik2.de/selbstverletzendes-verhalten.html">hier einige Informationen zu SVV</a> und zum Umgang mit selbigem.</p>
<p>Edit: Ein schöner englischer Beitrag mit <a href="http://www.diycouturier.com/post/47249603128/21-tips-to-keep-your-shit-together-when-youre">Tipps gegen Depressionen</a>, die vielleicht schon bekannt, aber dennoch immer wieder bewusst gemacht hilfreich sind.</p>
<p>Edit: Hier noch ein Blog über <a href="http://drueberleben.wordpress.com/">Leben mit Depressionen</a>.</p>
<p>Falls ihr mehr Links habt, könnt ihr sie mir gerne an mina[ät]frau-dingens.de schicken.</p>
<p>In der Zeit während ich einige Jahre in dem Onlineforum moderierte, gab es in einem geschützten Bereich u.a. Threads zu Essstörungen, Depressionen und SVV. Ich weiß nicht genau, wie vielen diese Bereiche geholfen haben, aber es war eine Vielzahl an User_innen. Man konnte von Problemen berichten, ohne verurteilt zu werden, einfach mal erzählen, sich austauschen, oder Rat holen. Zu wissen, dass dort Menschen für einen da waren, war hilfreich und eine wichtige Ressource im Kampf gegen die Erkrankungen. Triggernde Berichte mussten entsprechend gekennzeichnet werden, triggernde Bilder haben wir meist nach Rücksprache entfernt. Daraus abgeleitet möchte ich alle Leser_innen noch einmal ermutigen, offen und konstruktiv &#8211; und herzlich &#8211; mit all den Menschen umzugehen, die ihr online oder offline trefft, die psychische Probleme zu haben scheinen. Bitte verurteilt nicht. Bitte &#8211; sofern ihr genug Kraft habt, dies zu tun &#8211; hört einfach nur zu. Fragt, was ihr tun könnt &#8211; und dürft. Greift jedoch strikt ein, wenn eine Person konkrete Pläne eines Suizids äußert. Immer.</p>
<p>Vielleicht hilft dieser Post einigen. Vielleicht trägt er dazu bei, ein paar Vorurteile zu entkräften, in Dialog zu treten oder einfach nur zu informieren.</p>
<p>Falls ihr gegenwärtig eine/n Therapeut_in sucht, findet ihr <a href="http://www.netzwerk-psychotherapie.de/organisation/php/liste_behandler.php">hier eine Liste</a>. Es gibt weiterhin für jedes Bundesland über die Kassenärztliche Vereinigung Stellen und Listen für Psychotherapeut_innen. Es ist immer ratsam, jedoch zuerst zu einer/m Allgemeinarzt/ärztin oder Psychiater_in zu gehen, da diese körperliche Ursachen ausschließen können (z.B. Schilddrüsenfehlfunktionen u.ä.).</p>
<p><strong>TelefonSeelsorge in Deutschland</strong><br />
+49 (0)800 111 0 111 (gebührenfrei)<br />
+49 (0)800 111 0 222 (gebührenfrei)</p>
<p><a href="http://www.depressionen-depression.net/notfaelle/notfallnummern.htm">Weitere Nummern und Ansprechpartner_innen</a>.</p>
<p><em>Ich öffne für diesen Beitrag mal die Kommentare, werde aber hart moderieren, weil das ein sicherer Bereich sein soll für Menschen, die eventuell etwas mitteilen wollen.</em></p>
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2239&amp;md5=7e70dcffa48dea8522a9f40bd3048445" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bewegungsunfähig</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Mar 2013 23:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Diese Woche ist so eine Woche, die würde ich gerne einfach ersatzlos streichen. Neu starten. Die SPD hat diese Woche so eindrucksvoll gezeigt, warum sie die ständigen 28% verdient hat, warum sie so viele Mitglieder an andere Parteien verloren hat, &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2220">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_4084.jpg"><img class="aligncenter  wp-image-2226" alt="" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_4084.jpg" width="1152" height="1152" /></a></p>
<p>Diese Woche ist so eine Woche, die würde ich gerne einfach ersatzlos streichen. Neu starten.</p>
<p>Die SPD hat diese Woche so eindrucksvoll gezeigt, warum sie die ständigen 28% verdient hat, warum sie so viele Mitglieder an andere Parteien verloren hat, warum die Chance den nächsten Kanzler zu stellen so gering ist: sie ist bewegungsunfähig. Nein, es geht nicht vorrangig um das LSR. Das war ein Anlass, ein Tropfen, das Fass quillt über, aber es ist noch nicht mal das Schlimmste. Die vertane Chance, sich dem LSR im Bundesrat entgegen zu stellen hat die alten, verkrusteten und überfälligen Strukturen der Partei offenbart, und was da zum Vorschein kommt, ist nicht schön.</p>
<p>Aber von vorne.</p>
<p>Ich habe selten so viel Verzweiflung, Frust, Enttäuschung und Wut über das Verhalten der SPD am Donnerstag und Freitag vor allem intern miterlebt. Ja, der Parteitag 2011 und die VDS Sache, da war viel Frust, aber da war auch <a href="http://frau-dingens.de/?p=1334">Hoffnung, mit stetiger Arbeit mehr erreichen zu können</a>. Es gibt einige sehr kluge, sehr engagierte Menschen in der Partei, die sich mit Leib und Seele Netzpolitik widmen, und sie haben auch schon einiges bewegt, wie ich finde. In diesem Falle taten die Piraten der SPD wirklich gut: sie erkannte mehr oder weniger an, dass es ein (neues) Politikfeld gab, dem man sich widmen konnte, und ließ die Mitglieder ihre Arbeit machen. Nein, ich sage nicht, dass wir dies den Piraten verdanken, kthxbye, das kriegt die SPD schon alleine hin (und hat btw auch mehr angestoßen als es viele Pirat_innen wohl wahr haben wollen) &#8211; ich sage, dass das Auftauchen einer neuen Partei vor ein paar Jahren der Störer war, der das System SPD zumindest für Netzpolitische Themen in einem breiteren Rahmen geöffnet hat. Aber sobald es um Themen geht, die eben nicht isoliert für sich stehen sondern eng mit wirtschaftlichen Interessen verflochten sind (LSR) oder eine starke Lobby hinter sich haben (VDS), kommen gleich die alten Strukturen und verhindern eine Evolution der Partei.</p>
<p>Ich habe das Wort &#8220;Evolution&#8221; mit Bedacht gewählt.</p>
<p>Natürlich kann sich eine so große und alt eingesessene Partei nicht neu erfinden. Durch ein <a href="http://sozis-gegen-vds.de/">Mitgliederbegehren zur VDS</a> z.B. einen Beschluss zu erwirken, der die VDS ablehnt, das wäre keine Evolution, das wäre eine Revolution gewesen. Unrealistisch, abwegig, wie ich heute weiß. Das liegt nicht zwangsläufig an inhaltlichen Positionen, sondern vor allem an Strukturen: Strukturen bedingen Inhalte. Die Strukturen der SPD sind alt, und damit meine ich auch die Personen, die dazugehörige Positionen in den Strukturen bekleiden (und ja: die SPD ist auch alt, mit einem Durchschnittsalter (!!!!!!) das nah an die 60 Jahre geht). Die Strukturen der SPD sichern aber auch Macht, und sind damit ein Stück weit Selbstzweck; die Strukturen der SPD sind homogen und werden so gut wie nie aufgebrochen (es ist kein Zufall, dass eine Troika nur eine Troika ist, wenn sie aus drei ähnlichen, etwa gleich alten Männern besteht).</p>
<p>Moment! höre ich jetzt jemanden rufen, die SPD wollte doch 2011 noch die &#8220;modernste Partei Europas&#8221; werden! (<a href="http://www.spd.de/aktuelles/Parteitag_2011/19532/thema_parteireform.html;jsessionid=D3BBC8D08BE9DE7751A8AC7B6C8FC7B8">I kid you not</a>). Yeah. Natürlich kann man netzpolitische Sprecher_innen einführen, natürlich kann man Thesen verabschieden und sich beraten lassen, natürlich kann man beschließen, dass Mitglieder mehr Entscheidungen treffen können sollen, aber natürlich kann man auch Til Schweiger als Tatortkommissar casten. Ändert das etwas am Kern? Nein, das sind kleine, evolutorische Schritte &#8211; im besten Fall nice tries, den &#8220;u tried&#8221; Button als Trostpreis, im schlimmsten Fall sind es Beruhigungspillen. Ernsthafte Versuche etwas zu verändern? Please. Ich zeige einfach auf <a href="http://frau-dingens.de/?p=1843">den bisherigen Wahlkampf von Peer Steinbrück</a>. Case closed.</p>
<p>Und es ist so schade. Und so frustrierend. Denn natürlich liebe ich diese Partei, warum sollte ich mir sonst diesen Scheiß freiwillig geben, neben all den tollen <a href="http://www.spdfraktion.de/kreativpakt">Ideen</a> und <a href="https://www.spd-fem.net/">Menschen</a> und <a href="http://www.spdfraktion.de/elli-verdient-mehr/">Ansätzen</a> und <a href="http://www.spdfraktion.de/themen/echte-vereinbarkeit-%E2%80%93-f%C3%BCr-alle">Initiativen</a>. Und es geht hier in diesem Artikel nicht um Netzpolitik, nein, das ist nur ein Beispiel. Und ich habe keine Lust, mir schon wieder den Mund fusselig zu reden. Irgendwo beim Parteivorstand liegt noch die <a href="http://sozis-gegen-vds.de/files/2012/10/2012-10-23-mehr-mitgliederbeteiligung-wagen.pdf">seitenlange Analyse für mehr Mitgliederbeteiligung</a> die ich mit <a href="https://www.dennismorhardt.de/">Dennis</a> nach dem Mitgliederbegehren gemacht habe (Dennis ist mittlerweile leider ausgetreten). Dies wollte man uns zumindest weis machen. Vielleicht liegt sie auch längst im Müll. Ich halte mittlerweile alles für möglich.</p>
<p>Und dann fragen sich die Leute und ihre schlauen Berater_innen, warum sie nicht mehr Stimmen haben, warum der SPD nicht geglaubt wird, dass sie sich für sie einsetzen wird. Einfach: weil sich die SPD nicht mal für ihre eigenen Mitglieder einsetzt. Eine Partei&#8221;reform&#8221; von 2011 die bisher nur reformiert hat, dass eine Reform nichts mehr reformieren muss. &#8220;Du musst machen, nicht meckern&#8221; höre ich schon die Stimme aus dem Off. Fuck it. Die SPD muss mir Lust machen, etwas zu machen. Das erreicht man nicht, in dem man die Leute ständig vor den Kopf stößt, in dem man immer und immer wieder beweist, wie bewegungsunfähig man in Vorstellungskraft, Visionen, Strukturen und Praxis ist. Wenn ich bei nem Buko der Jusos sitze und die Nicht-Akademiker an zwei Händen abzählen kann, wenn dann noch nicht mal verstanden wird, was das verkackte Problem daran ist, dann hab ich auch keine Hoffnung, dass sich in den nächsten Jahren was ändern wird. Woher soll denn der neue, frische Wind kommen, wenn die meisten schon beim Eintritt in jungen Jahren auf alte Parteistrukturen sozialisiert werden? Quereinsteiger? Haha. Sicherlich. Das ist doch ein genauso beliebtes Wort wie Feministin. Ein Stigma.</p>
<p>Ja, das wird ein Artikel ohne Handlungsanweisungen. Die hab ich an <a href="http://frau-dingens.de/?p=1837">anderen</a> <a href="http://frau-dingens.de/?p=1627">Stellen</a> <a href="http://frau-dingens.de/?p=1670">zu Genüge</a> <a href="http://frau-dingens.de/?p=2206">angerissen</a>. Falls jemand ernsthaftes Interesse hat, setz ich mich gerne mal ein, zwei Stunden hin, und diskutiere darüber. Alles andere ist Zeitverschwendung. Leider.</p>
<p>Ich glaube übrigens nicht, dass wir den Piraten damit eine Leihstimmenkampagne beschert haben &#8211; dafür ist LSR zu sperrig, zu unverständlich, und wird von den Medien auch zu wenig und zu einseitig thematisiert, als dass man damit in den Bundestag einziehen könnte (vom Zustand der Piratenpartei mal ganz abgesehen). Wenn wir Wähler_innen verlieren, dann weil die SPD mal wieder auf grandiose Weise gezeigt hat, dass es eben nur eine begrenzte Zahl von Leuten gibt, die was zu sagen haben, und dass diese nicht besonders gut im Zuhören oder Aufpassen sind. Bewegungsunfähigkeit ist keine gute Voraussetzung dafür in einem Land Wahlkampf zu machen, das sich so sehr nach einem Aufbruch sehnt.</p>
<p>Keine Ahnung, was ich persönlich daraus ableiten werde. Ich habe keine Funktion oder Amt, ich bin für die Partei vollkommen irrelevant, und ich bin froh darüber. Jede Person hat ein limitiertes Budget an Energie und Zeit, und die SPD macht es mir momentan sehr schwer den Mehrwert über kurz oder lang dafür zu sehen, dass man kurz vor dem ohnehin schon zu klein gesteckten Ziel doch wieder verliert.</p>
<p><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mije2mz3Np1rrftcdo1_500.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-2224" alt="" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mije2mz3Np1rrftcdo1_500.gif" width="500" height="448" /></a></p>
<p><em>Aber vielleicht bin ich auch nach den letzten schwierigen Wochen einfach zu gefrustet und ich lasse die Partei einfach mal ein bisschen ruhen. <a href="http://frau-dingens.de/?p=1746">Aufhören, mich für meine Ideale einzusetzen, kann ich eh nicht</a> &#8211; aber die Form, und ob das in einer Partei geschehen muss, das ist doch dann die Frage, die momentan noch zu beantworten ist.</em></p>
<p>PS: die Kommentare sind nach wie vor geschlossen weil mir die Trolle zu viel Zeit auffressen; ich weiß noch nicht ob ich sie irgendwann wieder aufmache. Feedback könnt ihr über Twitter oder <a href="http://frau-dingens.de/?page_id=1905">Mail</a> schicken.</p>
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2220&amp;md5=52a14eac34ff74a087ed9be4f14c9d35" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>In der Phantasie unserer Generation ist es einsam.</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Mar 2013 14:58:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik und Wirtschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Ach, das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie kommt in regelmäßigen Abständen wieder hoch. Manchmal geht es um die typischen Büroangestellten, manchmal um die Führungseliten der Unternehmen. Meistens geht es um den Status Quo: wir arbeiten immer länger, in manchen &#8230; <a href="http://frau-dingens.de/?p=2206">Weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/03/72022c2887f811e2b1c522000a9f18eb_7.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2211" alt="" src="http://frau-dingens.de/wp-content/uploads/2013/03/72022c2887f811e2b1c522000a9f18eb_7.jpg" width="612" height="612" /></a></p>
<p>Ach, das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie kommt in regelmäßigen Abständen wieder hoch. Manchmal geht es um die typischen Büroangestellten, manchmal um die Führungseliten der Unternehmen. Meistens geht es um den Status Quo: wir arbeiten immer länger, in manchen Unternehmen ist es zwangsläufig, dass du ab einer bestimmten Stufe in einen schweigenden Wettbewerb mit Kolleg_innen trittst, wer am längsten abends im Büro bleibt, und die Frage nach Kindern ist für Frauen nicht nur in Vorstellungsgesprächen immer noch ein Totschlagargument. Burnout wird zur Volkskrankheit, und als Symptom einer Depression zeigt es eigentlich nur, was wir alle schon längst wissen: unsere Gesellschaft arbeitet sich kaputt, Reallöhne sinken, aber nach außen strahlen wir der von der Regierung propagierten Wirtschaftsmacht Deutschlands entgegen. Vielleicht rechnet irgendwann mal jemand aus, wieviel uns diese ganze angebliche Produktivität denn genau kostet: von Burnout bis Trennungen bis krankanfällig bis Resignation.</p>
<p>Okay. Ich schweife ab.</p>
<p>Gestern schrieb <a href="http://rotstehtunsgut.de/2013/03/18/an-der-spitze-ist-es-einsam/">Christian Soeder dann einen Artikel</a>, der insbesondere auf Spitzenpositionen abzielte. Es wäre eben ein langsamer Weg an die Spitze, das wären ohnehin nur Probleme der &#8220;oberen Oberschicht&#8221;, und deswegen ja kein Thema für Parteien, weil die ja Politik für &#8220;die breite Masse&#8221; machen würden. Eigentlich wollte ich auf Grund von Sätzen wie das war schon immer so und wird auch immer so sein nicht antworten, aber vielleicht stellt sich ja Einsicht ein. Mal sehn.</p>
<p>Dem ganzen Artikel liegen einige Annahmen zu Grunde. Natürlich kann man darauf basierend argumentieren, die Frage ist für mich allerdings, was ich aus einer oberflächlichen Beschreibung ableite, und warum ich nicht tiefergehend analysiere. Zuerst einmal unterstellt Christian, dass der Weg an die Spitze ein langsamer, beschwerlicher Weg ist, der den meisten Menschen verschlossen bleiben wird. Ja, letzteres ist richtig. Er bleibt den Menschen jedoch nicht verschlossen, weil das ein Naturgesetz ist, sondern weil die Eliten des Landes ein weitgehend abgeschotteter, größtenteils männlicher Club ist, dessen Mitglieder sich alle in Habitus (Verhalten, Herkunftsmerkmale, kulturellem Wissen und Kapital) so sehr ähneln, als wären sie aus einer großen Familie. Wissenschaftler wie Hartmann oder Bourdieu haben die Wirkungsmechanismen an der Spitze zu genüge beschrieben, und dort zeigt sich eben auch: der Weg nach oben ist gar nicht so langsam und beschwerlich, kommt man aus der richtigen Familie, Stadt und trägt das richtige Geschlechtsteil (in diesem Falle einen Penis). Fassen wir also zusammen: die Spitze bleibt vielen Menschen verschlossen, weil es eine in sich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Homogamy_%28sociology%29">homogame (sich ähnliche) </a>Masse ist, deren <a href="http://www.amazon.de/feinen-Unterschiede-Kritik-gesellschaftlichen-Urteilskraft/dp/3518282581/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1363703550&amp;sr=8-1">feinste Unterschiede</a> und Nuancen eine Aufnahme für Uneingeweihte sehr schwer machen. Die &#8220;obere Oberschicht&#8221; ist sich also zu ähnlich um durchlässig zu sein.</p>
<p>So weit so gut. Eine weitere Annahme lautet: Das Problem bzw. die beispielhafte Lösung eines Problems bei Spitzenkräften interessiert nicht, da die Politik für die &#8220;normalen&#8221; Menschen (oh excuse me, ich wusste nicht, dass die obere Oberschicht nicht normal ist, sind die was besseres?) gemacht wird, und nicht für die Elite. Was dann wiederum impliziert, dass die Probleme von Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Spitzenkräfte und das mittlere/untere Management sowie die restlichen 80% der Bevölkerung verschiedene sind, oder zumindest die Lösungen verschieden sind. Also zuerst einmal: es tut mir wirklich leid, da jetzt zu desillusionieren, aber Politik wird nicht für die breite Masse gemacht. Politik wird von einer Elite gemacht (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=ChBsq6cj330">mittlerweile sind über 2/3 der politischen Elite Menschen, die selbst aus überdurchschnittlich gut gebildeten Familien mit Einfluss kommen</a>) und zu einem großen Teil für einflussreiche Bevölkerungsschichten gemacht. Das sind nicht die Putzfrauen, das sind nicht die Mechatroniker bei Opel, das sind nicht die Kindergärtner_innen nebenan. Oder warum spricht hier niemand davon, wie ein Hartz IV Empfänger eigentlich mit zwei Jobs seine Familie mit den Stütz-Zahlungen vom Amt in Einklang bringen kann? Nein, einflussreiche Bevölkerungsschichten, das sind die Schichten, die innerparteilich dafür sorgen, dass Spitzenpersonal seine Legitimation beibehält (denn intern gilt es genauso zu umgarnen wie nach außen), ergänzt durch die Medien, denen im Kampf um Wählerstimmen noch einmal eine eigene Rolle zu kommt, und die sich im übrigen aus ähnlichen Herkunftsmustern rekrutieren wie die sonstige Elite des Landes (für mehr siehe Bourdieu, Swartz, Schumpeter, Hartmann, etc.). Es ist doch ganz einfach: würde Politik für die breite Masse der Gesellschaft gemacht werden, wäre Leiharbeit größtenteils verboten, wäre Breitband längst überall in Deutschland (auch im Sauerland!) angekommen, könnten gleichgeschlechtliche Paare Kinder adoptieren. So ist es aber nicht.</p>
<p>Weiter im Text. Sind die Probleme von Führungskräften tatsächlich so irrelevant für die Bevölkerung? Noch mal zur Erinnerung: die Elite rekrutiert sich hauptsächlich aus sich selbst, und die Führungsetagen sind eben auch so undurchlässig, weil sie sich nach Kriterien der Homophilie bilden (deswegen u.a. auch die gläserne Decke für Frauen). Wären sie durchlässiger, wenn sie in sich selbst heterogener wären? Ja. Hätten somit mehr Bevölkerungsschichten eine Chance auf eine Spitzenkarriere? Ja. Wären andere Themen priorisiert als Shareholder Value in einem diverseren Team? Ja. Jetzt wird es spannend im Text von Christian, denn er riegelt nicht nur die Durchlässigkeit nach oben per Definition ab, nein, er sagt auch noch, dass eben diese Führungskreise keine Auswirkungen nach &#8220;unten&#8221; hätten. Aber wie wir gerade festgestellt haben, wird Politik von einer Elite gemacht, die sich eben aus dem selben Pool wie in der Wirtschaft und den Medien bildet (kleiner Exkurs: Elite = Menschen, die maßgebliche Entscheidungsgewalt besitzen). Wenn dieser Pool nun heterogener wird, wird auch die Politik heterogener, und offener für Bedürfnisse bisher vernachlässigter Wählerschichten (Stichwort Nichtwähler &#8211; natürlich könnten Parteien einen Großteil von Nichtwählern mobilisieren, so gesehen bei den Piraten, es kümmert nur niemanden was die Nichtwähler wollen).</p>
<p>Als nächstes folgt ein kleiner Abstecher zur Quote (yeah, ich höre schon von hier aus einige stöhnen, bleibt noch einen kurzen Moment dabei):</p>
<blockquote><p>Die Frauenquote für DAX-Vorstände und –Aufsichtsräte ist trotzdem richtig (jedoch aus anderen Gründen), don’t get me wrong — aber zu glauben, dass das auch nur ein winziges kleines Stückchen mehr Geschlechtergerechtigkeit für die Masse der Frauen bringt, ist ein einziger großer Fehler. (Soeder)</p></blockquote>
<p>Nachdem wir alle mit Aufstöhnen fertig sind, wenden wir wieder das schöne Prinzip der Logik an: mehr Frauen =&gt; mehr Heterogenität =&gt; mehr Durchlässigkeit nach oben =&gt; mehr heterogene Nachrekrutierung in den nachfolgenden Management-Ebenen =&gt; mehr Frauen in verschiedenen Positionen =&gt; mehr Selbstverständlichkeit von Frauen an wichtigen Stellen. Vielleicht haben wir eine andere Definition von Geschlechtergerechtigkeit, aber die Idee, dass Frauen dieselbe realistische Chancen haben eine Führungs- oder gar Spitzenposition zu erlangen, klingt pretty fucking amazing für mich. Genau das ist es dann, was <a href="http://www.spdfraktion.de/themen/echte-vereinbarkeit-%E2%80%93-f%C3%BCr-alle">Expertinnen wie Slaughter und Schwarzbart </a>anprangern, wenn sie sagen</p>
<blockquote><p>Vielfalt in Organisationen und echte Vereinbarkeit stellt sich nicht durch Warten auf den Wandel ein. (Bücker)</p></blockquote>
<p>Sie stellt sich <em>nur</em> durch eine Disruption, eine Herbeiführung von Wandel, eine Infusion externer Ideen und Störungen ein. Und natürlich (!) wird dann mehr für Frauen getan werden, auch von der Politik. Natürlich nicht (!) für alle Schichten, denn dafür müsste in die Heterogenität der Geschlechter noch die der sozialen Herkunft und Migration kommen, zwei immer gerne vernachlässigte Felder, aber das ist noch mal ein anderes Thema und kann nicht als Kritik an der Quote angebracht werden, ist es doch eher generelle Kritik am politischen System und wer da eigentlich für wen was macht (s.o.).</p>
<p>Das ist es vielleicht, was für mich Christians Text am schlimmsten macht: der letzte Absatz. Gerade in einer Partei, die seit 150 Jahren an bestehenden Gesellschaftsverhältnissen rumdoktort, weil sie es ablehnt, den Status Quo als gegeben zu akzeptieren, stört es mich, dass so ein Text erscheint. Vom fehlenden Verständnis für die Wirkungsmechanismen von Eliten, Politik und Wirtschaft mal abgesehen muss doch zumindest die Symbolkraft nachvollziehbar sein: Ich persönlich glaube zum Beispiel nicht, dass es Zufall ist, dass so viele junge Menschen zwischen 25 und 35 in die Sinnkrise stürzen, wenn sie das verstaubte Büro sehen während sie seit Jahren die Büros von Google und Facebook mit Rutschbahnen und bunten Farben kennen. Selbstfindung ist das Thema unserer Generation, einer Generation, die den Luxus hat keinen Krieg zu kennen &#8211; weder kalt noch vor der Tür &#8211; und gleichzeitig zwischen den Polen von weltweiter Unsicherheit einer globalisierten Wirtschaftskrise und abgesicherter Existenz einer Exportnation hin und her springt. Den imperfekten Status einer Führungselite einfach so hinzunehmen lehne ich ab, denn das würde bedeuten: es gibt keinen Wandel. Es lohnt keine Veränderung. Es wird sich nichts bessern. Klar, es kann sein, dass ich als Frau da anders drauf gucke, aber wenn wir so denken, was lässt uns dann Raum zum Denken, Lieben, Frei Sein?</p>
<p>Vielleicht ist es an der Spitze einsam. Fuck, unten ist es auch einsam, wenn du als Teenager anfängst illegal aufm Bau zu arbeiten, damit du deinen arbeitslosen Vater und deine alleinerziehende Mutter nicht nach Geld für ein Eis fragen musst. Es ist scheißegal wo du bist, es kann überall einsam sein. Dies als zynische Begründung eines konservativen Wertebilds zu benutzen, ist nicht nur falsch:</p>
<blockquote><p>es verkennt auch die realen Erfordernisse moderner, progres­siver Politik. (Soeder)</p></blockquote>
 <p><a href="http://frau-dingens.de/?flattrss_redirect&amp;id=2206&amp;md5=d16fffde4ba94205a2e16854dce18301" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://fraudingens.wotzefak.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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