Jetzt zieh dir doch mal was an, du kriegst noch ne Blasenentzündung!

Ra

Quelle Smite

Ich spiele gerne. Ab und zu schreibe ich ja auch hier was dazu. Und heute ist wieder so ein seltener Tag. Lobet den Spielegott!

Vor ein paar Monaten schrieb ich einen langen Artikel zu Sexismus und Spielen ganz allgemein. Als Beispiel dafür brachte ich Smite an, ein Spiel, für dass ich anfangs Feuer und Flamme war, mir richtig Spaß machte, aber es jetzt schaffte sich schon in der Beta-Phase ins Aus zu schießen. Durch was? Nun. Durch die sogar noch zunehmende Sexualisierung der weiblichen Göttinnen. Mit jeder Charaktervorstellung wurden die Outfits knapper. Mit jeder neuen Göttin die Busen größer. Mit jedem Bild mehrten sich die Kommentare der Spieler_innen: meh, wollen wir nicht, was soll das. Aber auch: geil, sexy, heiß, mehr davon. Smite wurde ein Spiel, das lange nicht mehr allein zum Ziel hat gute Kämpfe in Teams anzubieten, sondern vielmehr im Rundumpaket „was fürs Auge“ zu bieten. So sind dann auch die Outfits, die man für erspielte Credits kaufen kann, immer abstruser geworden: von der Krankenschwester zur Domina, alles dabei. Die männlichen Götter dagegen cool und lässig: ihre erspielbaren und käuflichen Outfits sind lustig, schräg, stark. Sie heben Charakterzüge hervor, während das einzige, was die Outfits der Göttinnen hervorheben, äußere Geschlechtsmerkmale sind.

Okay, ein Spiel, offensichtlich gemacht von Männern, die nie im Leben dachten, dass potenziell eine Frau ihr Spiel spielen könnte. Oder so. Denn, hey, mal ehrlich. Dieses Tittengewackel, die nackten Beine, die übergroßen Ärsche, allgemein, all diese omnipräsenten Geschlechtsteile von Frauen in Spielen, die ihnen eigentlich schon beim Laufen im Weg sein müssten – es nervt. Zieht den Frauen doch mal was an! Bei Männern klappt das doch auch. Selbst die von mir geliebt Mass Effect Reihe trägt ihren Teil dazu bei: Miranda, einer der Hauptcharaktere im zweiten Teil, trägt einen hautengen Latexanzug, der jede Kontur abbildet. Jede. Und selbst in simplen Gesprächen haben die Macher_innen sichergestellt, dass wir auch ja nichts verpassen.

Yeah, keine Ahnung wie Miranda in dem Outfit kämpfen kann, mich würde ja die Hose in der Ritze zu sehr zwicken und mich um jede Konzentration bringen. Aber kay. Solche Dinge sind manchmal lächerlich, so dass ich nur lache und die Schultern zucke, und manchmal so überladen und wiederkehrend, dass sie mich regelrecht von einem Spiel abstoßen (siehe Smite). Was so, so, schade ist. Wie soll ich mich in einem RPG mit einem halbnackten Püppchen-Charakter identifizieren, wenn ich ihr nichts anziehen kann? Ich mein, okay, klar, es gibt Leute, die möchten ihre Frauen so spielen…

Skyrim

Gefunden in einem Skyrim-Forum Quelle

…aber ich würde doch zumindest gerne die Wahl haben. Denn, sorry, wenn ich sehe, wie männliche Charaktere dagegen ausgerüstet werden, erfasst mich schon ein bisschen der Neid. Das scheint wenigstens realistisch! Bis obenhin zugepanzert, coole schwere Rüstung aus Drachenknochen oder weiß der Henker, Panzerung statt Rüschen, Ausrüstung statt Schleifen. Wenn meine Heldin nur einen Schlüpper und nen Gürtel plus BH trägt, müsste sie schon allein auf dem Weg nach Winterfeste erfrieren. Von den Verbrennungen 18. Grades beim Kampf gegen einen Drachen mal ganz zu schweigen. Was soll das also?

Es geht mir nicht darum, jemanden sexy Outfits wegzunehmen (wozu gibt es schließlich auch noch entsprechende Mods). Wenn für euch das zum Spielerlebnis dazu gehört, kein Ding. Cool. Haut rein. Es geht einfach darum, eine Wahl haben zu können. Bei NPCs auch etwas Realismus und Abwechslung zu haben. Und vor allem darum, Frauen nicht durch eine übertriebene Sexualisierung wieder klein zu machen und sie auf Äußerlichkeiten zu reduzieren, anstatt sie als die badass Heldinnen/langweilige Randompersonen/gute Freundinnen/Informationsgeberinnen zu sehen, die sie sind. Mich würde es wohl genauso stören, wenn alle männlichen NPCs in Spielen mit nacktem Oberkörper und engen Ledershorts, in denen der Schritt Footballgröße hat, rumlaufen würden. Die Frage ist ja – denken Spielemacher_innen, dass dies von der Community gewünscht wird, und wird es wirklich gewünscht? Und wer gehört dieser Community überhaupt an? Aber dazu ein anderes Mal mehr…

Denn es geht ja auch anders. Mittlerweile gibt es zumindest die Möglichkeit, schwere Rüstungen auch an weibliche Charaktere anzulegen. Sieht zumindest schon etwas besser aus:

Aber auch hier scheint es nur Rüstungen zu geben, die Weiblichkeit betonen. Alle haben sie die obligatorische Brustplatte, die Brüste akzentuiert. Hier könnt ihr super nachlesen, warum jede Heldin in solch einer Rüstung beim ersten Kampf wohl tot wäre – der resultierende Druck auf das Brustbein würde sie umbringen. So viel dann zum Realismus… Tja, dann wäre der Ganzkörperlatexanzug von Miranda wahrscheinlich noch die bessere Wahl. Doch es geht auch anders. Es gibt immer wieder Concept Arts mit schönen, weiblichen Rüstungen, zum Beispiel diese hier von Thor. Ich würde mir mehr davon wünschen. Viel mehr. Nicht nur in den spielbaren Charakteren, sondern überall.

Damit Frauen in Spielen eben mehr als Tropes sind, mehr als billige Plotlines oder Deko. Damit sie, selbst wenn sie denn dann eine inhaltliche Funktion bekommen, nicht trotzdem zum Anguck-Objekt degradiert werden. Damit Mädchen und junge Frauen, die mit Spielen aufwachsen wenigstens in dieser Welt eine Zuflucht haben, in der sie nicht der ständigen Sexualisierung unterworfen werden. So wie die sogenannte große Spielerszene aus selbsterklärten Gamern, die sich von den falschen „Fake-Gamer-Girls“ abgrenzen wollen, einst Zuflucht bei Counter Strike, FinalFantasy, Starcraft usw. fanden, um für ein paar Stunden Held sein zu können, ohne an die schmerzhafte Realität erinnert zu werden.

Denn Spiele sind nicht nur Spiele. Spiele sind Teil einer Kultur, unserer Kultur, und somit Teil der Gesellschaft. Sie prägen uns mehr als uns lieb ist. Eine Studie zu weiblichen Spielecharakteren und ihren Einfluss auf (Selbst-)Wahrnehmung von Frauen schrieb dazu folgendes:

On the one hand, such female characters are strong, bold, intelligent, and independent, but on the other hand they are made-up (with makeup and clothing), sexualized, and objectified. These latter characteristics are what maintain females vulnerable and non-threatening status. Thus, the powerful role of the female heroine is diminished by the emphasis on her physical feminine appearance. In particular, it is the sexualization of female characters in video games that seems likely to negatively influence video game players perceptions of self and women in society. Based on the assumptions of social cognitive theory of gender development and differentiation, exposure to sexually objectified women and girls in video games would be expected to influence social perceptions about gender and women.

[…]

Specifically, these data cautiously indicate that gender  portrayals in video games can, in fact, affect people’s beliefs about women in the real world, and women’s self-efficacy’s gendered self-concept.

Die ganze Studie könnt ihr hier nachlesen. Das Aussehen weiblicher Heldinnen und NPCs ist also nicht nur Geschmackssache, sondern hat handfeste Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung von Frauen im Alltag. Auch wenn große Publisher sich dem vielleicht sogar schon bewusst sind, über kurz oder lang hilft es wohl nur, positive Beispiele heraus zu stellen und sonstigen Quatsch wie Zombie-Bikini-Büsten nicht zu kaufen. Und die dazugehörigen Spiele gleich nicht mit.

Und damit der Post hier nicht auf so einer ernsten Note endet, hier mein All Time Favorite Spiele Mod.

  • Mario Burgener

    Natürlich, weil es gibt ja auch in jedem Actionspiel für spielende Männer die Option einen smarten, lustigen, sensiblen, metrosexuellen Charakter zu wählen, im elleganten Zweireier und nicht nur den mit steroiden vollgepumpten Conan oder Dolph Lundgren Look-a-Like oder Gandalf für die Kleiderfraktion.

    kurz gesagt würde ich das Nachfolgende auch für Männer feststellen wenn ich dann möchte:

    Specifically, these data cautiously indicate that gender portrayals in video games can, in fact, affect people’s beliefs about men in the real world, and men’s self-efficacy’s gendered self-concept.

    • Mina

      Klar, das betrifft auch männliche Charaktere – wenn auch ich behaupten möchte, nicht in dem Ausmaß. Ich hab neulich was spannendes dazu gelesen, warum männliche Helden in Spielen fast nie Haare haben, sondern immer den Millimeter-Kurzhaarschnitt. Wenn ich es noch mal finde, verlinke ich es.

      • Mario Burgener

        Der grund dafür würde mich tatsächlich wunder nehmen wenn es denn etwas anderes ist als die einleuchtende Erklärung das kurze Haare viel einfacher digital zu simulieren sind.

        • Mina

          (dann hätten auch alle Frauen kurze Haare)
          Nein, der Grund ging in die Richtung: kurze Haare/Glatzen wirken stärker, kräftiger, brutaler.

  • Es fängt ja schon damit an, dass die meisten Progatonisten in Spielen Männer sind bzw. dass man gar nicht aus wählen kann, welches Geschlecht die eigene Spielfigur haben soll. Und wenn man es dann doch kann, und eine Frau spielen möchte, dann spielt man entweder eine halbnackte Stripperin oder (genauso mäh) eine Prinzessin. Natürlich gibt es das auch bei Männern – weniger die Nacktheit, aber eben das muskulöse Idealbild der coolen Sau –, aber da nehme ich für meinen Teil es nicht so explizit wahr. Nintendo zeigt das denke ich nach wie vor am besten: Die Männer sind quer durch die Bank verschieden, es gibt Muskelprotze, Klempner, Dinos, Affen, Bösewichte, kleine Jungs… Und was gibt es auf der Frauenseite? Prinzesschen Peach, Prinzesschen Daisy, Rosalina – alle ganz zauberhaft in Ballerinas. Und Birdo – ganz in rosa, mit rotem Schleifchen.

    Ein positives Gegenbeispiel ist da für mich hingegen Left4Dead (sowohl 1 als auch 2). Die beiden Frauen laufen dort ganz gewöhnlich rum, in normalem Top oder Pulli. Und die Männer sind ebenfalls grundverschieden – der eine dick, der andere dünn, der dritte kräftig. Und was mir dabei auffällt: Ich finde die Figuren dadurch viel sympathischer als in den meisten anderen Shootern.

    • Mina

      Ja, Lookism, also die unerreichbaren Schönheitsideale von Spielcharakteren, sowohl männliche als auch weibliche, kommt noch als Dimension oben drauf. Als ich Skyrim anfing war ich erst verwundert, als ich „Gewicht“ meiner Frau einstellen konnte. Dann entsetzt, als ich sah, dass es fast keinen Unterschied machte.

    • Mario Burgener

      Das stimmt doch überhaupt nicht, das Nintendo ein Paradebeispiel dafür sein sollte, natürlich passt das schon wenn man sich das so zurecht drehen will, aber Samus, Shriek, Kami Loopa, Lohviata, Dixie Kong, brunhilda, gumbrina etc…und das die mädels in nintendo games of pink sind resultiert wohl daraus das die charaktere noch aus der 8 pixel ära stammen, wie will man mit 8 pixeln einen weiblichen charakter darstellen ohne pink zu verwenden? wenn schon ist doch genau nintendo das Paradebeispiel für eine ausgewogene Charakterverteilung.

      • Mina

        Jaaa, wie will man eine Frau darstellen ohne Pink zu benutzen? Oder ohne Fantasie zu benutzen, wo wir grad dabei sind? Ist ja nicht so, als könne man einen Klempner, ein Monster, eine Pflanze darstellen, aber eine Frau ohne Pink und Kleid? OMG

        • Mario Burgener

          Bitte nochmals lesen. Mit 8 pixeln wird es wohl nicht ganz soooo einfach sein.
          und sollte sich tatsächlich einer erdreisten 2 pixel der 8 an Brüste zu verschwenden, wird dann wohl wieder die reduzierung auf primäre Geschlechtsteile zum tragen kommen? Auch Mario hatte im Spiel mit 8 Pixeln keine visible Klempner Erscheinung. Aber egal.

          • Mina

            Und was sagt uns das?

      • Samus würde ich schon noch als ein Negativbeispiel nennen. Bei den anderen hast du recht, aber das schwächt meine Aussage aus meiner Sicht nur ab und relativiert sie nicht – schöne Kleider, eng anliegende Anzüge und Rosa als „Grundfarbe“ machen ja trotzdem einen großen Teil aus.

  • spacehamsterZH

    Hier ein Screenshot aus Mass Effect 3 für diejenigen unter uns, die das Spiel nur vom Hörensagen kennen.

    http://1.bp.blogspot.com/-rhsSODmIhjU/T9QwNdVEJPI/AAAAAAAAMhk/Ypin_whI0H8/s1600/MassEffect3+2012-06-09+21-57-47-51.jpg

    Einfach mal so, ähem, der Vollständigkeit halber.

    • Mina

      Awww, süß. Unterstellst du gerade, dass ich das Spiel gar nicht kenne? Das sind genau die Leute, die im Multiplayer auf große Hose machen und dann in die Prätorianer reinlaufen.
      Es gibt kein Spiel, dass ich intensiver, häufiger, oder öfter gespielt habe als ME. Aber, u tried.

      • spacehamsterZH

        Schön. Dann solltest du eigentlich wissen, dass die Hahne-Kedar-Rüstung existiert und der bekloppte BH-Brustpanzer nur eine Option ist. Ganz davon zu schweigen, dass es problemlos möglich ist, Femsheps mit Glatze und Narben im Gesicht zu spielen. Dein Prätorianer-Killcount ändert herzlich wenig daran, dass das Beispiel ME3 in dem Zusammenhang nichts hergibt.

        • Mina

          Ja, weiß ich, ändert aber nichts :)

          • spacehamsterZH

            Was ändert woran nichts? Mass Effect ist in etwa das schlechteste Beispiel, das ich mir vorstellen kann für die Feststellung, dass man in den meisten Games keine weibliche Figur spielen kann, die nicht wie ein Sexobjekt aussieht. Es gäbe unzählige Games, mit denen du das hättest belegen können (wie wär’s z.B. mit 99% aller weiblichen Charaktere in Kampfspielen?), stattdessen suchst du dir ausgerechnet Mass Effect aus. Das du offenbar kennst. Und es daher besser wissen müsstest.

          • Mina

            Nein, ich belege es nicht an Mass Effect, sondern bringe es als ein Beispiel von verschiedenen dafür, dass selbst wenn das Spiel toll ist – und ich verehre die Reihe wirklich, nicht zuletzt wegen der guten und vielfältigen Charaktere – und es starke Charaktere wie Miranda oder FemShep gibt, das Aussehen bzw die Rüstungen dennoch (nicht alle, aber die meisten) sexualisiert sind. Und das stimmt selbst für ME.

          • spacehamsterZH

            Von mir aus, aber nicht besonders geschickt gewählte Beispiele wie ME helfen deiner Argumentation nicht weiter.

            Was meines Erachtens die wesentlich interessantere Frage wäre und diese Debatte vielleicht mal weiterbringen würde, wäre, WARUM es denn so ist. Dem Ganzen liegt käumlich eine patriarchalische Weltverschwörung zugrunde, sondern wohl eher ein sehr eigentümliches Fehlverständnis bezüglich der meisten Game-Publisher darüber, wer ihr Zielpublikum ist – männlich, unter 20 und sagen wir mal leicht mit sexuellen Schlüsselreizen käuflich. Offensichtlich ist das ein Irrtum, und nun fragt sich

            a) Warum verkauft sich das Zeug trotzdem und

            b) Müsste es nicht einen grossen Markt geben für Spiele, die auch für die über 20-jährige und nicht komplett penisgesteuerte Kundschaft spielen kann, ohne dabei rot anzulaufen? Und wenn dem so ist (der Erfolg des letzten Tomb Raider-Spiels wäre zumindest ein Anzeichen dafür), warum wird dieser Markt nicht bedient, wenn man damit Geld verdienen kann?

            Damit müsste man sich mal befassen, und nicht die öchzigste Diskussion über zuviel nackte Haut führen und den unweigerlich darauf folgenden (in meinen Augen berechtigten) Einwand, dass die männlichen Figuren auch idealisierte Körper haben und Kleider (Superheldenspandex mit magischen Hafteigenschaften, ähem), die sich unrealistisch verhalten.

            P.S. Die Mail-Benachrichtigungsfunktion hier funzt nicht. FYI.

          • Mina

            Dann befass dich doch mal damit, es steht dir frei selbst darüber zu bloggen. In der Zwischenzeit bitte keine merkwürdigen Begriffe wie „Weltverschwörung“ benutzen, da sinkt meine Lust irgendwas freizuschalten immer rapide :) Merci!

  • Mario Burgener

    Ich persöhnlich denke das bei Spielen die männlichen und weiblichen Stereotypen ziemlich gleichberechtigt abgebildet werden. Schlussendlich macht es halt irgendwie auch keinen Sinn in Action Spielen in der der Protagonist eine Kampfmaschine darstellen soll eine dickliche Frau zu nehmen der man von 5 Kilometern entfernung ansieht dass sie kein Schwert schwingen kann, ebenfalls leuchtet es mir nicht ein für ein Hüpf/kampspiel wie Bajonetta eine übergewichtige Frau zu nehmen oder sie möglichst hässlich zu gestalten damit sie nicht die gängigen Stereotypen bedient. Ich hoffe das macht mich nun nicht zu einem frauenfeindlichen Antifeministen. Ich habe lange überlegt es fällt mir nicht ein einziges Actionorientiertes Spiel ein in dem für den männlichen Charakter nicht auch die verbreiteten Clichees verwendet werden. Hinzukommt das es genügend spiele gibt in der man seinen Charakter beliebig anpassen kann, und auch züchtigere Kleider wählen kann, schlussendlich habe ich dann aber die Erfahrung gemacht dass die meisten Frauen dann trotzdem eher auf Leder BH als auf Leinen Robe zurückgreifen.

    • Mina

      Nein, das macht dich nicht gleich zu einem frauenfeindlichen Antifeministen. Ich glaub es macht dich zu jemanden, der noch nie mit dicken Frauen Sport gemacht hat (ich hab Freundinnen, die stellen mich in Kondition und Kraft LOCKER in den Schatten), und warum Frauen schön sein müssen um sie spielen zu könnnen erschließt sich mir auch nicht. Und ja, Klischees betreffen beide Geschlechter, dennoch: lies doch mal in ner ruhigen Minute die Studie. Es hat eben Gründe, warum bei Spielen das Frauenbild negativ beeinflusst wird, und nicht explizit das Männerbild.

    • Dicke Frauen? Vielleicht eher massig. Ernsthaft, warum
      sollte eine Frau mit breiten Kreuz, muskulösen Oberschenkeln und
      starken Armen kein Schwert schwingen können? Vor allem in Vergleich
      mit den üblichen Charakteren, die einen BMI von 17 haben? Da ist
      doch wohl eher das Gegenteil der Fall. Man kann Frauen auch Muskeln
      verpassen. Geht bei Männern ja auch. Da kommst du doch auch nicht
      auf die Idee, einen Vin-Diesel-Verschnitt dick zu nennen und ihm zu
      unterstellen, er könnte kein Schwert schwingen.

      • Marcel

        Vin Diesel ist ja auch nicht dick, er ist trainiert. Aber ehrlich gesagt hab ich noch keine Frau mit einer vergleichbaren Figur gesehen. Auch trainierte Frauen bauen keine solchen Muskeln auf, die sehen entweder aus wie Bodybuilderinnern oder russische Kugelstoßerinnen, beides für mich nicht ästhetisch.

        Dann lieber die Modelfigur, im übrigen gab es ohnehin im Mittelalter kaum kämpfende Frauen. Auch Jean’Darc hat niemals selber gekämpft, die war lediglich eine Art religiöse Anführerin. Folglich müsste man, wollte man Realismus, kämpfende Frauen komplett aus den Spielen entfernen.

        • Mina

          Stimmt! Weil es bei Spielen um REALISMUS geht! Sorry, ich nehme kurz meinen Lyriumtrank, ich kann den Erzdämonen so schlecht verstehen. Next.

        • Dass Frauen nicht gekämpft haben ist auch so ein Mythos – Frauen haben das meiste gemacht, das Männer auch gemacht haben, es ist nur sehr viel weniger davon überliefert. Geschichtsschreibung ist nicht so verlässlich, wie wir meinen. Hierzu ein Artikel einer Fantasy-Autorin mit historischem Background, der es um Klischees beim literarischen Schreiben geht, die aber auch sehr viel über das Thema kämpfende Frauen und deren Unsichtbarkeit weiß: http://aidanmoher.com/blog/featured-article/2013/05/we-have-always-fought-challenging-the-women-cattle-and-slaves-narrative-by-kameron-hurley/

  • Mario Burgener

    der springende Punkt ist wohl: „aber da nehme ich für meinen Teil es nicht so explizit wahr“

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  • stephen

    Vielleicht sollte man diese Teile der Studie noch einmal hervorheben: „Based on the assumptions“ „would be expected“.

    • Mina

      Das ist die Einleitung des Fazits, wo die Studienparameter rekapituliert werden. Aber wenn dich das besser schlafen lässt, dann markier dir das mit Textmarker.

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  • Miri

    Hallo,

    Danke erst einmal für Deinen tollen Blogeintrag. Über spärliche „Rüstungen“ bei weiblichen RPG-Charakteren habe ich mich schon immer gewundert (oder eher geärgert, weil offensichtlich eine Objektifizierung/Sexualisierung der weiblichen Charaktere zuliebe männlicher Spieler stattfindet) – freut mich sehr, dass auch andere Personen sich darüber äußern und auch das Feedback nicht allzu knapp ausfällt :)

    Wobei ich eine Sache noch anmerken muss:

    „Aber auch hier scheint es nur Rüstungen zu geben, die Weiblichkeit betonen. Alle haben sie die obligatorische Brustplatte, die Brüste akzentuiert. Hier könnt ihr super nachlesen, warum jede Heldin in solch einer Rüstung beim ersten Kampf wohl tot wäre – der resultierende Druck auf das Brustbein würde sie umbringen.“

    So simpel mein Gedankengang vielleicht wirkt, aber eine komplett gerade Brustplatte ist vielleicht für eine Frau mit größerem Busen auch nicht wirklich passend? Zwar ist der von Dir angefügte Link schon verständlich für mich, aber ich stelle mir die Frage, wo der Busen bei einer flachen Brustplatte „hin soll“ ;) Ich selbst war früher begeisterte LARPerin und habe festgestellt, dass eine vorne gerade Rüstung bei ansonsten passender Einstellung den Busen einfach unangenehm quetscht. Stellt man die Rüstung also bisschen weiter ein, ist es am Busen bequemer, aber sitzt dafür an anderen Stellen zu locker. Also eine ein wenig an das Vorhandensein einer weiblichen Brust angepasste Rüstungsform würde sich schon am angenehmsten tragen.

    Ansonsten kann ich aber auch noch sehr zustimmen, dass bei PC-Spielen auch männliche Stereotypen in großer Menge vorzufinden sind, wenn es da wohl auch noch einen etwas größeren Spielraum gibt, als zumeist bei Frauenfiguren.

    Eine Sache fällt mir dann auch noch ein, ist aber schon fast etwas Off-Topic: Mir ist vor Kurzem aufgefallen, dass es bei Skyrim – meines Wissens zum ersten Mal in der gesamten TES-Reihe – unter den NPCs ein homosexuelles Männerpaar gibt. Gedanken habe ich mir über die Tatsache gemacht, dass beide Figuren allerdings nur tot aufgefunden werden können. Was sagt das aus, dass man sich durchaus „traut“, ein schwules Paar einzubauen, allerdings kein lebendiges, das man möglicherweise direkt miteinander interagieren sehen würde, sondern nur zwei tote Individuen, über deren homosexuelle Beziehung nur Briefe Aufschluss geben? Finde ich schon „interessant“…

    Nette Grüße,
    Miri

    • Marcel

      Das mag auch daran liegen, dass LARP Rüstungen, meist für Couch Potatoes geschmiedet sind. Richtige Ritter hatten wahrscheinlich einen größeren Brustmuskel und damit Umfang als die meisten Frauen, dann passt auch die Rüstung, da trägt man dann ja auch noch einen Waffenrock drunter der entsprechend polstert. Wer sich römische Paraderüstungen (natürlich für Männer) anschaut, sieht auch dort, dass der Brustmuskel extrem ausmodeliert ist, da wird dann gerne mal mehr aufgetragen als drin steckt. Insofern sind die Spielrüstungen nicht so abwegig.

      • Mina

        Gerade Männerrüstungen haben keine akzentuierten Brustauswölbungen, die sämtliche Stöße auf das Sternum ableiten. Next.

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  • ZielWasserVermeider

    Hmmm… ich weiss nicht ob Lydia in einer Daedrarüstung ein gute Beispiel ist…
    Sie würde wahrscheinlich in einer „skimpy“ Rüstung mehr Überlebenschancen haben, wie in dieser mit „Schwing deine Waffe… die Dornen an der Rüstung werden schon zu meinen lebenswichtigen Organen führen“-Rüstung ….

    Grusel
    Oli

  • smnfx

    Ich glaube die Spieleindustrie lernt langsam, dass Gameplay, Story, Grafik, Charakter, etc wichtiger sind als boobs everywhere.
    Ich mag diese überzogene Darstellung von Frauen in vielen Games auch überhaupt nicht. Ganz besonders abstoßend fand ich immer Lara Croft. Schön zu sehen das es jetzt im neuen Spiel auch anders geht.
    Mass Effect und Miranda… das ist für mich das beste Beispiel wie eine Industriegröße die Nerven besitzt einen solchen commedy Charakter in einen triple A Titel einzubauen. Ernst nehmen kann ich sowas leider nicht. Versaut einem einfach nur die Atmosphäre sowas.

    Aber es wird besser! Hoffe ich ;)

  • Marcel

    Ich weiß ja nicht ob du mal auf einem LARP Event warst oder auch auf einer der zahlreichen Computer Messen, bei denen sich die Fans entsprechend Ihrer Spielfiguren verkleiden. Aber gerade da seh ich die Frauen in genau den bemängelten Outfits rumlaufen. Und ich denke die ziehen sich selber so an, die werden ja nicht gezwungen das Zeug zu tragen. Also scheint es auch den Damen zu gefallen, daher finde ich es völlig unnötig dieses Phänomen hier den männlichen Spielern anzulasten. Jeder mag doch sexy gekleidete Menschen lieber sehen als häßliche, warum also sollte man sich das in einem Spiel antun, wenn es für die Story nicht notwendig ist, schließlich reden wir hier von Fantasy. Im Sommer seh ich übrigens reichlich Mädels bei denen die Hotpants nicht kurz und das T-Shirt nicht eng genug sein kann. Frauen wollen sich so darstellen, das liegt nicht zwingend an den Männern.

    • Mina

      Weil einige Frauen entsprechend der knapp bekleideten Spielfiguren cosplayen heißt das nicht, dass „alle Frauen“ das gut finden. Wenn jemand Morrigan aus DA:O cosplayet, kann sie schließlich auch schlecht hochgeknöpft erscheinen – sonst erkennt man sie nicht. Vielleicht findet sie aber einfach Morrigan als Figur cool, und nicht ihr Outfit. :)

  • Michael

    Ich bin über SPON auf diese Seite aufmerksam gemacht worden und war überrascht, wie kontrovers dieses Thema diskutiert wird. Fakt ist doch, jeder sollte seinen Char so spielen und anziehen dürfen wie er es gern hätte, ohne dafür in irgendeine Schublade gesteckt zu werden. Nur weil ich auf heiße, sexy und sehr knappe Outfits bei weiblichen Charakteren stehe, muss ich nicht gelich ein grenzdebiler und vor Geilheit sabbernder Teenager sein, der keine Freunde hat und sein Leben vor dem PC verbringt, weil er nicht gesellschaftsfähig ist. Auch diese Personen mag es geben, aber mit dem gelichen Recht wie alle ausgestattet, nict von Hinz und Kunz beurteilt und bewertet werden zu müssen :-)

    Ich gebe dir völlig Recht, man sollte verdammt nochmal die Wahl haben, ob mein Charakter hetero- oder homosexuell, nackt, halbnackt, zugeknöpft, heroisch, voll gepanzert oder in Seide gehüllt durch die Landschaft läuft. Hier möchte ich als positives Beispiel Star Trek Online anbringen. Hier kann man für jeden Cahr mehrere Outfits bei einem Schneider erstellen und abspeichern. Es gibt auch knappe Outfits – aber davon deutlich weniger. Und das man den Busen bei STO je nach Belieben größer oder kleiner Stellen kann, fällt für mich unter den Aspekt der Vollständigkeit, denn man kann quasi jedes Körperteil bei Mann und Frau verändern.

    Das Frauen in erster Linie über deren äußerlichen Reize in einem Spiel dargestellt werden ist m. E. nicht ungewöhnlich, ja sogar schlüssig. Meiner Meinung nach besteht die Zielgruppe eines Spiels überwiegend aus Männern. Unterm Strich, alle Spiele der in Frage kommenden Genre zusammengefasst, muss man mir hier wohl Recht geben. Das Männer zunächst über den äußeren Reiz auswählen, ist bekannt. Aber auch Frauen die einen männlichen Char spielen, nehmen keinen dicken, untersetzten Char sonder eher einen Vin Diesel- Verschnitt oder Magic Mike- Typen der Ihnen im realen Leben mal ordentlich den Po versohlt. Männerchraktere sind hier äußerlich genauso einfach über gewisse Merkmale definierbar. Bei uns sind es eben nicht die Brüste, sondern die Muckis.

    Charakterzüge einer Frau lassen sich visuell zwar auch darstellen, aber wenn ich einen geilen Drecksau Char der alles weghaut und cool ist ohne Ende spielen will, dann bevorzugen an dieser Stelle die Mehrheit aller Männer doch wieder einen männlichen Char. Weil das eben in der Regel besser passt. Wer will nicht wie The Rock oder Terminator sein? Die Grundausstattung ist bekannt, einen Penis hat ja jeder und den kennt man auch, aber Muskeln, Narben und ne coole Frisur hat eben nicht jeder und das wünscht man sich und das will man ausleben.

    Will ich nun einen weiblichen Char spielen, bin ich entweder eine Frau – die sich dann völlig zu recht über die Bikinimode ärgert und sich fragt, wo die Kampfausrüstung für Erwachsene zu finden ist – oder ich bin doch wieder ein Kerl, der mal was ganz anderes zocken möchte. Quasi einen Kontrast zu seiner geilen coolen Drecksau sucht.
    Und was passt da am besten? (Vorsicht keine Bewertung!) Eine zugeknöpfte Dunkelblonde, mit schulterlangem runterhängendem Haar, A- Körbchen, Durchschnittshintern und einem Kampfoutfit von H&M bis oben zugeknöpft und frablich so modern wie die 80er in der DDR? Nein, natürlich nicht! Wen sieht man denn an der Seite von so geilen Type wie Vin Diesel? Meistens eine total geile, halnackte Amazonin, die aufgrund Ihrer Wendigkeit und Kampferfahrung nicht mehr als einen Schlüppi braucht :-) da sie ja eh nicht getroffen wird oder Vin Ihr den Arsch rettet, wenn es eng wird :-)

    Sie verzaubert Ihre Gegner mit Ihren Reizen und macht diese damit leichtsinnig, was Ihr einen Vorteil im Kampf verschafft. Außerdem ist es was fürs Auge, wenn ich mit Ihr durch die Landschaft ziehe. Will ich was Angezogenes spielen, wechsel ich auf meinen männlichen Char. Bin ich deswegen sexistisch oder ein Chauvinist?

    Mal ehrlich, selbst wenn ich persönlich die Wahl habe, ob meine Charakterin sexy oder zugeknöpft, historisch korrekt gerüstet (hätte fast gebrüstet geschrieben hahaha) oder in irrwitzigen Metallrüstungsandeutungen durch die Kante zieht, würde ich immer das sexy und irrwitzige Outfit wählen. Warum? Weil es ein Spiel ist und ich hier die Freiheit habe, dieser oft unrealistische Kreativität freien Lauf lassen zu können, der engen Corsage des Alltags zu entfliehen und mich zu amüsieren. Dieses Recht hat jeder und genauso wie das Recht, frei wählen zu dürfen ob der Charakter angezogen ist oder nicht.

    Daher mein Fazit:
    Mehr Klamottenauswahl für männliche und weibliche Chars, mehr Freiheit für homosexuelle und Bisexuelle, für alle Rassen und alle Klassen der Gesellschaft, damit endlich diese Diskussionen aufhören. Man muss sich als Mann ja schon langsam diskriminiert fühlen, nur weil man auf nackte Brüste steht :-) und vor allem dazu steht, dass man auf nackte Brüste steht.

    • Miri

      Bei Verallgemeinerungen wäre ich immer vorsichtig. Ich kenne auch noch andere Frauen als nur mir selbst, die RPGs spielen, und von denen spielt kaum jemand einen wandelnden Schrank mit Muskelbergen (abgesehen davon, dass von so einem Mann auch real nicht jede Frau träumt). Ich spiele derzeit übrigens auch einige männliche Charaktere, die ich alle nicht auf „groß, muskelbepackt, machohaft“ getrimmt habe. Das wäre mir einfach zu klischeehaft und langweilig. Lieber breche ich Klischees. Und mir ist es weitaus wichtiger, dass mein Charakter eine spannende und schlüssige Person (vom Handeln und Denken her) darstellt, als dass sie einfach nur gut aussieht.

      Aber das ist wohl auch Geschmackssache.

      Noch einmal ein kurzer Exkurs, Thema Heiraten bei Skyrim: Ich habe aus diversen Foren festgestellt, dass viele Spielerinnen sich bei Skyrim eher einen Partner gesucht haben, den sie charakterlich interessant fanden, oder der ihnen einfach von der Story her passend für ihre Figur erschien. Bei vielen männlichen Spielern hingegen – oder zumindest denen, die sich in den Foren äußerten – schien es nur darum zu gehen, den NPC zu wählen, der die knappste Kleidung trägt. Viele haben gleich eine Frau erstellt und diese mit einer weiteren Frau verheiratet, damit sie gleich zwei virtuellen weiblichen Figuren auf den Hintern gaffen können. Hm…

      • Mina

        …dabei finde ich in Skyrim bisher viele weibliche NPCs viel interessanter als die männlichen…

        • Miri

          Die weiblichen NPCs erscheinen mir variantenreicher, während es bei den männlichen doch ziemlich viele „08/15-Kriegertypen“ gibt. Aber auch nicht nur. Ich weiß noch, dass ich meinen 1. Charakter bei Skyrim (Nord, männlich) damals mit einem dunmerischen Metschmuggler verheiratet habe ;) Gut, war aber wohl auch eher eine ungewöhnliche Entscheidung.

  • Also, ich gestehe, dass mir die Frage der Sexualisierung der Frau in Spielen total wurscht ist. Ich rege mich ja auch nicht darüber auf, dass die Typen in den Games immer so krass hammertoll aussehen, dass mein echtes Ich in den Spieluniversen keine einzige Frau abkriegen würde. Zumindest keine aus einer der attraktiveren Rassen, höchstens irgendwas aus dem Oger-Bereich.

    Allerdings spiele ich aus unerfindlichen Gründen am liebsten mit weiblichen Charaktären, und da im idealfall mit dem, was man als „chaotisch-gute Kriegerin“ bezeichnen würde, und da regt mich nichts mehr auf als eine Badeanzug-Rüstung. Mit obenrum leicht ausgebeulten Plattenpanzern habe ich kein Problem, weil ich bisher immer davon ausgegangen bin, dass die Brüste halt vorhanden sind und irgendwohin müssen. Der Panzer hat aber gefälligst hochgeschlossen zu sein, mit langen Arm- und Beinschienen und einem ordentlichen Helm. Ja, meine Kriegerin darf gerne gut aussehen, das stört nicht. Aber vor allem soll sie im Kampf gut geschützt sein. Meine Rüstung dekoriere ich mit dem Blut meiner Feinde, und das will ich mir nicht ins Décolletée schlonzen.

    Worauf ich hinaus will: Der Punkt des Posts oben ist valide, aber das ist er sogar dann, wenn man nicht das in letztere Zeit so populäre Sexualisierungs-Mimimi rausholt und sich als Frau ganz toll benachteiligt fühlt. Frau möge bitte mal darüber nachdenken, dass Mann auch nicht immer glücklich mit dem Männeridealbild in den Spielen ist. Anschließend kann Frau dann völlig zurecht angepisst sein, weil manch Männchen nicht kapiert hat, wie eine ordentliche Frauenrüstung aussieht.

    • Mina

      Nur weil ich Kritik am Aussehen der Frauen übe, heißt das nicht, dass ich erwarte, dass alle mit dem Männerbild zufrieden sind. Aber das ist eben ein anderer Punkt und war nicht Thema des Textes.

  • René

    Das ist halt so eine Sache mit diesen testosterongeschwängerten Phantasien, alles potent, alles riesig, alles explizit, ohne Zwischentöne, ohne Feingefühl (egal, ob in Spielen, Comics oder Pornos). Die Zielgruppe (Männer zwischen 15 und ?) soll sich mit dem muskelbepackten Held identifizieren und sich an den optischen Reizen der weiblichen Heldinnen und Protagonistinnen erfreuen können.

    Deinem Plädoyer für mehr Realismus und mehr (Fein)Gefühle kann ich sehr viel abgewinnen. An sich dachte ich bisher, man / frau sollte das nicht so ernst nehmen, es ist halt eben eine Phantasie, aber inzwischen muss ich Dir Recht geben. Unsere Wahrnehmung wird durch die Medien beeinflusst, vor allem unsere Vorstellungen über Weiblichkeit und generell Rollenbilder (auch in Bezug auf Männer). Es bräuchte vielleicht auch mehr reale Vorbilder (aber bitte nicht noch mehr Strauss-Kahns oder Berlusconis ;-).

    Frauen, produziert mehr Games, Comics und andere Medien der Populärkultur!

  • Text so: „Viel zu viele Spiele zeigen Frauen nur in knappen, unrealistischen Outfits und ich kann denen nichts anderes anziehen. Das nervt.“

    Kommentatoren so: „Sei nicht so gemein zu mir, wenn ich die knappen unrealistischen Outfits sehen will“.

    I don’t even.

  • kaathe

    I <3 Dark souls. Da is die Rüstung identisch-nur größe variiert. <3
    Bei Demon Souls gab es wenn ich mich dunkel erinner teile die nur von F oder nur von M-charas getragen werden konnten.

  • MissMantis

    Ich bin hier eher durch Zufall auf diesen Blog gestoßen, aber da mich das Thema „Frauen in Videospielen“ bzw „VIdeospiele für Frauen“ schon im Studium sehr interessiert hat, habe ich den Artikel hier einschließlich der Kommentare gelesen.

    Interessant finde ich die Reaktion einer, vermutlich männlicher, Lesser, die den Gedanken, der hinter dem Artikel steht allem anschein nach nicht so recht begriffen haben, auch wenn die Autorin noch einmal gesondert auf die entsprechende Studie hingewiesen hat.

    Es geht hier nicht darum, ob ich meinem Charakter in meinem Spiel nun eine Hotpans anziehen kann, welche viel Bein/Nacktheit zeigt oder einen fetten Plattenpanzer und meinen Charakter vielleicht so meinen persönliche modischen Vorlieben anpassen kann oder nicht. Sondern es geht hier um etwas viel tiefgreifendes. Nämlich darum, welches Frauenbild über das Medium „Spiel“ unserer Gesellschaft und den nachfolgenden Generationen vermittelt wird. Der Nutzer wird, durch die alleinige Möglichkeit solcher Optionen, an eben eine solche „Rolle der Frau“ gewöhnt und bekommt ein Schönheitideal eingetrichter wie durch Fernseh oder Plakatwerbung/Mode ect. Klar SPiegeln Medien die Gesellschaft zum Teil wider, aber sie beeinflussen sie auch und genau DAS ist der Knackpunkt. Es geht um DIESEN Einfluss.

    Einige Antworter haben hier mit Zielgruppen argumentiert. Diese Argumente sind jedoch zu einem Großteil in diesem Fall irrelevant, da sich dieser Artikel nicht auf das Thema „Spiele für Frauen“ bezieht sondern auf „Die Rolle der Frau im Spiel“. Das ist ein Himmelweiter Unterschied. Es ist völlig klar, dass in einem Produkt, welches speziell für die Frau oder das Mädchen als Konsument produziert wurde, sich auch das Charakterdesign entsprechend adaptiert.

    Abschließend möchte ich gerne sagen, dass es mich doch auch sehr positiv überrascht, dass sich allem Anscheinnach auch Männer bereits Gedanken zu einem solchen Thema gemacht haben.

    Wer sich für das Thema „Frauen und Spiele“ im Allgemeinen sehr interessiert, dem kann ich die Bücher: „From Barbie to Mortal Combat“ und „Beyond Barbie and Mortal Combat“ empfehlen. In beiden Büchern geht es um Frauen als Konsumenten von Spielen. Es gibt Interviews von Firmen, die Titel prodziert haben, die geschlechtsspezifisch sind oder aber auch Titel die es nicht sind und um deren Verkaufszahlen und deren Spieler, außer dem enthalten sie Studien zum Spielverhalten von weiblichen und männlichen Konsumenten.

    Ich würde mich freuen, in Zukunft hier mehr zu dem Thema Frauen und Spiele lesen zu dürfen und bin sehr gespannt auf anschließende Diskusionen.

    • Mina

      Danke! Es ist immer schön, differenzierte Kommentare zu lesen :) In die Buchtipps versuche ich mal reinzugucken, wenn ich die lange Liste abgearbeitet hab, die vorher kommt.