#buko12 – Wir sind gleich, aber andere sind gleicher.

Der Bundeskongress der Jusos in Magedburg ist vorbei und ich sitze immer noch erschöpft und frierend und wohl auch erkältet zu Hause und grüble über das Erlebte nach. Inhaltlich war es sehr voll, an vielen Stellen schön (vor allem in den Antragsbereichen A und N) und Spaß machend (die Auftritte von Sigmar, Manuela, Peer und Andrea fand ich wirklich super). Natürlich war es anstrengend und es gab auch mal Frust, wie wenn verschiedene Seiten ihre Position nicht vermitteln konnten. Geschenkt. Ich bin 27 und hab genug Berufs- und Lebenserfahrung, um das nicht im Vorfeld zu erwarten.

Wo wir aber bei Vorfeld sind: klar, in meiner Zeit auf Twitter und im Kontakt mit anderen Jusos, die nicht aus Hamburg kommen, hab ich schon öfter gehört „die Hamburger Jusos sind extrem“ „super konservativ“ „alle Kahrs-hörig“ bla, etc, pp. Mir war klar, es gibt Vorurteile. Aber ja, wir haben intern unterschiedliche Meinungen, so wie hoffentlich alle Juso-Gruppen, und wir haben viel diskutiert im Vorfeld, gerade auch zu so Themen wie Bundeswehr an Schulen, Feminismus, Gleichstellung. Wir waren uns nicht immer einig. Und es fällt auch mal ein Satz in nem blöden Tonfall. Aber generell hatte ich das Gefühl, dazu zu gehören, dass meine Meinung gehört (wenn auch vielleicht nicht immer übernommen) wird. Ich hatte das Gefühl, willkommen zu sein, und auch, ja, angekommen zu sein.

Ich erzähle euch jetzt, wie ich den Buko bei den Jusos erlebt habe. Den Jusos, die sich (nicht nur) am Wochenende ausdrücklich gegen Diskriminierung, gegen Benachteiligungen, für Toleranz und Gleichstellung positioniert haben. Here we go:

Freitag kam unsere Delegation in Magdeburg an. Ich hatte echt total Bock drauf. Nicht nur hab ich mich auf viele Anträge gefreut – wir wollten einen Großteil annehmen und beschließen – sondern auch auf die Leute, die ich von Twitter mehr oder weniger kannte und auf die, die ich – so hoffte ich – noch kennen lernen würde. In der Halle unseren Tisch gesucht: ganz hinten. Was nicht schlimm ist, wenn es etwas Abstand zu den Gästen gibt, oder vernünftig sehen oder hören kann. Was leider nicht der Fall war. Geschenkt. Passiert, was solls. Dann kam die erste Äußerung, die mich stutzig hat machen lassen: „wir sitzen immer hinten. Gewöhn dich dran.“ Hä….? Naja. Dann die Frage auf Twitter: „lass mich raten, ihr sitzt hinten mit Hessen Süd?“

Wie auch immer. Der Buko ging los. Ich hatte alle Hände voll zu tun, meine Bereiche kamen recht früh dran, und ich hab versucht alle Änderungsanträge durchzuarbeiten und mitzuverfolgen. Nebenbei wurden schon andere Bereiche diskutiert, in denen unsere Delegation einige Änderungsanträge gestellt hatte. Die meisten wurden abgelehnt. Geschenkt, gibt halt unterschiedliche Meinungen. Ob ich das inhaltlich für sinnvoll halte steht auf nem anderen Blatt. Aber dann kam der zweite denkwürdige Moment: das Präsidium verkündete immer wieder, dass unsere Anträge nicht nur abgelehnt, sondern mit „großer“ „überwältigender“ „großer großer“ Mehrheit abgelehnt wurden. Der Saal fand das lustig. Ich nicht. Ich empfand es als demütigend. Man kann inhaltlich streiten, und wenn jemand die Debatte gewinnt sehe ich keinen Grund mehr dem Verlierer der Debatte noch einen mit zu geben.

Dann kam wohl der vorläufige Höhepunkt. Die Diskussion zur Umbenennung des Deutschlandtreffs. Ich verweise da auf die Positionen von Sigmar und Andrea, die ich für richtig und gut halte und möchte da gar nichts zu sagen. Unser Redner, für den es übrigens die erste Rede jemals vor so einem Publikum war, hat sich einmal – während es schon lauter Buh-Rufe gab – versprochen: nationalistisch statt national. Das war dann willkommener Anlass noch mehr zu pöbeln: „Faschist“ und „Arschloch“ waren wohl die schlimmsten Rufe. Wenn 300 Menschen im Raum dir und deiner Delegation fast gesammelt Hass entgegen brüllen und dich als Faschistin und Nationalistin bezeichnen, obwohl du, genauso wie sie, in der SPD bist und von Herzen aus gegen jegliche nationalistische Scheiße bist, dann ist das echt krass. Ich hab mich dann kurz gefragt, ob es da noch um inhaltliche Differenzen ging oder man in uns einfach nur die bösen Hamburgerinnen sehen wollte, die die SPD in die NPD eingliedern möchten.

Am nächsten Morgen kam ich dann zu unseren Plätzen, und auf meinem Tisch stand eben das Schild „Hamburg“ zur Kennzeichnung der Delegation. Änderungsanträge lagen bereits auf den Plätzen, und darunter fanden wir dann aber viele Zettel. Auf meinem stand „Stirb!“. Auf den bei anderen von uns weitere Beschimpfungen. Wir haben das dem Präsidium gemeldet, die dann zwischen zwei Änderungsanträgen halbherzig darum baten, keine Beleidigungen zu verbreiten. Viele haben das nicht mal mitbekommen. So kann man das natürlich auch handeln. Ich muss sagen, ich war echt getroffen. Was hatte ich den Leuten getan? Was haben meine Genossinnen und Genossen den Leuten getan? Ein Mädel aus der Gruppe formulierte es zutreffend: „Das ist mein erster Buko, ich kenne hier niemanden, aber alle hassen mich.“ Ich könnte es nicht besser ausdrücken. Als ich irgendwann Essen hole, Leute mir erst zulächeln, dann auf meinen Ausweis gucken und Hamburg lesen, und sich dann wegdrehen, wiederholt, ständig, überall, ob auf Toilette, in der Schlange zum Reden oder beim Essen, ja, da bin ich echt zwischendurch kurz den Tränen nahe. So unakzeptiert, ausgeschlossen, unwillkommen hab ich mich noch nie gefühlt. Und ich hab schon viel Scheiße erlebt.

Es folgen einige Kleinigkeiten, wenn du Sonntags dann zum Beispiel reinkommst und Teile der Tische als „Gäste“ gekennzeichnet wurden und einfach mal keine Änderungsanträge dort mehr liegen, obwohl die Veranstalter ja wissen, dass wir dort sitzen, oder wenn du versuchst eine Resolution einzubringen, die Meinungsvielfalt preisen soll, und das nicht klappt, weil ich es anscheinend zu Hamburgisch formuliert habe. Ja, Strömungsreibereien, schön und gut. Aber kann man das nicht zivilisiert machen?

Es wurde öfter gesagt, dass bestimmte Gruppen nicht meckern dürften, weil sie bei den Anträgen und Projektgruppen nicht mitgearbeitet hätten. Hey, abgesehen davon, dass ich nicht mal weiß wann die tagen: bei so einem Umgang, wie soll ich da jetzt noch Lust drauf haben? Ich hab viele Leute während des Mitgliederbegehrens kennen gelernt, auch einige, die pro-VDS sind, wir haben gestritten und ich hab ein paar Mal Sprüche bekommen, die ich scheiße fand. Aber so systematisch gemobbt wurde ich vorher nie.

So ein Verhalten ist der SPD unwürdig. Ich kann mich zwar an Beileidsbekundungen über den Umgang erinnern, aber dass sich jemand für so verantwortlich hält und sich entschudligt? Nein. Man verbrennt so viel Erde, für so viele Jahre. Ich bin wahrlich niemand, die nur im eigenen Hamburger Saft schmort, nein, ich hab 25 Jahre in NRW gewohnt, ich kenne so viele Leute aus anderen Ecken, aus anderen Strömungen, aus anderen Parteien. Es gab bisher nie Probleme. Nie hab ich mich so verachtet gefühlt.

Und auch gerade die Frauen in der Delegation – meint ihr, so ermutigt man sie, sich zu beteiligen? Das ist doch klar, dass man dann zu nem Buko fast nur Leute schicken kann, die abgehärtet sind, und sich Dinge nicht zu Herzen nehmen. Das widert mich echt an, vor allem, für einen selbstbetitelten feministischen Richtungsverband. Dass ich nicht lache! Nix von dem Verhalten am Wochenende war feministisch. Nie hatte ich das Gefühl, unter Gleichen gleichberechtigt zu sein. Nicht einmal.

Ich möchte mich hier noch bei den Hamburgern bedanken, und den Einzelpersonen aus anderen LVs, die trotz allem lieb und unterstützend waren, denn ja, auch die gibt es <3 Und nein. Ich werde mich nicht zurück ziehen, und nein, es liegt nicht an verlorenen Abstimmungen, so ein Quatsch, es wurde einiges sehr gutes beschlossen. Ich weigere mich allerdings, so ein Verhalten einfach so hinzunehmen und als gegeben zu verstehen. Und wer das anders sieht, sollte vielleicht mal darüber nachdenken, ob er oder sie in der richtigen Partei ist.

Glück auf.

  • Stefan Sander

    niice, war noch nie auf einem Buko, aber wenn ich mal Spaß haben will setz ich mich zu den Hamburgern^^

  • Hi Mina,
    es tut mir echt leid, wie du den BuKo empfunden hast.
    Gerade der Zettel geht gar nicht und ja, ich habe den Aufruf des Präsidum gar nicht mitbekommen. Da hätte echt mehr her gemusst! Denn das ist echt kein menschlicher Umgang mehr!

    • Danke <3

    • Seba

      Also ich kann mich AnKa nur anschließen. Ich denke in der gesamten bayerischen Delegation hat das keiner mitbekommen… Des schockiert mich jetzt ehrlichgesagt schon ziemlich.

  • und wieder wird man bestätigt! Zum Glück mache ich keine aktive Juso Arbeit mehr… Teile dieses Verbandes widern mich einfach nur an! Ich frage mich manchmal, ob da wirklich die „Mehrheit“ der Jusos debattiert oder ob nicht die „Mehrheit“ einfach inaktiv ist, weil sie von diesem ganzen Ideologiemist à la „Quotierte ErstrednerInnenliste, wer dagegen ist ist ein mieser Macho-Chauvinist“ und „Sozialismus ist die Lösung unserer aller Probleme, solange WIR bestimmen, wie er praktiziert wird“ angewidert ist.
    Mich würde interessieren, was passierte, wenn man die Inaktiven in einer die sozialen Netzwerke nutzenden Kampagne zu den entsprechenden Wahlterminen in den Kreisverbänden, Unterbezirken und Landesverbänden mal aktivieren würde – ich vermute, dann sähe der Buko ziemlich schnell ziemlich anders aus… Meinen Respekt an die Hamburger Genossen das die sich das noch antun…

  • AlexanderK (BRB)

    Leider habe ich auch schon die Hamburger von einer nicht so tollen Seite erlebt, so zum Beispiel beim SchülerInnen-Kongress dieses Jahr, aber nichtsdestotrotz fand ich das Verhalten euch gegenüber auf dem BuKo falsch. Ich konnte persönlich einige eurer Positionen mittragen und wurde von meinem LV deswegen trotzdem noch akzeptiert. Mein Landesverband muss leider auch immer hinten sitzen, vieleicht, weil wir zu klein und unwichtig sind, vielleicht, weil wir auch teilweise nicht so produktiv sind wie andere, eventuell aber auch, weil wir stömungslos sind. Wir habe zumindest das Glück, das wir keinem auf die Füße treten und so begegnet man uns auch freundlich. Das das bei Hamburg nicht der Fall ist, finde ich traurig und falsch. Und wenn ich etwas hasse, dann sind es Flügelkämpfe, aber leider gibt es diese und so muss man sich damit abfinden. Hoffentlich ändert sich das irgendwann mal….

    • ich finde, das hat hier nix mit Flügelkämpfen zu tun gehabt, sondern ist zwischenmenschliches No Go. Und ja, wir sind keine Heiligen, wie wohl kein LV :)
      Wenn etwas doof läuft, dann kann man doch einfach entweder sofort Rückmeldung an die Delegationsleitung geben oder später irgendwie zwischenmenschlich. Das hilft dann allen.

      • Nadja

        Liebe Mina,

        wenn es um zwischenmenschliches No-Go geht, können sich die Hamburger Kanalarbeiter erstmal an die eigne Nase fassen.
        Ein gewisser Ruf fällt nicht vom Himmel

      • Da ich unten nicht kommentieren kann…
        Nadja: falls ich persönlich etwas getan habe, was dich so verletzt hat, dass du so ein Verhalten wie oben beschrieben gerechtfertigt findest, lass es mich bitte wissen. Ansonsten bitte Parteizugehörigkeit (Stichwort Solidarität) überdenken. Kthxbye

  • Auch wenn ich inhaltlich viele Hamburger Positionen nicht verstehen kann. Das Verhalten der Deligierten ist völlig inakzeptabel. Das ist auch der Grund, warum die Jusos so da stehen.

  • ^Mina, solche Situationen gibt es in allen Parteien. Umso dringender ist es, dass man darüber redet. Vielleicht sollte man eine parteiübergreifende Strömung zur Verbesserung des demokratischen Stils der innerparteilichen Diskussion starten. Ich wäre dabei.

  • Angebrandt

    SPD halt. Das Verhalten zieht sich durch bis zur zerstrittenen Führung.

  • Clara

    Hey Mina, danke für die ehrlichen Worte. Ich emfands genauso und bin froh, dass ich dich in meiner Delegation hatte um den Frust mal loszuwerden. Die Erfahrungen haben mich aber bestärkt meinem Landesverband zu zeigen, dass FÜR Frauen zu sein nicht gleich heißt GEGEN Männer zu sein. Bin gespannt was das wird.

    • wir kriegen das schon zusammen hin! :)))

  • Sven van Daalen

    Ich bin zum Glück aus dem Juso alter schon raus, aber ich denke mal so wie man in den Wald rein schreit so hallt es auch wieder raus. Ich bin mittlerweile nicht mal mehr Mitglied der SPD und das hat auch seinen Grund. Denn ich war politisch links, in der SPD Hamburg und das zu dem noch im Juso Alter. Ich hab mir nur wenige Sitzungen angetan und zum Glück war ich nicht gerade jemand der viel erreichen wollte, damit meine ich Ämter und nicht Inhalte den die waren in Hamburg immer egal, und den noch wurde ich beschimpft und das ganz offen bei Sitzungen. Ich will nicht wissen wie es den ergangen ist die auch was in Hamburg erreichen wollten. Sieh es positiv Ihr musstest das, auch wenn ich sowas, egal wer es macht verurteile, nur ein Wochenende ertragen ich 2 Jahre.

  • Ich hab mich auch ein paar Jahre lang echt bemüht bei den Jusos. Es sind auch nicht alle so. Aber leider viele.

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  • Juso_aus_NRW

    Liebe Hamburger,
    als Strömungsminderheit in NRW kann ich nachvollziehen, wie ihr euch fühlt! Wenn ich auch nicht mit jeder Meinung Eurer Delegation d’accord bin, fand ich es toll, wie ihr Euch für Eure Ansichten eingesetzt habt. Ich habe Euch bei Antragsberatungen sachlicher empfunden als manch andere! Gerade Euren Beitrag zum Deutschlandfest habe ich voll unterstützt!
    Das Verhalten „der Anderen“ war unter aller Sau – so etwas hätten wir mal machen sollen! Da hätte die Hütte gebrannt!

    Kämpft weiter so für Eure Ansichten!

    Mit solidarischen Grüßen aus NRW

  • Paul Meyer-Dunker (@purple_p1rate)

    Moin,

    Ich bin Pirat, ursprünglich aus Hamburg, inzwischen in Berlin und selbst mir wurde von mehreren Jusos aus Hamburg, dass sie sehr unbeliebt sind und ihnen häufig große Verachtung entgegengebracht wird und man das auch deutlich spüren kann. Ich fand das damals bereits befremdlich. Nach diesen Darstellungen wurde mir schnell klar dass sich da etwas über mehrere Jahre festgefahren. Lass dich von so etwas bitte nicht entmutigen, du hast mit diesem Blogpost auf jedenfall einen richtigen Schritt getan.

  • Jakob

    Ich würde mich freuen, wenn du diesen sehr persönlichen Eindruck in irgendeiner Weise mit dem Bundesverband teilen würdest (auf Facebook oder wie auch immer).

    • Ich habe es auf Twitter den Jusos in Kopie geschickt, und jemand hat es Sascha dort ebenfalls verlinkt. Meinst du das reicht? Wobei meine Hoffnungen, etwas zu ändern, eher gering sind. Ich habe das so verstanden, das es da wohl auch von Hamburger Seite in den letzten Jahren nicht so schöne Dinge gab, und anscheinend fällt ein Schlussstrich schwer. :(

      • Das wird dem Genossen Vogt völlig egal sein. Er gehört mit zu dem System!

  • Hi. Ich war aus gesundheitlichen Gründen nicht auf diesem Buko, habe ihn aber auf dem Livestream verfolgt und auch schon einige erlebt. Einige Einzelereignisse kann ich schlicht nicht einschätzen. Teilweise dürfte es sich um Missverständnisse handeln. Die Änderungsanträge werden in der Regel von HelferInnen ausgeteilt, die in erster Linie aus dem gastgebenden Landesverband kommen. Da die HelferInnen oft sehr jung und etwas unerfahren sind und der LV Sachsen-Anhalt soweit ich weiß in keiner größeren „Strömung“ aktiv ist, glaube ich hier eigentlich kaum an Absicht. Bei den Zetteln fand sich wohl jemand ziemlich witzig, aber sowas ist natürlich kein Stil.

    Die Rivalitäten gibt es schon seit einigen Jahren und sie wurden von beiden (!) Seiten durchaus gepflegt und angeheizt. Nicht nur inhaltlich, sondern auch mit Rufen, unberechtigten Vorwürfen, aufgeheizter Stimmung, Plakaten und anderem Kindergartenkram. Hat manchmal was von Fußballfan“kultur“ (auf die man sich dann manchmal auch mal einlässt). Es ist natürlich sehr bedauerlich, dass da oft auch direkt unbeteiligte und neue Jusos mit reingezogen werden. Ich denke, ein „Abrüsten“ würde da auf allen Seiten gut tun. Schließlich sind inhaltliche Debatten ja schon noch möglich und der eigentliche Grund, warum man sich da trifft. Es sollen hin und wieder sogar Anträge aus HH angenommen werden ;)

    BTW saß ich mit der rheinland-pfälzischen Delegation auch nie besonders weit vorne.

  • Florian Müller

    Eiieiei…
    Ich stamme aus der Schweiz, bin Mitglied in der SVP. Aber Partei hin oder her, eine gute Diskussion parteiintern sowie auch nach aussen muss einfach sein. Es kann nicht sein, dass man in derselben Partei seine Meinung nicht mehr einbringen darf.
    Ich wünsche euch trotzdem noch alles Gute, kämpft weiter, auch wenn ich sicher bin, dass ich mit dem Inhaltlichen nicht immer einverstanden wäre ;)

  • Owai, das klingt ja „super“ …
    Hoffe ihr kriegt das in Griff, hab das bisher immer nur für Gerüchte gehalten. Lass dich davon nicht so fertigmachen und arbeitet daran, da was zu ändern. Wenn wegen so Zeug gute Leute verloren gehen ist kacke. Grüße von Piratin ;)

  • Das schlimme ist, dass sich die Jusos so selbst an Bein pissen. Ich bin aus Hessen-Süd, war letztes Jahr das erste Mal dabei. Gehöre keiner Strömung an und wurde trotzdem auch abgelehnt. So ist das bei den Jusos leider und genau aus dem Grund interessieren sich die Medien null für unsere Bukos. Finde deinen Text echt gut. Es geht nicht um inhaltliche Unterschiede. Es geht um das Klima. Minderheitenschutz ist ein Fremdwort für die meisten dort!

  • Achso: Ich hoffe, die/derjenige, die/der den Zettel geschrieben hat, liest den Blog und fühlt sich schuldig!

    Und es freut mich, dass auch dieses Jahr Vega (der linke auf dem Bild) wieder dabei war! ;D

  • JoS

    Eine Sozialdemokratin erlebt die sozialdemokratische Gesellschaftspolitik. Süß.

  • Sarah

    Hallo Mina,

    Ich war auch bei der Buko dieses mal zum ersten Mal dabei.
    Habe leider nicht soviel davon mitbekommen wie mit euch umgegangen wurde.
    Das einige Anträge abgelehnt wurden, ja gut dafür sind wir ja da um die Mehrheit entscheiden zu lassen.
    Allerdings finde ich es absolut schockierend und auch beschämend wenn ich hier lese, das es unter uns Leute gibt die einen Zettel mit Stirb auf deinen Platz legen!
    Es tut mir sehr leid das euch so etwas widerfahren ist! Ich hoffe das es Dich und die anderen nicht davon abhalten lässt weiterhin gute Arbeit zu leisten und neue Ideen einzubringen!

    Glück auf

    Sarah

  • Grondila

    Was sollen wir jetzt tun??

    • ich weiß es nicht.

  • Natürlich hat dies etwas mit den Flügeln der Jusos zu tun. Es hat alles damit zu tun, wer glaubt bei den Jusos mitarbeiten zu können ohne sich mit diesen Flügeln beschäftigen zu müssen, ist m.E. sehr naiv. Ich bin von 1995 bis etwa 2003 bei den Jusos aktiv gewesen. Vor allem im Bezirk Hannover. Damals gab es in Hamburg durchaus eine linke Mehrheit, also Ende der 1990er Jahre. Und natürlich werden Mitglieder einer Delegation an der vorherrschenden Richtung des Bezirks oder Landesverbands gemessen. Dies mag jetzt für einzelne doof oder ärgerlich sein aber im Verband ist es die Realität.

    Und der Hamburger LV steht nun einmal sehr weit rechts vom Juso-Mainstream. Er verwendet nicht das offizielle Logo. Es kommen sehr konservative Beschlüsse aus Hamburg, wo ich mich häufig frage, wo hier eigentlich die Jusos sind oder überhaupt die Sozialdemokratie. Aber natürlich hängt dies auch mit der Partei zusammen. Ich glaube ich war noch nie so enttäuscht, dass die SPD eine absolute Mehrheit erreicht hat, wie bei der letzten Wahl in Hamburg. Ich wusste dies wird das Aus sein für viele wichtige Projekte, wie z.B. die Stadtbahn. Auch das Wohnungsproblem scheint bisher kaum in Angriff genommen worden zu sein.

    Ist es nicht in Ordnung, dass hier Genossen_innen persönlich beleidigt werden. Wäre ich noch aktiver Juso, würde ich mich davon auch hier distanzieren. Nur insgesamt kann ich die Ablehnung des LV Hamburg, genau wie auch die Ablehnung gegenüber den LV Baden-Württemberg gut verstehen. Insgesamt sehen sich die Jusos als sozialistischen und feministischen Richtungsverband, dies ist meines Wissens immer noch ein Grundkonsens im Verband. Wieso wird man in einem Verband aktiv, wenn man diesem Grundkonsens nicht mittragen kann oder will?

    • Natürlich stehen die Jusos Hamburg für sozialdemokratische Werte! Was soll das denn? Und die letzte Frage – ist die an mich gerichtet?

      Ganz konservative Beschlüsse? So wie die Kennzeichnungspflicht für Polizisten, die wir eingebracht haben? Oder die Ablehnung von VDS? Oder auch Netzneutralität, verpflichtende Medienkompetenzschulungen für Lehrer? So wie die Abschaffung der Studiengebühren, die wir in HH durchgesetzt haben? Sorry, aber informier dich doch erstmal, bevor du mit irgendwelchen Parolen kommst.

      Und ganz allgemein, diese Antworten à la „ja der Umgang ist schade und ungerechtfertigt für euch, aber eure Meinungen sind doof/das Verhalten vor x Jahren war kacke/etc pp und deswegen ist das ja auch verständlich, dass so mit euch umgegangen wird“ kotzen mich an.

      • Nur wieso distanziert ihr euch von den Jusos so stark, dass ihr euch nicht einmal einmal wirklich Jusos nennt, sondern „Junge Sozialdemokraten“?

        Wieso unterstützt ihr einen Personalabbau im öffentlichen Dienst und einen ausgeglichenen Haushalt bis 2020 statt gegen die volkswirtschaftlich schädliche Schuldenbremse zu kämpfen?

        Wie sagte Frederike Spieker in einem Interview mit der Telepolis so schön dazu: „Das einzelwirtschaftliche Denken ist so eine einfache Sache – z.B. wenn ich Schulden habe, muss ich sparen, damit ich mich wieder entschulden kann; das versteht jeder, es klingt plausibel -, während das gesamtwirtschaftliche Denken wesentlich komplizierter ist – wenn alle gleichzeitig sparen, wird in der Summe keiner seiner Schulden los, aber alle zusammen werden ärmer, weil das Einkommen sinkt.“

        Im Wahlprogramm lese ich davon, dass der Nahverkehr verbessert werden muss, nur als Olaf Scholz die Stadtbahn begräbt, melden sich die Hamburger Jusos dazu nicht, widersprechen der SPD nicht. Kein Beschluss, keine Pressemitteilung, nichts.

        Mir geht es um die inhaltlichen Unterschiede, mir geht es darum, dass sich die Hamburger Jusos seit Jahren von den restlichen Jusos distanzieren. Das bezieht sich vor allem auf deine Verwunderung, dass alle Anträge aus Hamburg abgelehnt wurden.

        Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie 2008 Niels Annen als MdB rausgeworfen wurde. War damals Mitglied im OV Harvestehude-Rotherbaum und ich war sauer. Und wenig überrascht, dass der WK am Ende an die CDU ging.

        Ungeachtet all dessen, ist es nicht in Ordnung, dass jemand „stirb“ auf den Tisch der Hamburger Delegation geschrieben hat. Dies entspricht meiner Meinung nach nicht sozialdemokratischen Werten. Dies darf auch nicht beschönigt oder verglichen werden, es ist völlig unangebracht.

        • Auch hier, bitte richtig informieren, wir schreiben uns normal Jusos, nicht JuSos. Mir wäre auch nicht bekannt, dass die Jusos Hamburg die Finanzpolitik der Stadt Hamburg im Griff haben, da vermengst du leider Kommunalpolitik der SPD mit Standpunkten der Jusos Hamburg. Dass wir nicht immer PR haben, heißt nicht, dass wir intern nicht diskutieren und auch andere Positionen vertreten. Meine Güte! Was du da alles interpretierst!
          Und, auch bitte noch einmal richtig lesen: ich habe mich nirgendwo „gewundert“ über abgelehnte Anträge (einer unserer Anträge wurde sogar einstimmig beschlossen), sondern über die Verkündung abgelehnter ÄNDERUNGS-Anträge.

    • Calle

      Danke, Thomas. Wunderbar! Du bringst mein Grundproblem (und das vieler Hamburger Jusos) schön auf den Punkt. Im Gegensatz zur JU oder zu anderen Jugendorganisationen sind die Jusos kein eigenständiger Verband, in dem man ein- oder austreten kann. Das führt dazu, dass in unserem Verband dieselbe Bandbreite an Meinungen herrscht, wie in der Partei.

      Dein Problem und das vieler Mehrheitsjusos ist, dass ihr das nicht wahrhaben wollt. Alleine schon die Definition als Richtungsverband spricht da Bände. Nicht jeder Juso steht innerhalb der SPD links, nicht jeder Juso bezeichnet sich als Sozialist oder Feminist. Trotzdem erwarte ich, dass ihm genausowenig das „Sozialdemokratsein“ abgesprochen wird, wie wir es mit linksextremen Leuten aus anderen Strömungen tun. Die Zeit, in der Jusos wegen ihrer Meinung aus der SPD ausgeschlossen wurden, ist in der Tat Gott sei Dank vorbei.

      Wenn aber die Mehrheit nicht nur Mehrheit sein will, sondern ihrer Ansicht einen Absolutheitsanspruch verpasst, dem sich alle anderen quasi zu unterwerfen haben, muss sich niemand wundern, wenn Hamburg und andere die bewusste Abgrenzung suchen. Ich habe im Prinzip kein Problem mit dem Namen und dem Logo der Jusos. Aber für mich ist unser Logo auch ein Zeichen des Protests gegen diesen Versuch der ideologischen Bevormundung.

      Ich habe als Juso-Neuling, gerade einmal ein paar Monate aktiv, meine damalige Bundesvorsitzende Franzi Drohsel, als sie auf Besuch in Hamburg war, darauf angesprochen. Ich habe sie gefragt, ob sie es okay findet, dass einem Teil der Meinungsvielfalt innerhalb des Verbandes einfach per se die Akzeptanz verweigert wird. Von ihr kam damals nur ein Schulterzucken. Das sei eben so. Wenn man in der Minderheit sei, haben man das zu akzeptieren. Für mich wurde damals klar, dass dieses Brett viel zu dick ist, als dass ich es während meiner Juso-Zeit durchbohren könnte. Ich bin mittlerweile Landesvorsitzender und habe mich mit dem meisten im Verband abgefunden. Ich versuche, die Dinge entspannt zu sehen und, wo es geht, mit Humor zu nehmen. Deswegen tat es gut, sich beim Lesen nochmal in die „alte“ idealistische Sichtweise zurückzuversetzen. Das sind verdammt tiefe Gräben, die wir da im Verband haben. Und ich sehe keine Alternative um sie zuzuschütten, als ein Mindestmaß an Pluralität, an Akzeptanz, von dem wir aber leider noch meilenweit weg sind.

  • Curulin


    Persönliche Erklärung von Nicholas Gildemeister (Vorsitzender Jusos Hamburg) – Buko 2011
    Passt hier auch gut rein.

    — den unangebrachten Vergleich hab ich mal rausgenommen. Mina

  • Wie krass geht das denn bei euch Jusos ab? Ein Zettel mit der Beschriftung „Stirb“?!? Das ist absolut widerlich. Ausgrenzen aufgrund von Vorurteilen aber „sozial“ sein – schon klar.

    Gibt es eine Stellungnahme von anderer Seite?

    • Sascha Vogt (nicht wirklich andere Seite, er vertritt ja theoretisch alle) hat geschrieben, ich soll auf ihn zukommen falls ich reden möchte, nachdem ihm jemand den Link geschickt hatte.

      • Alex

        Nach dieser Erfahrung würde ich von einem guten Bundesvorsitzenden erwarten, dass er schleuningst nach Hamburg fährt und sich mit dir und den andern Hamburger Jusos über den zwischenmenschlichen Umgang und gegenseitigen Respekt bei den Jusos ausspricht. Und dass danach er auf Bundesebene ebenso wie ihr als Landesverband dafür sorgt, dass sich solche Vorgänge nicht wiederholen, sondern bei allen inhaltlichen Differenzen wieder ein an Solidarität und Gerechtigkeit orientierter gemeinsamer Umgang sichergestellt ist, der Diskussionen auf einer lösungsorientierten Sachebene ebenso wie gemeinsame Feiern und das berühmte „abendliche gemeinsame Bier“ ermöglicht.
        Ob Sascha Vogt eine Einladung nach Hamburg annehmen würde? Wäre es dir/euch den Versuch einer Einladung wert?

        Davon abgesehen: Bitte bedenke, dass du in die SPD eingetreten bist, nicht in die Jusos. Wenn du über einen Austritt nachdenken solltest, wie es ein aktueller Tweet andeutet: Mach das bitte von den Positionen, Personen und dem zwischenmenschlichen Umgang in der SPD und in Hamburg abhängig, nicht von den Bundes-Jusos.
        Sonst wäre der Mobbing-Versuch erschreckend erfolgreich.

  • max

    Hallo Mina!
    Ich „kenne“ dich nur von Twitter. Auf dem Buko war ich nicht, habe aber ein paar mal kurz in den Livestream geschaut. Wie mit euch teilweise umgegangen wurde, fand ich ehrlich gesagt unter aller Sau. Ich fand nicht alle eure Anträge super (gilt aber auch für andere LV), auch den Deutschland Fest Antrag fand ich inhaltlich jetzt nicht berauschend, aber ich habe ihn durchaus nachvollziehen können. Der Redner tat mir dann wirklich leid, man hat ihm sogar durch den Livestream angemerkt das er nervös war, ihn als Nazi zu beschimpfen ging gar nicht! Ich hoffe man sieht sich trotzdem auf dem nächsten BUKO!

  • Ulli

    Hi Mina,
    ich bin Ulli und ich bin Mitglied der Jungen Union.
    Wenn du jetzt noch weiter liest, spricht das sehr für dich – nicht alle Jusos gucken über den Tellerrand. Ich finde das echt extrem was da bei euch abging und glaube mir, da ist absolut keine Schadenfreude dabei. Du bist mit deinen Erlebnissen bezüglich mancher, weniger Jusos echt nicht alleine. Vor 2 Wochen war bei uns in Schleswig-Holstein unser Landestag (der JU). Wir mussten uns geschlossen als Nationalisten beschimpfen lassen, von einer stellv. Landesvorsitzenden, da sie der Meinung ist gegen die 5% Befreiung des SSW zu klagen sein Nationalistisch. Das auch noch im Zuge eines Grußwortes der Jusos S-H, welche offiziell von uns eingeladen wurden. Ich habe auch schon erlebt wie ein Mitglied der örtlichen Jusos im Wahlkampf aktiv ausgegrenzt wurde, weil er zu „Seeheimerisch“ sei. Lass dich einfach nicht unterkriegen und mach weiter, ich würde mich riesig freuen eines Tages mit dir sachlich streiten zu können. Leider kann man das mit vielen Jusos nicht. Mehr von deiner Sorte bei den Jusos und die Debatten mit euch wären weitaus anstrengender, kurzweiliger und produktiver! Ich hoffe es ist irgendwann so weit :-)

    • ennus

      Ich weiß, das hier ist kein Forum für Diskussionen unter JUlern, aber ich bin gerade etwas irritiert von deiner Aussage:
      „Wir mussten uns geschlossen als Nationalisten beschimpfen lassen, von einer stellv. Landesvorsitzenden, da sie der Meinung ist gegen die 5% Befreiung des SSW zu klagen sein Nationalistisch.“
      Was soll an einer Klage gegen ein mutmaßlich unbegründetes Privileg ’nationalistisch‘ sein?
      Abgesehen davon, dass ich die Feststellung durch die Klage für begründet halte, ebenso wie auch unser Bundesverband:
      Da habt ihr in Schleswig-Holstein scheinbar jemanden sitzen, der genau die Methode betreibt, gegen die sich die JU doch andauernd zu wehren versucht: die „Nazi-Keule“, um bestimmte Meinungen oder Ansichten von Anfang an zu diskreditieren… unfassbar. (Ja, die, die sich mit bestimmten Positionen nicht auseinandersetzen wollen, werden die Existenz dieser gleich wieder negieren…)
      Und genau so etwas durften einige JuSos nun auch erleben – als Mitglied in der JU und des RCDS kenne ich derartige Verhaltensweisen, allerdings eher vom (extremen) politischen Gegner.
      Schade, dass man sich als junger, demokratisch engagierter Mensch für seine legitime Meinung so behandeln lassen muss.

      • Hauke

        Ich möchte hier einen Tipp zur Verständlichkeit abgeben: Mit der in Ullis Kommentar erwähnten stellv. Landesvorsitzenden ist die der Jusos SH gemeint, nicht die der JU SH.

  • Karl aus Stuttgart

    Leider gibts das in Stuttgart auch. Bin gespannt ob das unter dem neuen Führungs-Duo besser wird. Wenn man hier pragmatisch an sozialdemokratischen Inhalten arbeitet, wird man gleich als Rechter verschrien.

  • Alex

    Einerseits tut es mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest.
    Andererseits ziehe ich meinen Hut davor, wie du diese Erfahrungen hier aufgeschrieben hast. Ich denke, noch niemand konnte das bislang so deutlich, einfühlsam und nachfühlbar formulieren. Aber ich kenne viele, die von Mobbing-Erfahrungen bei Bundes-Jusos berichteten, weil sie sich primär als Sozialdemokraten und nicht als Sozialisten verstehen (oder ihnen das per se unterstellt wurde).
    Ausgrenzung, Verweigerung gegenüber anderen Argumenten, Totschreien, kaltstellen mit Satzungstricks, in Extremfällen Ausschlussversuche. Das ganze unerfreuliche Arsenal, das auch aus Sektenzusammenhängen bekannt ist.

    Für die Jugendorganisation einer Partei, die sich dem Dreiklang von Freiheit-Gerechtigkeit-Solidarität verpflichtet hat, ist diese gelebte Unsolidarität und Ungerechtigkeit, dieser zuweilen schlicht und ergreifend miese zwischenmenschliche Umgang unwürdig. Insbesondere diese Jugendorganisation die Mutterpartei auch bevorzugt auf der moralischen Ebene zu kritisieren versucht.

    Es hat Gründe, dass die Junge Union doppelt so viele Mitglieder hat wie die Jusos. An einem besseren Ansehen der Union als der SPD in der Jugend liegt es jedenfalls nicht, das ist nicht gegeben.

    Auch der politische Einfluss der Jusos in der SPD leidet massiv unter der Fundamentalisierung und dem Sektenverhalten. Diesbezügliche Leseempfehlung: „Signale an ein fremdes Universum“
    http://www.b-republik.de/archiv/signale-an-ein-fremdes-universum
    (Analyse zu den Ursachen für die Dauerkrise der Jusos, Berliner Republik von 2010).

    ://www.b-republik.de/archiv/signale-an-ein-fremdes-universum

  • Jonas (@jovoelcker)

    Hi Mina,

    ich bin schockiert, was ich hier lese, wo ich doch bisher der Meinung war, dass die Jusos eine der besseren Jugendorganisationen seien. Bislang waren alle Jusos, mit denen ich bisher zu tun hatte, nett, aufgeschlossen und bis auf Einschränkungen auf meiner politischen Linie, wie auch Paul bin ich bei den Jungen Piraten, im Gegensatz zu den Jusos sind wir ja noch eine sehr kleine Organisation und haben noch keine Flügel, die sich streiten müssten, ich hoffe, das bleibt auch so!

    Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Durchhaltevermögen und einen Bundesverband, der sich eventuell auf ethische Grundwerte besinnt.

    Und wenn alle Stricke reißen, könnt ihr ja auch einfach mal bei den Jungen Piraten vorbeikommen :D

    MfG Jonas

    • Um das noch mal klar zu sagen: die überwältigende Mehrheit bisher persönlich kennengelernter Jusos war, egal wo sie herkamen, freundlich, aufgeschlossen, sympathisch!

      • Jonas (@jovoelcker)

        Das war mir auch aufgefallen, dass die meisten Jusos ja vernünftig sind, allerdings bin ich etwas schockiert, dass ein Buko so eskalieren kann.

      • Mir haben viele gesagt, dass der Buko noch recht harmonisch war. Es gab z.B. keine persönliche Erklärung von irgendwem. :|

      • Jonas (@jovoelcker)

        Mit „persönliche Erklärung“ kann ich leider nichts anfangen. Dass eine „Buko“ noch schlimmer sein kann, kann ich mir kaum vorstellen, weil ich von dem, was du geschrieben hast, schon ziemlich schockiert bin.

  • Andreas

    Liebe Mina,

    erstmal danke für Deinen Eindrücke und für eine sehr wichtige Botschaft, die man einigen unter uns Jusos noch beibringen muss: Sozialdemokratie ist nicht nur ein Wort, sondern eine Gruppe, mit denen Werte wie Solidarität, Toleranz und Teilhabe aller enger verbunden sind, als mit sonst einem Gremium. Strömungen sind Vielfalt und sollten keine Schranken und Grenzen in der sozialdemokratischen Gemeinschaft sein.

    Das was dort beim Buko passiert ist, ist sozialdemokratisch, noch jungsolzialistisch. Es ist antidemokratisch und das ist eigentlich das Gefährliche und Bedenkliche, was mir in den Kopf kam, als ich Deine Zeilen laß.

    Liebe Mina, verlier bitte den Mut und die Kraft nicht, genau solche Situationen zu thematisieren. Es bedarf Durchhaltevermögen und einem „dicken Fell“ um Menschen, die sich tolerant nennen, zu zeigen, dass sie es in diesem Sinne nicht sind.

    Falls Du Dich fragst, ob Du was mit Deinem Text geändert hast?: Ich habe heute eine der ehrlichsten und offensten Diskussion innerhalb unserer Hochschulgruppe erleben dürfen. All das, nachdem wir Deinen Text gelesen haben. Du veränderst! Bitte weiter so! Danke!

  • Adelheid

    FYI, bei den JuLis werden die Tische auf Kongressen verlost. Vielleicht ein Antrag für den nächsten BuKo ? ;)

  • t

    Wow..da ist unser Umgangston in der JU ja wirklich freundschaftlich dagegen und wir schlagen uns wirklich ab und an die Köpfe ein..sowohl im Landesverband..als auch auf dem Deutschlandtag…aber das hier sind ja nur no goes..kein wunder,dass ich die jusos schon lange nicht mehr wahrnehme.

  • Johannes

    Hi Mina! Ich will ja keine guten Ratschläge geben, aber hast Du Dir mal überlegt, dass das vielleicht so angelegt ist? Ist in der Sozialdemokratie, die ihre Wurzeln aus dem Materialismus und dem Klassendenken zieht, der Kollektivismus nur logische Konsequenz? Geht es hier nicht immer um „Wir“ und „die“? Ursprünglich natürlich „Proletariat“ und „Bourgoisie“, irgendwann Progressive und Konservative, irgendwann linke und rechte und irgendwann sind halt auch „die Hamburger“ einfach nur noch „Faschisten“, wie Du schreibst. Schablonen, Holzschnitte, Kategorien, Schubladen. Mich hat auch nie gewundert, dass Thilo Sarrazin ausgerechnet aus der SPD kam – keine Partei fasst so gerne Gruppen aufgrund äußerer Merkmale wie Geographie, Geschlecht oder eben Herkunft zusammen, wie die Sozialdemokratie. Der Einzelne wird über seine Gruppenangehörigkeit definiert und da bist Du eben Hamburgerin, eine von den anderen. Aus den Kommentaren lese ich auch, dass dieser Artikel nicht Dein Artikel ist, sondern einer „der Hamburger“. Schubladen machen das Leben einfach, aber wenn Du als Individuum geachtet werden willst, solltest Du der Sozialdemokratie den Rücken kehren und Dir liberalere Zeit-„genossen“ suchen. Liebe Grüße, Johannes, Freidemokrat.

  • Peter

    Liebe Mina, ich war ebenfalls beim BuKo und muss Dir mitteilen, dass es nun wahrlich nicht so war, wie Du schilderst oder Du anscheinend Jungsozialsmus falsch definierst.

    1. Das Präsidium war neutral. Sie haben sogar deutlich aufgefordert das (berechtigte) Ausbuhen gegenüber Hamburg einzustellen.

    2. Wer bei einem Kongress der JungsozialistInnen ein Bekenntnis zum Patriostismus fordert hat etwas nicht verstanden oder ist im falschen Richtungsverband. Ich fordere ja auch nicht bei der Jungen Union ein Bekenntnis zum Sozialismus.

    3. Wurden Änderungsanträge der Hamburger auch sehr provozierend vorgestellt. Ich erinnere mich an den Antrag der Schülis, der von Hamburg in Auszügen total runtergemacht wurde und Auszüge davon als „Schwachsinn“ bezeichnet wurde. Sehr seriös und nett ist das nicht, oder?

    4. Zettel mit Beleidigungen oder unfreundliches Verhalten beim Essen spricht nicht für alle Jusos. Die Zettel dürften 1,2 EinzeltäterInnen geschrieben haben. Also sprech da bitte von Einzelpersonen und nicht von allen. Ich habe niemanden gedroht und wäre auch Tischgesprächen mit Hamburgern nicht abgeneigt.

    5. Hat es Hamburg doch genossen eine Minderheit darzustellen. Ich verweise nur auf die etwa fünf minütigen stehenden Ovationen gegenüber Steinbrück, bevor er überhaupt ein Wort gesagt hat.

    Ich kann Deinem Text nicht zustimmen!

    • 1. Ich habe lediglich beschrieben was vorgefallen ist, und dass das Präsidium nicht immer einwandfrei reagiert hat, steht für mich außer frage. Natürlich muss es neutral sein und hat auch auf Dinge hingewiesen.
      2. Sehe ich anders
      3. Provokationen hab ich auf beiden Seiten gesehen, und ist bei inhaltlichen Debatten wohl auch normal. Dass manchmal Grenzen überschritten werden, okay. Du sprichst dann aber bei 4. von Einzelpersonen – wenn einzelne Redner provozieren, muss man dann die ganze Delegation so behandeln? Hm? Im weiteren hab ich das allgemeine Klima beschrieben und ausdrücklich am Ende des Posts geschrieben, dass es auch tolle Personen auf dem Buko gab… noch mal lesen vielleicht :)
      5. Was das mit allem zu tun hat, dem Kanzlerkandidaten, der ein paar Tage zuvor bei uns zu Besuch war und super sympathisch war und aus der Stadt kommt, Respekt zu zollen, versteh ich nicht, verzichte aber auf Erklärungen deinerseits, weil die sicherlich so wirr begründet werden wie der gesamte „ihr seid ja selber Schuld was willst du eigentlich“ Kommentar. Gruß

    • Ach ja, und für Sigmar hab ich mindestens genauso viel geklatscht, wenn nicht mehr :D

      • Peter

        Jetzt werde ich mit DDR gleichgesetzt. Ich könnte jetzt einen Blog starten und schreiben wie gemein Hamburg sei „bei denen es bestimmt Nette gibt“, weil sie mir DDR nachsagen und sehr emotional überdramatisieren. Aber neee, sowas machen schon genügend andere.

        Ihr stellt das jetzt so dar, als ob wir intolerant seien und die Jusos Hamburg nur wegen eines politischen Diskures in dem unterschiedliche Meiunngen vorliegen. Das ist schlichtweg falsch. Ich will erinnern, dass sich NWLZ und Tradis schon bei Nahost sehr uneinig sind. Wer Samstagabend noch anwesend war, dürfte das gemerkt haben. Selbst innerhalb der Strömungen gibt es unterschiedlichste Auffassungen. Jedoch wurde von den „Pro Palästina“-Jusos niemand der „Bedingugslose Solidarität mit Israel“-Jusos ausgebuht. Trotz unterschiedlichster und emotionaler Ausfassungen. Es liegt also NICHT daran, dass ihr „nur“ eine andere Meinung habt, was Du gerne weinerisch hier darstellen möchtest, um Hamburg frei von jeder Schuld zu machen.

        Vielleicht liegt es auch an Haltung der Hamburger außerhalb der Debatten und der völligen Ablehnung einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Bundesverband (Bundesverband ist nicht nur BuKo, sondern arbeitet ein volles Jahr. Leider verweigert sich ein norddeutscher Verband stets, stichelt dann nur gerne beim BuKo rum).

        Ich glaube aber es spielt keine Rolle, was ich hier schreie, Du siehst Dich nur als armes Opfer und bist zu keiner Reflexion fähig. Andere Jusos lehnen Hamburg wohl nur aus purer Böshaftigkeit ab. Darum werde ich Deiner Aufforderung auch nachkommen und das Schreiben hier einstellen.

        • Ich habe hier schon mehrfach betont, dass wir keine Heiligen sind. Ich habe auch nie behauptet, dass alle intolerant seien. Worüber sollte ich denn reflektieren?

    • 9nibb3

      Also soweit mir berichtet wurde hat fast die komplette PL bei Peer geklatscht und nicht nur Hamburg

      Außerdem Frage ich mich seit wann patriotismus gleichzustellen ist mit nationalismus *amkopfkratz* und wieso sozialismus nicht vereinbar ist mit Patriotismus.

      Ich habe die Diskussion um den Namen Deutschlandfest nicht wirklich verstanden, es geht hier doch um Symbolik im positivsten Sinne, wer wenn nicht die SPD hat mit dem ausrufen der Weimarer Republik nicht erst die Demokratie in Deutschland möglich gemacht. Aber ich werde weder Tradis noch NWLZ verstehen.

      Was mir jedoch auffällt ist das gerade die Jusos, welche sich so sehr als gutes Gewissen unserer Partei der SPD sehen, ihr doch in so vielem ähneln. Das fängt an bei der niedrigen Arbeiterquote, was bei einer Arbeiterpartei welche die SPD ja laut den oben genannten Strömungen der Jusos wieder werden soll sehr „glaubwürdig“ ist vor allem dies aus dem Munde von angehender oder fertiger Soziologen, Juristen und Politikwissenschaftlern zu hören.

      Lustig ist auch das eine weltbekannte Firma aus Redmond ziemlich krass auf dem Buko beworben wurde… Ich habe nichts gegen Werbung um sowas zu finanzieren nur macht man sich unglaubwürdig wenn man Sozialismus und linke Tugenden propagiert und danach zum Schluss noch sowas kommt. Noch lustiger ist es wenn sich dann der Bundesvorsitzende über Kritik aufregt ^^

      Ich finde aber bedenklicher das ein Präsidium nach dem Fund eines Zettels dieser Aussage, NICHT, auf den Putz haut vor allem nicht in einem Richtugsverband der Frieden und Gewaltfreiheit propagiert.

      Was Hamburg und die Schülis angeht verstehe ich die Hamburger, ich habe den Artikel in der TAZ gelesen in diesem wurde beschrieben was Sercan mit dem Fläschchen Vodka gemacht hat. Ich meine wenn selbst einem Reporter der TAZ da die alarmglocken klingen wie wenig vorbild in dieser Aktion war, Verstehe ich die Hamburger welche die Schülis dann auch nicht wirklich mehr ernst nehmen können.

      Zum schluss möchte ich doch mal Anmerken warum Hamburg in der Minderheit ist. Was sie natürlich nicht sind. Aber das ist eine andere Geschichte. Es gibt schließlich in fast jedem LV oder Bezirk unbeugsamme PLer ;-)
      Hamburg ist in der Minderheit weil die etablierten linken Strömungen sich weigern demokratischere Mittel zur Entscheidungsfindung in den Verband zu bringen. Würden wie von einigen UBs gefordert Alex-Müller- Verfahren oder Urwahlen eingeführt werden, hätten es die linken Strömungen schwerer ihre Leute auf Linie zu halten.

      Ich kenne Jugendliche und Junge Erwachsene von heute, die Minderheit der jugend ist heute links die meisten Jugendlichen die ich kenne sind sozialliberal, Das Problem der Jusos ist das sie diese Menschen durch ihre krass linke Einstellung welche zu 3/4 vorhanden ist abschrecken, die FDP nur noch neoliberal ist und sonst nur noch die Piraten ähem Tranzparenzpartei bleibt. Wie also sollen wir die Sozialdemokratie retten wenn wir nicht die anfangen uns wieder etwas mehr zur Mitte zu orientieren. Genau das macht Hamburg und macht die PL RICHTIG!

      So Es ist eine Antwort auf Peter und ein wenig auskotzen zum Buko geworden Have Fun.

    • Wow. Doch so deutlich nochmal die Haltung „Ihr seid eben Scheiße und habt das Mobbing ja auch irgendwie verdient“ unterstrichen. Dann müssen die Beobachtungen im Artikel wohl zutreffen.

    • RoterJuso

      Lieber Peter,

      ich kann dir wirklich nur auf ganzer Linie zustimmen. Wer bewusste Provokationen fährt und den Demokratischen Sozialismus konsequent verleugnet, darf sich über einen entsprechenden Gegenwind nicht wundern. Oft genug kommt es vor, dass gewisse Landesverbände vollkommen grundlos Krawall schlagen und sich bewusst, nur zum Selbstzweck, gegen die Mehrheitsmeinung bei den Jusos stellen. Die befremdliche kulthafte Verehrung von Steinbrück & Kahrs hat meiner Meinung nach bei den Jusos überhaupt nichts verloren, insbesondere wenn PressevertreterInnen das unreflektierte Verhalten einiger Landesverbände als Mehrheitsmeinung auffassen.

      Abgesehen davon fand ich den BuKo von Anfang bis Ende wirklich überaus gelungen, ich hatte gute und freundliche Gespräche mit VertreterInnen aller Strömungen. Die Tränendrüse, die hier angestrengt wird, kann ich nicht im geringsten nachvollziehen, da viele der hier geschilderten Begebenheiten hausgemacht & selbstverschuldet sind.

      • Einmal 5 Minuten mit jemandem von uns reden oder sich gar (Schreck lass nach) mit den Themen beschäftigen. Aber nein, dann müsste man sein schwarz-weißes Menschenbild der Jusoverbände ja mal überdenken. Eventuell Fehler eingestehen! Wo kommen wir denn da hin!

        Steinbrück-Verehrung? Ich wurde gezielt von einem Journalisten angesprochen weil ich mich im Vorfeld auch kritisch geäußert habe, und ich hab ihn auf dem Buko sogar noch mal vor Kameras angesprochen.
        Kahrs-Verehrung? Auch hier, bis vor ein paar Wochen kannte ich ihn nicht mal persönlich, und das gehört sowieso zu diesen Legenden. Wenn ich Verehrer gesehen habe, dann waren die immer von außerhalb…

        Aber das alles wird egal sein. Passt nicht ins Weltbild, fertig. Ihr tut mir leid. Und euch zu anderen Parteien abschieben zu wollen möchte ich diesen nach den netten Solidaritätsbekundungen (zu denen viele Sozis wohl nicht in der Lage sind) denen eigentlich nicht zu ordnen.

        Glück auf.

      • Thomas

        @RoterJuSo:
        Demokratischen Sozialismus kann man nur verleugnen, denn wenn ich mich recht entsinne wurde die SPD im letzten großen Feldversuch des „demokratischen Sozialismus“ (auch so ein Paradoxon wie „harmlose Folter“) zur Fusion mit der KPD gezwungen. Wie man da als JuSo und SPD Mitglied den demokratischen Sozialismus bejubeln kann ist doch Geschichtsverleugnung und Verhöhnung der Opfer des „demokratischen Sozialismus“.

        Im übrigen finde ich es ausgesprochen gut, wenn es Strömungen in den JuSos gibt, deren Maxime noch die Demokratie ist.

        @Peter:
        Dein Kommentar tropft nur so von Intoleranz und einer DDR-Ähnlichen Einstellung, dass der Einzelne (hier Mina) sich doch gefälligst an das System anzupassen und die eigene Meinung aufgeben solle. Entlarvend…

      • Stephan

        Lieber Peter,

        unabhängig von der Frage, wie der Umgang so ist (in Teilen definitiv nicht tragbar), heißt es „Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD“ und der demokratische Sozialismus steht auch im Hamburger Programm der SPD. Da sind Stalinismus-Analogien unangebracht.

      • Stephan

        Meine Thomas. Sorry, Handydarstellung

  • Seb

    Sowas kommt von sowas. Oder auch: You have made your bed, now you must lie in it.

    • Ich frag mich immer noch, was ich persönlich gemacht hab. War es der Versuch Juso-Position zu VDS strömungsübergreifend in der SPD zu verändern? War es die Tatsache, vor 2 Jahren zufällig nach HH gezogen zu sein? Oder ist dieses selber Schuld nicht viel mehr billige Ausrede? Da mir hier niemand zu sagen können scheint was ich selbst gemacht habe… Joa.

  • Nachdem ich einige Kommmentare gelesen habe, komm ich nicht umhin, hier selbst zu kommentieren und mich zu positionieren:

    Zunächst einmal bin ich froh, dass der Zuspruch zu diesem Blog zum größten Teil positiv ist und sich die negativen oder unqualifizierten Bemerkungen in Grenzen halten.

    Ich denke, um was es Mina hier geht (und das ist zugleich das, was ich aus dem Blog hauptsächlich so herausgelesen und verstanden habe) ist:
    Bei aller Streitbarkeit, Streiteslust, unterschiedlichen Positionen und Strömungen und der durchaus notwendigen Diskussion um die einzelnen Positionen gibt es doch eine Prämisse, die niemals vergessen werden darf – und das ist der Kampf für eine demokratische und freiheitliche Zukunft.

    Es gibt ein simples Wort, was genau dies ausdrückt: Respekt!

    Sicher, man kann darum streiten, ob mir an dieser oder jener Stelle die Diskussion demokratisch genug oder freiheitlich genug geführt wird. Ich kann mich noch mehr und vortrefflicher darüber streiten, ob die vertretenen Positionen im Einzelnen sozial oder feministisch genug sind (btw.: als Quelle auf die Schnelle wikipedia benutzt, sagt Feminismus erstmal nichts weiter aus als das „Bekenntnis zur politischen, ökonomischen und sozialen Gleichheit der Geschlechter“ – evtl. auch mal überdenkenswert!).

    Darüber hinaus kann ich mir durchaus eine tendenziell eine Meinung über das Gros eines Landesverbandes machen, tendenziös werden, darf sie jedoch nicht!!! Ein kleiner, aber feiner Unterschied…

    Mir als Mensch, der gehandicapped ist, ist jegliche Verurteilung eines Anderen aufgrund seiner Meinung (solange sie sich in den demokratischen Grundmauern abspielt und dem bestehenden Wertesystem folgt [Obacht: ich sage hiermit explizit, dass ich extremistische Tendenzen & im speziellen rechtsgerichtete Tendenzen NICHT darunter zähle!!!]) äußerst zuwider!

    Ich folge der Prämisse des gegenseitigen Respekts, der Anerkennung meines Gegenübers als Mensch, um letztlich selbst anerkannt werden zu können.

    Die Erlebnisse, die Mina schildert (und offenbar ist sie mit dieser Empfindung nicht allein…) übersteigt meines Erachtens den Begriff des Respekts und ein höherer muß hier angesetzt werden: Menschenwürde…

    Ich empfinde es als unwürdig, einen Menschen oder eine Gruppierung derart abzukanzeln, zu beschneiden oder auch mit Beleidigungen zu versehen, dass es sie persönlich trifft und auch noch im Nachgang derart heftig bewegt.
    Ich dachte eigentlich nicht, dass man Mitgliedern der ältesten parlamentarischen Partei Deutschlands die Verfassung ihres Landes vorhalten muß, damit vielleicht der ein oder andere erkennt, was da eigentlich falsch läuft.
    Ich erinnere nur kurz an die ersten Artikel, die hier im Wesentlichen schon derart radikal über den Haufen geworfen worden, dass es mir in der Seele weh tut: Art. 1 (1), Art. 2 (1), Art. 3 (1), Art. 3 (3) – ohne jetzt nochmal explizit auf das Gendering in Art. 3 (2) hinzuweisen, denn letzter Punkt spielt hier ausnahmsweise eine eher untergeordnete Rolle.

    Ich war nicht mal auf der BuKo dabei und konnte spüren, wie sehr das alles teilweise in Schieflage liegt – dafür brauchte man lediglich zwei Dinge: den Stream und Twitter.

    Wahrscheinlich bin ich mit 34 Jahren einfach auch ein Juso-Auslaufmodell, vielleicht war ich einfach immer zu gemäßigt (die meisten würden das wohl so sehen!), vielleicht hat mich meine Lebensgeschichte auch einfach dahingehend so geprägt, dass ich teilweise andere Ansichten habe, als es wohl die Mehrheit der Jusos haben würde.
    Den Eindruck, den ich von der BuKo gewinnen konnte war, dass es mir in weiten Teilen zu sehr auf Ideologien bedacht war statt auf einer realisierbaren Basis, die letztendlich vielleicht eher zu handfesten Ergebnissen und Taten führen würde, die letztlich die Messbarkeit des politischen Erfolgs ausmachen.
    Ich möchte den Satz nicht so verstanden wissen, dass man sich nun komplett einer politischen Messbarkeit unterwirft – aber ich möchte einwerfen, dass man neben all den so hehren Debatten auch noch etwas bewerkstelligen muß! Ich kann viel fordern, aber ich muß es letztendlich auch in die Tat umsetzen (können).
    Teilweise wurde ich dahingehend beim Verfolgen des Streams oder der Kommentare auf Twitter erheblich ernüchtert.

    Gut, das Ganze ist jetzt meine Meinung – ich bin bereit mich darüber mit jemandem zu streiten…und genau das bringt mich an den Anfang zurück.

    Ich tue dies wenn, mit dem gebührenden Respekt im Hinblick auf mein Gegenüber! Mag sein, wir kommen zu keiner Einigung…ein schlechterer Mensch wird derjenige/diejenige dadurch nicht…und ich auch nicht.

    Wenn dies erst in das Bewußtsein der Genossen wieder zurückgerufen werden muß, nachdem wir zivilisatorisch auch geprägt durch eine elende Zeit uns diesen Erfolg errungen haben, graut es mir ehrlich gesagt davor, dass aus derartigen Überzeugungen und Geisteshaltungen die Zukunft der politischen Führung unserer Partei erwächst…

    „Völker, hört die Signale!
    Auf zum letzten Gefecht!
    Die Internationale
    erkämpft das

    Menschenrecht….“

  • NRW-Juso

    Hallo Mina,

    ich finde es sehr schade, dass du am vergangenen Wochenende Erfahrungen gemacht hast, die dich so denken lassen. Bei allen inhaltlichen Differenzen, die man mit euch Hamburger Jusos haben kann, gehört sich ein solches Verhalten euch und dir gegenüber nicht.

    Aber einige deiner Punkte kann ich auch nicht unbeantwortet lassen. Es ist nun mal so, dass die Ablehnung eurer zum Teil wenig sozialdemokratischen Anträge durchaus überwältigend ist. In dem Moment ist es legitim, dass das Präsidium dies auch äußert.

    Was dich interessieren könnte: Ich habe auf dem Buko mit jemanden gesprochen, der wiederum mit der/dem gesprochen hat ,die/der den Stirb-Zettel geschrieben hat. Es war wohl so, dass der Zettel sich auf das Peer Steinbrück Bild auf dem Hamburger Tisch bezogen hat, und nicht auf Mitglieder der Hamburger Delegation. Dies ändert nichts daran, dass es sich um eine widerwärtige Aktion handelt, nur brauchst du dich nicht persönlich angesprochen fühlen.

    Es ist aber auch so, dass Teile der Hamburger Jusos nicht ganz unschuldig an ihrem schlechten Image sind. Wie oben schon mal erwähnt wurde, benutzt ihr ganz bewusst nicht das Logo der Jusos. Damit grenzt ich euch selbst vom Rest-Verband ab. Dies führt zwangsläufig zu einer abgrenzenden und ablehnenden Reaktion bei den anderen Jusos. Auch muss man erwähnen, dass von Hamburger Seite offen provoziert wird. Wenn auf dem Buko, wie es quasi Tradition ist, um Mitternacht die Internationale gesungen wird, eine Gruppe Hamburger Jusos aber die Nationalhymne anstimmt, dann ist es klar das dies auf Ablehnung stößt. Dies passiert in den Moment auch nicht aus einem patriotischen Gefühl heraus, sondern schlicht und einfach aus dem Bedürfnis zu provozieren. So etwas kann man sich sparen.

    Ich hoffe es ist mir gelungen ein etwas differenzierteres Bild vom vergangenen Wochenende zu zeichnen und ein paar Vorkommnisse in ein anderes Licht zu rücken.

    Solidarische Grüße aus NRW!

    • Hmm ich war leider auf der Verbandsparty nicht. Zum Schluss des Buko haben bei uns aber alle mitgesungen, außer den Newbies wie mir, die den Text nicht kannten und auch keinen vorliegen hatten (übrigens fand ich das super schade, alle gehören zusammen und ich steh da und kenn den Text nicht, der vorausgesetzt wird – auch wieder nicht inklusiv)

  • Fassen wir zusammen:

    Hamburg war da, Hamburg fühlt sich gemobbt, Hamburg meckert. Also alles wie immer.

    Die Nummer mit den Zettelchen, die geht gar nicht. Wer das verzapft hat, hat irgendwas mit dem sozialistischen Menschenbild nicht so ganz verstanden. Das ist tatsächlich RCDS-Niveau und gehört nicht in diesen Verband. Da sollte auch das Präsidium angemessen darauf reagieren.

    Der Rest des Berichts lässt sich mit „Mimimi“ zusammenfassen.

    • Leute reden systematisch nicht mit dir, es gibt ständig Sticheleien, es herrscht ein schreckliches Klima – das ist Mimimi? Ich hoffe du bist nicht in meiner Partei, sonst schäme ich mich für so ein Gesellschaftsbild! Frage mich langsam wirklich, wer hier nicht sozialistisch und sozialdemokratisch ist!

    • Christian

      „Hamburg war da, Hamburg fühlt sich gemobbt, Hamburg meckert. Also alles wie immer.“

      „Der Rest des Berichts lässt sich mit “Mimimi” zusammenfassen.“.

      Eigentlich noch erschreckender, diese fehlende Einsicht und fehlende Fähigkeit zur Selbstkritik.

  • John117

    Als JU’ler bzw. CDU’ler wundert mich das Ganze nicht allzu sehr. Und das sage ich jetzt nicht aus Schadenfreude oder um billiges Parteien-Bashing zu machen.

    Es fällt immer wieder mal auf, dass einzelne Leute (vorzugsweise Grüne, aber auch aus der SPD/ Jusos) zwar vehement Toleranz einfordern, davon aber nichts mehr wissen wollen, sobald es darum geht sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzten. Und dabei geht es keineswegs um rechtsextremes Gedankengut oder sonstigen Schund, bei dem ein derart asoziales Verhalten gegenüber dem Diskussionspartner noch irgendwie nachvollziehbar wäre – bestes Beispiel: Stuttgart 21.

    Ich frage mich regelmäßig woran das liegen könnte, bzw. warum diese Menschen nicht merken, wie sehr sich ihre Ideale von ihren Taten unterscheiden. Und die einzige (für mich) halbwegs plausible Erklärung ist die: Wann immmer es um Werte wie Toleranz, Solidarität, Gleichberechtigung etc. geht, gibt es Menschen die sich „berufen“ fühlen. Berufen dazu, ihre Ziele und Vorstellungen mit allen Mitteln durchzusetzten, man will ja schließlich nur das Beste… Aufgrund der eigenen (vermeintlichen) moralischen Überlegenheit heiligt der Zweck dann auch die Mittel.

    Wie gesagt, dass soll hier kein Parteien-Bashing sein, ich wollte nur meinen Erklärungsansatz zum Besten geben. Und mir ist natürlich klar, dass es in der CDU auch ähnliche Probleme gibt, bzw. Leute gibt, die sich trotz „C“ im Parteinamen nicht christlich verhalten usw. usw. :-)

    PS: Mass Effect 1 ist der beste Teil der Trilogie, nachholen! :>

    Alles Gute.

  • Shmetalink

    War 2009 auf meinem ersten und letzten BuKo und davor und danach auf diversen LaKos und kann – wenn auch nicht ganz so krass – bestätigen was euch dort leider widerfahren ist. Ausgrenzung und Ablehung gegenüber Leuten – ParteigenossInnen!!! – nur weil diese aus einem Ort kommen, in dem Jusos als angeblich „rechts“ und „böse“ gelten. Ohne jegliche inhaltliche Auseinandersetzung. Der BuKo 2009 war bisher der erste und einzige Moment in meinem Parteileben, an dem ich mich ernsthaft gefragt habe, ob ich in der richtigen Partei bin.
    Liebe Mina, ich kann dir nur raten: lass dich nicht unterkriegen und lass dich nicht entmutigen! Es gibt auch vernünftige Jusos, aber die fahren nicht mehr auf BuKos, weil sie sich diese Farce nicht mehr antun. Arbeite mit deinen Jusos vor Ort, das ist viel wichtiger! Dort könnt ihr etwas erreichen! Wenn du einen Antrag hast – versuch ihn über die SPD-Schiene einzureichen – dort wird er wenigstens ernst genommen.
    Ansonsten: Glück auf und nicht den Kopf hängen lassen! :)

  • Shmetalink

    Ich kuck übrigens auch voll gerne Supernatural und Grey’s Anatomy! :) (Sorry, komplett OT, ich weiss ;) )

  • Jungsozi

    Ich kommend aus NRW und erkläre hiermit, einer der wichtigsten Grundstatuten der SPD, den Hamburgern Jusos meine Solidarität.

    Ich denke ich werde zu dir Kontakt aufnehmen, denn auch ich bin gerade dabei den „Strukturbruch“ herbei zu führen – mit mächtigen Gegenwind. ;-) …du wirst mich also erkennen, einer von euch kennt mich schon. *grins* Köpfchen hoch, ich mal dir ein Zettel mit Herz und Liebe drauf.

    • sozialdemokratin aus sachsen

      Weiter so Mina! Lasst dich/ euch nicht unterkriegen. Ich hoffe immernoch, dass es bei den Jusos irgendwann mal einen Strukurbruch geben wird. Wer auch immer das schafft, ich komme zum Jubeln vorbei! :-)

  • HH-hh

    Ivh komm auch aus Hamburg, bin nicht bei den Jusos, politisch interessiert, und mir sind die hiesigen Jusos auch als Kahrs Jubeltruppe bekannt, die in Bussen rangekarrt werden, wenn es gilt, interne Abstimmungen legal zu manipulieren. Vielleicht liegts ja daran, und halt an Kahrs und Konservatismus, dass Jusos von anderswo euch eher als poli. Gegner ansehen. Mir seid ihr auch suspekt, sorry, den Ruf habt ihr euch ja verdiet.

    • Diese Geschichten kenne ich auch, habe aber in den zwei Jahren HH nie etwas derartiges erlebt. Ist selbst dann noch immer kein Grund für den Umgang :|

    • Shmetalink

      Ein Hoch auf allgemein pauschalisierende Aussagen! Voruteile sind doch was schönes und man lebt mit ihnen viel einfacher, als sich mit einzelnen Personen auseinanderzusetzen.

  • Thomas

    Schau doch mal auf nem BuKo der JuLis vorbei, vielleicht gefällt dir da das Klima und die Diskussionsbereitschaft besser ;-)

    • Selbst wenn, wären die inhaltlichen Differenzen wohl doch zu groß, sorry! ;D

      • Johannes

        Hängen da Gesellschaftsbild und soziales Handeln nicht miteinander zusammen? Wer Bänker als Heuschrecken bezeichnet und „Frauen“, „Ausländer“, „Arbeiter“ etc. als Kollektiv begreift, der scheut sich doch auch nicht davor, interne Gruppierungen zurück ins Glied zu beißen. Oder stört Dich nur, dass dieser Umgang Dich betrifft und Du findest das anderweitig ok? #IndividualismusRulez

        • Nein, ich lehne jeglichen Umgang, egal von welcher Seite, in dieser Form ab.

      • Thomas

        Schade ;)
        Trotzdem großen Respekt vor dem Mut auch mal den eigenen Laden anzuprangern und Missstände aufzuzeigen!
        Manche Reaktionen hier zeigen ja, dass du offenbar voll ins Schwarze getroffen hast. Lass dich nicht mit dem Anpassungszwang abspeisen!

  • Paul

    Moin liebe Mina!

    Sehr erschütternd Deinen Bericht zu lesen und die Kommentare des ein oder anderen! Ich bin selber Hamburger Juso und bin vor einigen Jahren aus Überzeugung in die Hamburger SPD eingetreten und habe mich auch bei den Jusos gut aufgehoben gefühlt. Selber ordne ich mich keiner parteiinternen Strömung zu, finde lediglich die meisten Übereinstimmungen mit den Positionen der Seeheimer.
    Zwischendurch habe ich bei den Bremer Genossen probiert mitzuarbeiten. Ich habe eine freundliche Vorstellungsmail an die Landesvorsitzende geschrieben, welche in ihrer Antwort allen ernstes fragt, ob ich das wirklich wolle, da ich ja aus Hamburg komme und damit „komische“ Positionen vertrete. Sie hat jedoch gesagt, dass ich gerne mitmachen kann. Eine Antwort habe ich mir erspart und mich im unabhängigen Studierendenparlament engagiert!
    Die ständige Debatte um rechts oder links, zu konservativ, zu liberal und dem demokratischen Sozialismus interessieren die Jugend nicht! Wir vermitteln neuen, engagierten Menschen damit die Attraktivität eines Dackelvereins; und schaden damit die SPD und allgemein die Glaubwürdigkeit und Kompetenz von Parteien.

    An alle Jusos hier: Wollt ihr ein Jugendverband sein, der eine möglichst breite Basis unserer Gesellschaft vertritt, der zuhört und sich mit anderen Meinungen aus der Mitte unserer Gesellschaft auseinander setzt? Der Politik als interessante und wichtigste Gestaltungsmöglichkeit für unser Land darstellt? Dann seid offen auch für Leute die sich keiner internen Strömung anschließen, offen für junge Menschen, die sich nicht Sozialist, sondern junger Sozialdemokrat nennen wollen! Schließlich macht das einen liberalen und weltoffenen Verband aus!

    Wenn das Bild, welches Mina vom buko zeichnet, auch nur in Ansätzen stimmen würde, schadet das enorm die Seriosität und Glaubwürdigkeit in die Politik und fördert eine zunehmende ablehnende Haltung junger Menschen gegenüber der Politik! Denn wir sind schließlich nicht weniger als die zukünftigen Gestalter der SPD, mit konkreter Regierungsoption.

    Lasst uns daher geneinsam über Positionen in einem fairen Ton (ohne Buhrufe), mit gegenseitigem Respekt voreinandet streiten.

    Viele Grüße, Paul

    Ps.: Was ist gegen ein wenig Patriotismus auszusetzen? Brauch das nicht jeder ein wenig, der sein Leben in einem Land verbringt, sich mit dessen Werten und Zielen identifiziert und sich gesellschaftlich engagiert? Oder woher holt ein 100% iger Nicht-Patriotist die Kraft und Überzeugung für ein Land zu arbeiten?

    • Jonas (@jovoelcker)

      +1

      Und zusätzlich bitte auf die anderen Parteien und Jugendorganisationen zugehen und ihre Positionen anhören und mit ihnen diskutieren :)

      (Das ist nicht als negative Kritik gemeint, viele tun das nämlich schon)

  • Sarah Saber

    Ich muss sagen der Artikel hat mich sehr schockiert und macht ein Glück inzwischen bei FB die Runde. Ich frage mich was haben denn solche intolerante Menschen bei euch Jusos zu suchen? Sowas ist bei uns Julis noch nie vorgekommen… Ihr solltet euch echt überlegen wie ihr mit sowas umgeht, da es einfach ein sehr schlechtes Bild auf die Jusos allgemein wirft. Das ist keine Stichelei sondern einfach nur Tip. Um Toleranz zwischen den verschiedenen Organisationen zu schaffen, muss man das erstmal in der Eigenen schaffen.

    Viel Erfolg dabei ;-)

  • So ist das wenn die Intoleranz sich als Toleranz aufspielt.
    http://rundertischdgf.wordpress.com/

  • Sir Arthur Harris

    Bei eurem nationalistischen Freudentaumel braucht ihr euch auch nicht wundern…

  • Miri

    Ich war leider nicht da, aber ganz ehrlich: Nur auf Grund eines Artikels von einer Person kann man sich als Außenstehende nicht wirklich dazu äußern, liebe Leute. Ich hab mir mal die Mühe gemacht und mich weiter umgehört, aber interessanterweise sehen das ja doch nicht alle so, wie hier geschildert. Ich finde es ziemlich übel, was den Jusos nun als Gesamtbild vorgeworfen wird (insbesondere von den nichtschadenfrohen Menschen anderer Parteien).
    Meine Bitte wäre, Kritik ernst zu nehmen, aber doch auch hier die Möglichkeit einzuräumen, dass dieser Artikel doch auch gefärbt von einer Meinung ist. Und übrigens habe ich von den Kongressen der Julis/JU auch schon unnette Dinge gehört, insofern…

  • Marcel Lewandowsky

    This brings up some memories… Meine Erfahrung aus der Strömungsarbeit ist die: Weil es bei den Jusos um Grundsatzfragen geht und die gerade bei jungen Menschen die eigene Identität betreffen, werden Grundsatzfragen auch besonders emotional verhandelt. Da kommt es dann eben zu solchen Auswüchsen, und da dürften wohl alle Appelle wenig nützen. Leider.

  • Bei den Jusos zählt gilt wohl folgendes… „Steigerung von ärgster Feind… Parteifreund“!

  • Das die Sozialdemokraten wohl diskriminierender sind als mancher NPD Ortsverein ist ja bekannt. Nix neues. Aber schön wenn man immer die Blume im Wappen hat, die Liebe und Gleichberechtigung, etc. suggeriert. Herzlich Willkommen in der Realität. Und schön, das es auch mal ein JuSo zugibt!!! Danke dafür!!! Diskriminierung und Ausgrenzung bei den JuSos… Da freue ich mich wenn die Kamerad… äh Genossinnen und Genossen, die dieses Verhalten an den Tag legen und deren Denke nicht anders ist in der Bundespolitik sind. Da braucht man wahrlich keine NPD mehr.

    • bei aller Emotion, aber die SPD, egal welche Gliederung, mit der NPD zu vergleichen geht ja mal gar nicht. Das weise ich auch entschieden zurück!

    • Jonas (@jovoelcker)

      Ich kenne einige Filme, in denen Mörder mit Rosen arbeiten, aber abgesehen davon:

      Keiner braucht solche Pauschalisierungen, „die Jusos an sich“ existieren nicht, deswegen kannst du so nicht reden. Es gibt in jeder Organisation Deppen, die Frage ist nur, wie man mit ihnen umgeht und da scheinen die Jusos noch Bedarf zur Besserung zu haben, wenn ich mich nur auf diesen Text beziehe…

      MfG Jonas

    • Seba

      Also Ich finde es schade, was hier einige Leute posten. Die Art und Weise wie hier von manchen über das eine oder ander Lager geschimpft wird ist nicht zielführend. Zeigt nicht gerade, dass hier haufenweise Jusos auch aus anderen LVs deutlich machen, dass sie den Zettel – entschuldigt die Formulierng- einfach nur zum Kotzen finden, dass wir uns durchaus Bundesweit einig sind, dass so ein Verhalten absolut gar nicht geht? Ich finde es gut und richtig, dass du das angeprangert hast Mina. Trotz der Tatsache, dass ich selbst auf dem Buko war, habe ich nämlich nichts davon mitbekommen. Ich persönlich habe kaum inhaltliche Übereinstimmungen mit den Positionen die die Jusos Hamburg auf dem BuKo vertreten haben gehabt, finde es aber einfach nur einer solidarischen demokratischen Partei nicht würdig, eine solche „Diskussionskultur“ zu etablieren. Debatten müssen mit niveauvollen Worten ausgefechtet werden und nicht mit Drohungen. Ich denke allerdings, dass es sich hierbei um die Tat eines Einzelnen handelte und dies definitiv nicht mit der entsprechenden Delegation oder sonstwem abgesprochen war. Jedenfalls hast du meine volle Solidarität. Das ist eine Riesensauerei!

  • Udo

    Man muss halt auch eingestehen: Das ist die Generation, die miterleben musste, wie Schröder und Müntefering mit Kahrs im Bund, sowie „der kleine Koch“ und Dagmar Metzger mit Richter in Hessen den Laden ordentlich an die Wand gefahren haben. Die wollen eigentlich Politik machen, aber sie werden gezwungen Altlasten abzuräumen oder ihre Vorbildern nachzueifern: Die einen indem sie kompromisslos hart – richtig hart und bisweilen, wie geschildert weit unter Niveau – linke Politik durchdrücken, gegen andererseits die die Hinterzimmerspielchen ihrer Vorbilder nachexerzieren. Gerade die Hamburger Jusos mit ihrem Direktkandidaten, der Annen abgesägt und dann völlig versagt hat sind da ein gutes Beispiel. Das rechtfertigt nicht den Umgang, und den kleinen Irren mit ihren Zettelchen sollte man auch keine weitere Beachtung schenken.

    Dennoch zeigt es, das die politische Kultur in unserer Partei noch lang nicht die Basta- und TINA-Politik verkraftet hat, sie sogar umso heftiger imitiert.

    Wahrscheinlich gibt es dafür sogar Termini, die Psychologen und Soziologen mögen ergänzen.

  • Liebe LeserInnen,
    ich habe in den ausstehenden Kommentaren bemerkt, dass der Tonfall immer emotionaler wird. Ich werde daher bis auf Weiteres die Kommentarfunktion abstellen um zu verhindern, dass sich hier ein destruktives Klima einschleicht.
    Ich habe heute viele gute Telefonate, u.a. mit Sascha geführt, und ich bin optimistisch, dass wir zusammen etwas ändern können.
    Grüße,
    Mina