2013: Auf in die Trotzphase.

Mein Blog wird 2013 vier Jahre alt. Er kommt also in die Trotzphase. Ein guter Anlass um noch mal neu zu machen, vieles zu hinterfragen, die selbst gefundene Mitte neu zu definieren.

2012 war ein turbulentes Jahr – endlich richtig angekommen, überall. In Hamburg (das Gefühl selbstständig ohne Navi von A nach B kommen zu können ist immer wieder genugtuend), an der Uni, in meinen Themen, im Leben, in der Liebe. Politisch hab ich mich an ein paar Dinge rangetastet (ja, auch wenn ein Mitgliederbegehren ein rabiates Mittel sein mag, rangetastet trifft es dennoch), ich habe Themen gefunden die mich interessieren und kampflustig machen, ich hab unglaublich viele interessante, nette, coole, liebe Leute kennen gelernt – on- und offline. Aber auch persönlich war es ein sehr lehrreiches Jahr für mich. Und ja, bla, ich hör schon auf zu faseln… huh

…wo ich dann auch gleich dazu komme, was ich mit Trotzphase meine. Für jeden Artikel den ich schrieb, für jeden Follower den ich dazu bekam, für jede Aktion, die ich unterstützt hab: ständig gab es irgendwo Menschen, die subtil oder offen feindselig, manchmal einfach Arschlochhaftig oder unfähig, je nachdem trollierend oder ernsthaft, rumkritisieren mussten. So kam es auch, dass ich überdurchschnittlich viele Mimimi-Tweets schrieb und sogar im Blog diverse Auskotz-Artikel verfasste. Dabei will ich meine Zeit nicht mit Hatern verschwenden. Ich will meine Zeit nicht mit Menschen abgeben, die nichts verstehen wollen – oder einfach nur lustig, cool, neunmalklug oder sonstwie daher kommen wollen – im Endeffekt aber nur ablenken. Das ist eine schwierige Herausforderung für mich: einerseits möchte ich immer allen zumindest antworten, andererseits kenne ich mich und weiß: meine Leidenschaft für manche Dinge verhindert ab und zu meine Objektivität. Und genau das möchte ich nicht ändern. Ich will es behalten. Ich will kein Emotionsloser Roboter werden. Ich bin scheiße gut in den Dingen denen ich mich mit Herz und Seele widme, und das ist mein Brennstoff. Um es mit Jan Delay zu sagen: ich will keine Menschen, die mein Feuer löschen (höhö).

Mein Feuer ist dabei teils poetisch, teils garstig, teils logisch, teils emotional, all jene Facetten des Lebens die selbiges eben lebenswert machen und Dinge erfahrenswert. Genau das wird dieser Blog (und im weiteren Sinne natürlich alle anderen Kanäle ebenfalls) jetzt: keine Kompromisse mehr. Keine Anpassung mehr. Keine Schubladen mehr. Wenn ich schreiben will, dass ich das Kampagnenmanagement von Peer Steinbrück schrecklich finde und jeder mindestgradig professionelle Mensch sich immer wieder die Haare ausreißt vor Verzweiflung und Unfassbarkeit, dann schreib ich das. Und wenn ich das in Form einer abstrakten Fabel schreiben will, dann tue ich das. Und wenn dann jemand kommt und mir per Kommentar meinen Blog zukotzen will, wie schmalzig oder doof oder whatever das ist, dann nehme ich das zur Kenntnis, werde es wie immer wenn es nicht beleidigend ist veröffentlichen, und einfach keinen Fick geben. Genüßlich grabbel ich mir noch eine Hand Popcorn und trinke meinen Rotwein, während andere sich abmühen mich mit Stempeln versehen in Schubladen zu stecken.

Dieses Land verändert sich eindeutig zu langsam. Wir sind alle viel zu bequem. Zu ablenkend. Zu schwammig. Zu bla.

2013 wird wichtig. Und ich hab keinen Bock mehr, allen on- und offline Trollen und Höhlenmenschen auch nur einen Zentimeter mehr Platz zu geben, als sie verdienen. Also wird es so laufen: mehr klare Kante, mehr Leidenschaft, mehr ich, mehr Diskussion, mehr Reflektion, mehr Inspiration. Ich würde mich freuen, euch dabei zu haben.

Labelt mich einfach mit Dingens – denn seien wir mal ehrlich, im Endeffekt, neben Freunden und Familien, ist alles andere nebensächliches Gedöns.

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Trotzphase: (…) Das Kind stellt jetzt Warum-Fragen, um Informationen zu den einzelnen es beschäftigenden Gebieten zu bekommen und stellt auch die Erwachsenen in Frage, wenn es erkennt, dass diese keine Antwort auf seine Frage parat haben. Während dieser Phase widersprechen Kinder ihren Eltern und versuchen durch Sturheit, Bockigkeit und kreative Ideen ihre erwachsenen Mitmenschen auf das eigentliche Problem hinzuweisen. [x]

 

PS: Dank wem Dank gebührt: an Daniel für die Hilfe beim Blogumzug, und an Eileen für den famosen Header und sowieso alle ihre wundervollen Grafiken.

  • Yay \o/

  • n1ce!

  • Ich glaube „Arschlochhaftig“ schreibt man klein, oder?!

    • Mina

      kann sein :)

  • Bhaskus Maximus

    Der Endzwanzigerin …Büro sein muss, um … auszugleichen? (Komma nach muss)

    • Mina

      Danke, aber ich glaub für Kommafehler bin ich zu faul um sie zu korrigieren :D